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Bolz & Grätsch E012 – Summertime Grätschness

Der podcastgewordene Sommerlochstöpsel gibt den zahlreich in den Urlaub gegangen Kollegen Windschatten und bringt euch durch die pflichtspielfreie Zeit. Mit einem quietschbunten Füllhorn an lustigen, skurrilen und betroffen machenden Anekdoten und Funfacts überschüttet das Trio (Marius hat sich mal wieder dazugesellt!) diesmal die zahlreichen Hörer an den digitalen Endgeräten. Digital Detox durch Teletext, absurde Tattooverfehlungen und eine aufwühlende Geschichte aus dem Gelsenkirchener Zoo sind nur einige von vielen Stories im boulevardesken Themenpotpurri dieses umtriebigen Fussballpodcasts.

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Bolz & Grätsch E010 – Die 90er: What is Bolz? Baby don’t Grätsch me!

Mit neonfarbenen Knicktlichtern am Arm und fetten Plateau-Buffalos an den Füßen, geht es für die beiden DJ-Bobo-Fanboys auf eine Zeitreise in das schrillste und bunteste Jahrzehnt des Fussballs: Die 90er! Es wird über die gute alte Zeit gequatscht, in der Max & Micha als Kinder ihre Liebe zum Gekicke entdeckten und bis heute nie verloren. Die vielen eigenen Anekdoten umarmen den geneigten Hörer mit dem wohligen Gefühl der Nostalgie und erwärmen sein Herz, wie eine dicke Helly-Hansen-Daunenjacke. Rave on!

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Bolz & Grätsch E006 – Time To Say Goodbolz & Congrätschulations

Nach der kräftezehrenden Live-Tour durch das raue Ruhrgebiet sind die beiden Podcast-Plappermäuler zwar wieder in heimischen Gefilden angekommen, lassen die Abende aber nochmal Revue passieren. Ansonsten steht diese Episode unter der bleiernen Schwere des Ausscheidens aller deutschen Teams aus dem Europapokal. Leider war es für alle Time To Say Goodbolz. Erfreulich hingegen verlief der Besuch der beiden Verbalwunder beim deutschen FIFA-Finale, das einen überraschenden Gewinner hatte. Congrätschulations! Der Epilog wird dann geprägt von dem absurdesten Trainingsabsagegrund, der jemals in der Kreisliga über die Lippen gebracht wurde. Ernsthaft.

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Bolz & Grätsch E005 – Live#2 Das Rückspiel mit Jörg Seveneick

Nach einer grundsoliden Leistung im Hinspiel musste sich das launige Laber-Duo im Rückspiel erneut beweisen. Mit einer knappen Führung im Rücken wurde die Ruhrpottrivalität zwischen dem blauen und gelben Teil des Reviers ausgiebig ausdiskutiert. Dabei kam auch die gute alte Kreisliga nicht zu kurz, die in ihrer Einfachheit doch so manche Gemeinsamkeit mit der Beletage des Vereinsfussballs hat. Die Schalker Eurofighter hatten auch nochmal ihren Auftritt und Jörg Seveneick zitierte aus seinem bald erscheinenden Buch. Weltpremiere in unserem Podcast!

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Die Leiden des jungen Draxler

Julian Draxler – Identifikationsfigur, Hoffnungsträger, Megatalent – ist dabei, mit anderen Vereinen zu verhandeln und kurz davor, den FC Schalke 04 zu verlassen.

Warum?

Beginnen wir mit der Vergangenheit: Am 15. Januar 2011 kommt der damals jüngste Schalker Spieler aller Zeiten mit 17 Jahren und 117 Tagen zu seinem Bundesligadebüt. Er wird gegen den HSV in der 83. Minute für Ivan Rakitic eingewechselt. Vier Tage später erhält er seinen Profivertrag bis 2014. Es folgen in kurzen Abständen regelmäßige Einsätze, Tore, Vorlagen, gute Leistungen und eine Vertragsverlängerung.

