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Nike never knew

Nach dem gewonnen CL-Finale gegen Juventus Turin erinnerte Cristiano Ronaldo mit einem alten Bild aus Kindertagen an seine Jugend. Medienwirksam aufgenommen von seinem Sponsor Nike, für die er schon länger als Testimonial fungiert. Soweit nichts Ungewöhnliches in der monetarisierten Fussballwelt heutzutage.

Nur blöd, dass einige spitzfindige Internet- und Bildexperten innerhalb von kürzester Zeit das Ursprungsbild aufgespürt und veröffentlicht haben. Dort ist nämlich ein größerer Ausschnitt zu sehen, der beweist, dass der kindliche Cristiano auf diesem Bild einen Pullover von Nike-Erzfeind Adidas trug. Ein schwerwiegender Recherchefehler.

In der Nike-Redaktion lief das vermutlich so ab:

Tja, Nike never knew.

Das DIAGORAKEL sagt die CL-Auslosung (beinahe) voraus

Was gab es nicht alles schon für Orakel für Sportereignisse. Von Kraken über Kinder bis hin zu jeglichen Zootieren, die man sich vorstellen kann. Der Durst nach Nostradamus-Fähigkeiten war schon immer riesengroß. Und da es nicht schon genug Orakel gibt, haben wir uns von DIAGO auch mal an dieses Thema gewagt. Herausgekommen ist das schlechteste Orakel der Welt, aber seht selbst:

Und hier das (leicht) abweichende Ergebnis:

Immerhin Lotte hatten wir richtig.

Nationalspieler – Ehre oder Belastung?

Die jüngsten Vorfälle um die scheinheiligen Absagen und der angeblich gefälschten Röntgenbilder der beiden türkischen Nationalspieler von Bayer Leverkusen, Calhanoglu und Toprak, nähren mal wieder die Diskussionen um Sinn und Unsinn von Länderspielen. Auch wenn die Absagen der beiden mit der Waffen-Affäre um Teamkollege Töre natürlich einen noch weitreichenderen Hintergrund haben, gibt es auch beim DFB genügend weitere Beispiele. Denn auch deutsche Nationalspieler standen schon mehrmals im Verdacht unwichtigere Länderspiele mit vorgeschobenen kleineren Blessuren abgesagt zu haben. Sei es aus Unlust, Reisestrapazen oder um dem Verein in wichtigen Phasen frisch zur Verfügung zu stehen.

Wenn man allgemein in die Fanbasis hineinfragen würde, ob es eine Ehre oder eine Belastung ist Nationalspieler zu sein, dann wäre die Meinung glasklar: Man sollte dankbar sein den Adler auf der Brust zu tragen, Demut vor dem Ganzen zeigen, stolz sein für das eigene Land auflaufen zu dürfen. Dann werden alte Anekdoten hervorgekramt, die vor Pathos nur so strotzen und meistens mit Gras fressen und bedingungslosem Kampf bis zur kompletten Erschöpfung zu tun haben. Die alten Recken von ’54, ’74 und ’90 haben sich ja schließlich auch auf dem Platz für uns zerrissen. Alles richtig und vom Fanherzen her absolut nachvollziehbar. Doch die emotionale, patriotische Seite ist nur die halbe Wahrheit.

Keiner der aktuellen Nationalspieler ist nicht mit stolz erfüllt, wenn er für den DFB bei einem Länderspiel auflaufen darf, das steht außer Frage. Das Problem, welches die Nationalspieler haben, liegt vielmehr im Bereich des Umfangs der Länderspiele. In den letzten Jahren ist der Kalender der einzelnen Verbände immer umfangreicher geworden. Jede Lücke wird quasi mit mehr und mehr Spielen gestopft. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Der Fussball und insbesondere die Nationalmannschaften vermarkten sich hervorragend und werfen viel Profit ab. Mehr Spiele bedeutet mehr Geld, einfache Rechnung aus Sicht der Funktionäre. Hier liegt dann auch der Unterschied zu vergangenen Generationen von Nationalspielern. Ein Länderspiel hatte früher mehr Wert, da heutzutage eine Inflation an Spielen herrscht.