Im Mai 2013 verlängert er seinen Vertrag bis 2018 und erhält zudem die Rückennummer 10. Diese Vertragsverlängerung war der Anfang vom Ende. Medienwirksam wurde er schon früh als Schalker Jung‘ präsentiert. Einer von hier. Einer, der mit Herz bei der Sache ist. Und da hat einfach jeder Verantwortliche im ihn herum versagt. Innerhalb von 3 Jahren macht man diesen schon von außen zurückhaltend und etwas unsicher wirkenden Jungen zum Hoffnungsträger und lädt die komplette Verantwortung auf seine Schultern. Man fährt sein Konterfei durch Dortmund, um hämisch auf Mario Götze anzuspielen, der zum FC Bayern München gewechselt war. Die Funktionäre und Verantwortlichen, allen voran Schnitzelkönig Clemens T. aus R.-W., haben ihn zur Ikone gemacht. Zu dem Zeitpunkt war er nicht mal 20 Jahre alt.

Ab da war Julian Draxler nur noch ein Schatten dessen, was er 2 Jahre zuvor war. Die Leichtigkeit, die Unbeschwertheit hat er verloren. Er verletzt sich, verliert Bälle, ist kaum noch an Toren beteiligt, geschweige denn, dass er selbst welche schießt. Er wurde durch das Schalker Marketing ausgesaugt und tritt auch entsprechend blutleer auf.

Deswegen ist ein Wechsel zu einem anderen Verein mit anderem Umfeld und neuen Konzepten absolut nachvollziehbar. Dort kann Julian Draxler von vorn anfangen und werden, was sein Potenzial anbietet: Ein Spieler von internationaler Klasse. Diesen Weg haben auch schon andere Spieler des FC Schalke 04 erfolgreich vorgemacht, Mesut Özil und Ivan Rakitic zum Beispiel. Ironischerweise DER Ivan Rakitic, gegen den er bei seinem Bundesligadebüt eingewechselt wurde.

Fazit:

Julian Draxler tut sich und seiner Karriere einen Gefallen, wenn er jetzt Abstand gewinnt und von Schalke wechselt. Es ist eine Win-Win-Situation: Horst Heldt bekommt noch etwas Kleingeld für einen Spieler, der in der aktuellen Situation nicht glücklich geworden wäre. Julian Draxler hat die Chance auf einen Neuanfang und kann beweisen, dass er das Potenzial hat, was alle in ihm sehen.

P.S. Natürlich könnte Juventus Turin auch eine Zwischenstation sein, um danach zum FC Bayern München zu wechseln. Sollen ja auch schon andere Spieler vor ihm so ähnlich gemacht haben.

Die Derby-Niederlage – Ein Fehler des Systems?

Das Revierderby vom 28.02.2015 – möglicherweise eine Wende für beide betroffenen Mannschaften. Während der BVB mit dem vierten Sieg in Folge wieder auf Europapokalplätze hoffen darf, muss sich die Schalker Führungsriege nach 4 Niederlagen in den letzten 5 Spielen erneut hinterfragen.

Ich persönlich rechnete ehrlich gesagt mit einem völlig unspektakulären 0:0. Konsequenter Mauerfussball in Blau-Weiß trifft auf unkreativen und uninspirierten Offensivfußball in Schwarz-Gelb – Gähn.

Ich irrte mich. Am Ende hat Schalke 04 Glück, nicht schon in der ersten Halbzeit 4:0 zurückzuliegen. An dieser Stelle Dank an Timon Wellenreuther und an die Dortmunder Abschlussschwäche. In der zweiten Halbzeit dann zwar konzentriertere Defensive der Schalker, aber durch ein Billiardtor, eine kollektive Schnarchpartie und einen geistigen Aussetzer des sonst starken Wellenreuther endet das Spiel 3:0 für den BVB. Hochverdient und eventuell zu niedrig.

Ich arbeite das ganze Mal etwas auf und befasse mich mit folgenden Schwerpunkten: Gründe für die Niederlage, Reaktion der Fans und schlussendlich Kritik am System. Oder wie man in der Dönerbude seines Vertrauens sagt: Einmal mit Alles und scharf!

Die Gründe für die Niederlage scheinen auf den ersten Blick offensichtlich. 31:3 Torschüsse für die Borussia aus Dortmund, 65% Ballbesitz und einer Passquote von bemerkenswerten 82% gegenüber nur 68% auf Seiten der Gelsenkirchener. Wer sich keine Chancen erarbeitet, kann keine Tore schießen, wer keine Tore schießt, kann nicht gewinnen. An dieser Stelle lieben Gruß an Jörg Wontorra, schreib mir die 6 Schleifen auf den Deckel. Ich zahl dann, wenn ich das nächste Mal im Doppelpass sitze.

Die Fans gehen jetzt in den sozialen Netzwerken (Anonymität ist was Feines) auf die Barrikaden: Blutleer, leidenschaftslos, unwürdig. Das sind noch die nettesten Beschreibungen des Auftrittes. Abgesehen von der Tatsache, dass das bei einem 0:0 oder gar einem 0:1 scheißegal gewesen wäre, weil man sich über die Doofheit der Borussen gefreut hätte, aus 31 Torschüssen kein Tor zu erzielen – Berücksichtigt bei all eurer Emotion die taktische Ausrichtung. Sie ist nicht auf Lauffreudigkeit, Ballbesitz und Pressing ausgelegt. Und gerade Auswärts gehört es fast schon zum guten Ton, auf Konter zu spielen. Darüberhinaus fehlte es an offensiven Aktionen, diese Kombination erzeugt meines Erachtens der Eindruck des mangelnden Kampfes.

Die Offensivschwäche ist meiner Ansicht nach auch das zentrale Problem in der aktuellen Situation. Es ist entweder das falsche System für die Mannschaft, oder die falsche Mannschaft für das System. Grundsätzlich kann man sagen: Die Defensive der Schalker ist durchaus in der Lage, das taktische System effektiv und konsequent zu spielen, wie man schon einige Male, zum Beispiel gegen Real Madrid gesehen hat. Wenn man aber nach vorne keine Gefahr aufbaut, macht man es dem Gegner leicht.

Was gegen den BVB noch dazu fehlte, war Konsequenz und Laufwillen im Zentrum vor der Abwehr. Dadurch hatte der BVB viele Räume und konnte sich damit auch viele Chancen erarbeiten. Das ist der einzige Punkt, an dem ich bereit bin, auch vorbehaltlos von mangelnder Einstellung zu sprechen.

Der Fehler im System ist die Offensivqualität. Es fehlen kreative Spieler im Mittelfeld und explosive oder zumindest schnelle Spieler im Sturm. Farfan und Draxler verletzt, die Sechser kaum kreativ oder spielgestaltend, Boateng und Huntelaar nicht schnell und explosiv genug. Für so ein System ist ein Stürmer wie Huntelaar verheizte Qualität. Man verlängert seinen Vertrag, zahlt ihm eine Wahnsinnssumme und kann ihn nicht gebrauchen? Da muss sich Horst Heldt Kritik gefallen lassen. Entweder in der Wahl seiner Spieler, oder in der Wahl des Trainers.

Mit schnellen, flexiblen Angreifern und mit einem Sechser mit Spielmacherqualität kann Di Matteo Schalke 04 mit diesem System in die CL führen. Ohne Verstärkung werden sie es, wenn überhaupt auf den CL-Quali-Platz retten. Ein Überholen durch den BVB wäre katastrophal, aber nicht unmöglich.

Schlussendlich kam das Derby genau zur rechten Zeit: Noch hat man die Möglichkeit, oben zu bleiben. Auch die Kaderqualität für einen Platz unter den ersten 4 hat man. Die Frage die bleibt ist: Schafft es Di Matteo, ein System zu spielen, was zur Mannschaft passt? Denn auch so etwas macht einen guten Trainer aus.