Dass eine Qualifikation für das jeweils nächste Turnier stattfinden muss, ist unumgänglich. Den Umfang allerdings kann man anders gestalten. Schon länger bestehen Ideen für eine Vor-Qualifikation, bei der die kleineren Nationen zunächst mal unter sich sind. Thomas Müller äußerte sich nach dem Gibraltar-Spiel ähnlich und hinterfragte den Sinn solcher Spiele. Möchte man den Qualifikationsmodus nicht verändern, müsste die Anzahl der Freundschaftsspiele verringert werden. Denn diese sind für Testzwecke selten zu gebrauchen, da die Ernsthaftigkeit eines Pflichtspiels nicht simulierbar ist, egal wie sehr ein Trainer das auch kommuniziert. Lediglich die unmittelbare Vorbereitungsphase zwischen dem Ende der Vereinssaison und dem Beginn eines Turniers ist auch unter Testbedingungen wichtig.

Den Spielern fällt es also schwer die eigentliche Ehre, die ein Länderspiel beinhaltet, wahrzunehmen, wenn sie zusätzlich zu der ohnehin schon großen Belastung durch die Vereinsspiele noch Testspiele ohne Wert oder Qualispiele gegen Gegner mit nicht vergleichbarem Niveau auf Nationalelfebene absolvieren müssen. Anstatt die Spieler für ihre Einstellung zu kritisieren würde man es ihnen demnach wesentlich einfacher machen ihre Nationalmannschaftseinsätze zu schätzen, wenn man den Kalender endlich wieder verschlankt. Kein Nationalspieler hilft seinem Land weiter, wenn er durch die fehlende Regeneration nicht fit ist. Denn Ehre allein hilft dem Körper eines Profisportlers nicht der Belastung standzuhalten.

Ich will nicht nach Berlin?! – Die CL-Prognose

Die große Glitzerbühne der Champions League öffnet mal wieder ihren Vorhang. Das Flaggschiff des europäischen Fussballs wird uns wie immer auf eine mit neuen Schlachten und Geschichten gespickten Reise mitnehmen, die diesmal in Berlin ihr Ende finden wird. In Berlin können sie mal wieder Spitzenfussball zur Abwechslung vertragen, möchte man spöttisch anmerken. „Dit is wohl nicht verkehrt!“ dürfte selbst Frank Zander darauf erwidern. Nur nach Hause gehen wir schließlich nicht.
Doch wer darf am Ende die blaue Tartanbahn des Olympiastadions betreten? Wer will nach Berlin? Ein gewagter Ausblick:

Die üblichen Verdächtigen

Titelverteidiger Real Madrid geht mit nicht weniger, als dem Anspruch als erster Club in der Geschichte des Wettbewerbs den Titel zu verteidigen ins Rennen. Dafür hat man sich zwar mit Stars, wie James und Kroos spektakulär verstärkt, allerdings auch wichtige Stützen der vergangenen Decima-Saison gehen lassen. Nämlich di Maria und Xabi Alonso. Dass diese Personalrotation eventuell ein entscheidender Fehler gewesen sein kann, zeigt der äußerst holprige Saisonstart in La Liga.

Landesrivale Barcelona befindet sich noch mehr im Umbruch. Entscheidende Teile des fast unschlagbaren Barcas der großen Jahre mussten, teils leistungs- und teils altersbedingt, gehen. Xavi, Puyol, Valdes, Sanchez oder Fabregas sind alle Geschichte. Mit neuen Topstars will man wieder zu alter Stärke zurückfinden. Suarez, Rakitic, ter Stegen oder Vermaelen sollen zusammen mit einigen La-Masia-Emporkömmlingen das von Transfersperren gebeutelte Barca wieder in die Spur bringen. Wenngleich sich noch vieles finden muss.

Manchester City hat sich einmal mehr viel vorgenommen. Man möchte endlich zeigen, dass man die nationale Dominanz auch auf europäischer Bühne ausüben kann. Zwar ist der Erfolgskader weitestgehend zusammengeblieben und wurde an einigen Stellen sinnvoll ergänzt, doch dass City auch Champions League kann, müssen sie erst noch beweisen.

Die Blues vom Chelsea FC hingegen können Champions League mit Bravour. Nie zu den absoluten Topfavoriten gehörend zeigten sie in den letzten Jahren, dass sie die Gesetze dieses Pokals perfekt beherrschen und glichen dabei Ungereimtheiten im Kader und weniger individuelle Klasse mit Kampfgeist und Abgezocktheit aus. Mourinho konnte diesen Sommer sogar in Fabregas, Costa oder Courtois echte individuelle Stärke dazuholen. Jetzt müssen sie nur zeigen, dass sie diese auch nutzen können.