Fazit: Schalke 04 hat akut Nachholbedarf. Entweder rüstet Heldt in der Offensive nach und schafft somit die Grundlage für eine erfolgreiche Umsetzung des Systems. Das wird frühestens in der Sommerpause passieren. Die zweite Möglichkeit: Di Matteo passt seine taktische Ausrichtung an das vorhandene Spielermaterial an. Am Ende befürchte ich jedoch, der FC Schalke 04 wird einfach genau so weitermachen und sich mit Ach und Krach auf den vierten Platz mogeln.

London – Ruhrpott 7:0

Gegensätzlicher können die Grundsätze kaum sein. Auf der einen Seite das schillernde London, auf der anderen Seite der triste Ruhrpott. Szeneviertel gegen Arbeiterviertel, High Life gegen Maloche. Den Vergleich arm gegen reich erspare ich euch. So unterschiedlich diese Gegenden auch sind, interessant ist der Vergleich allemal. Vor allem am Ball.

Im Hinspiel ging der Pott noch mit 3:1 als Sieger vom Feld. Der BVB gewann 2:0 gegen Arsenal, der Schalke holte ein 1:1 bei Chelsea. Diesmal allerdings gab es eine saftige 7:0-Klatsche, die noch ein paar Tage nachschallen wird. Oder auch länger. Die Schalker legten im negativen Sinne am Dienstag bereits vor und holten sich eine stattliche Packung von den an diesem Abend wahren Blues ab. Mourinhos Männer waren wohl der Meinung, dass man auf Schalke mal gut ein High Five gebrauchen könnte. In the face. With a chair. Made of steel. From Hulk. On adrenaline rush. Oder so ähnlich.
Etwa so fühlte es sich auf der Seite der Königsblauen wohl an. Völlig hilflos ergab man sich seinem Schicksal und lud Chelsea mit absurden Fehlern zum Toreschießen ein. Alles das, was beim Sieg gegen Wolfsburg noch klappte, fiel gegen Chelsea komplett aus. Wenn eine Erkenntnis bleibt, dann die, dass di Matteo bisher überhaupt nichts bewegt hat. Keine taktische Entwicklung, keine Handschrift, nichtmal Einsatzwille. Ob man absurderweise auf Schalke demnächst schon wieder die T-Frage stellt, ist zumindest nicht auszuschließen. Eventuell hat Huub Stevens ja eine Rückkauf-Option für Schalke im Vertrag beim VfB Stuttgart.

Nachdem der Baum auf der blauen Seite des Ruhrpotts nun auch langsam zu kokeln beginnt, ist man auf der gelben Seit schon länger dabei den lichterloh brennenden Baum zu löschen. Mit einem Sieg in der Champions League gegen Arsenal hätte man zumindest mal die Flammen ein Stück eindämmen können. Nach der verdienten 0:2-Niederlage hat man aber unbeabsichtigt nochmal einen Schuß Spiritus reingeschüttet. Das bringt selten etwas, das weiß man auch ohne Brandschutzhelferseminar. Helfen konnte sich vor allem die Kreativzentrale beim BVB nicht. Ziemlich ideenlos wirkten Mkhitaryan und Gündogan, Immobile hing vorne komplett in der Luft. Die Defensive um die zuletzt als Unsicherheitsfaktoren verpöhnten Subotic und Ginter sah größtenteils in Ordnung aus, war aber beim ersten Gegentreffer gedanklich noch in Paderborn. In der Folge stabiliserte man sich, allerdings ohne komplett frei von individuellen Fehlern zu bleiben.
Überragend war allein der Support der mobilen gelben Wand. Sie zeigte den traditionell als Operettenpublikum verschrienen Zuschauern im Emirates-Stadium wie Support geht. Nicht umsonst nannte man das Vorgängerstadion „Highbury, the Library“. Den Respekt für ihre Anhänger hat der BVB in Europa längst gepachtet. Den für ihre Leistung auf dem Rasen müssen sie sich erst wieder erarbeiten. Aber unter Beachtung aller absurden Regeln der Serie, springt am Wochenende dann in der Liga wieder ein Sieg raus. Nach dem Motto: Beide Wettbewerbe gleichzeitig geht nicht!