Juventus tritt mal wieder mit dem Selbstvertrauen eines Serien-Scudetto-Siegers an und will nach der Stunde Null, dem Zwangsabstieg vor acht Jahren, endlich auch auf internationaler Ebene an alte Erfolge anknüpfen.
Helfen kann dabei, dass der erfolgreiche Kader kaum verändert wurde. Mit Morata holte man ein Toptalent dazu, ansonsten tat sich wenig. Die alte Dame wirkte in der Königsklasse aber oft gehemmt und muss nun zeigen, dass die vielen nationalen Titel nicht ausschließlich an der schwächer gewordenen italienischen Liga liegen.

Guardiola will nun endlich auch mit den Bayern den Henkelpott holen. Nachdem man in der letzten Saison von Real im Halbfinale vorgeführt wurde, brennt man jetzt darauf wieder an die Dominanz der Triple-Saison anzuknüpfen. Und so investierte man auch: In Lewandowski und Alonso holte man echte Weltklasse dazu. Von diesen erhofft man sich die abgewanderten Mandzukic und Kroos nicht nur zu ersetzen, sondern das Spiel sogar noch zu verbessern. Anhaltendes Verletzungspech machte Verpflichtungen von weiteren Alternativen, wie Benatia und Bernat notwendig. Man wird also abwarten müssen, ob die Veränderungen endlich mehr Flexibilität in Guardiolas Fussball bringen oder ob man erneut in Schönheit stirbt.

Die zweite Reihe

Hinter den genannten ganz Großen in Europa lauert eine brandgefährliche „zweite Reihe“ aus Teams, die mit einer Sahnesaison ebenfalls Kandidaten für Berlin sein können. Atletico Madrid und der BVB haben in den vergangenen beiden Saisons bereits gezeigt, dass eine solche Überraschung möglich ist. Diese beiden sind unbedingt auch diesmal wieder zu nennen. Daneben gibt es mit dem unberechenbaren Arsenal, dem Offensivfeuerwerk aus Liverpool, dem aufgerüsteten PSG oder der wiedererstarkten Roma weitere Kandidaten für solch eine Sahnesaison. Damit das klappt, muss allerdings alles passen. Keine entscheidenden Verletzungen oder Sperren und ein Quäntchen Glück sind solche Faktoren.

Das breite Mittelfeld

Hier tummeln sich Vereine, für die zwar ein Titelgewinn utopisch ist, ein Run bis ins Viertelfinale aber bei optimalem Verlauf möglich erscheint. Leverkusen, Bilbao, Monaco und Schalke kommen zwar aus starken Ligen, die Klasse und Konstanz reicht aber für einen ganz großen Wurf unter die letzten vier nicht aus. Porto, Sporting, Donezk, Zenit, ZSKA, Galatasaray, Benfica, Olympiacos, Basel und Ajax sind in ihren heimischen Ligen zwar regelmäßige Titelgewinner, aber werden über die ganze Saison gesehen dort einfach zu wenig gefordert. Dadurch kann sich kein Rhythmus auf allerhöchstem europäischen Niveau einpendeln und man muss sich in der Königsklasse mit weniger begnügen.

Die Underdogs

Sie gehören genauso zu jeder Champions-League-Saison, wie die Schwergewichte. Ihnen wird bestenfalls ein dritter Platz in der Gruppenphase möglich sein, um in der zweiten Saisonhälfte dann als Absteiger in der Europa League weitermachen zu dürfen.
Nikosia, Baryssau, Maribor, Malmö, Ludogorets und Anderlecht kommen aus europäischen dritt- bis viertklassigen Ligen und kämpfen sechs Gruppenspiele lang ums Überleben.

Für Spannung ist damit also reichlich gesorgt. Bei den Schwergewichten tut sich kein Verein signifikant hervor. Alle haben mehr oder weniger große Probleme zwischen Umbrüchen und zu hohen Erwartungen. Bei der zweiten Reihe muss hingegen alles passen für das ganz große Ding. Letztendlich gilt aber:

Doch auch wenn andere Städte schöner sind – ich will nur nach Berlin!