Schlagwort-Archive: fc bayern

Bolz & Grätsch E010 – Die 90er: What is Bolz? Baby don’t Grätsch me!

Mit neonfarbenen Knicktlichtern am Arm und fetten Plateau-Buffalos an den Füßen, geht es für die beiden DJ-Bobo-Fanboys auf eine Zeitreise in das schrillste und bunteste Jahrzehnt des Fussballs: Die 90er! Es wird über die gute alte Zeit gequatscht, in der Max & Micha als Kinder ihre Liebe zum Gekicke entdeckten und bis heute nie verloren. Die vielen eigenen Anekdoten umarmen den geneigten Hörer mit dem wohligen Gefühl der Nostalgie und erwärmen sein Herz, wie eine dicke Helly-Hansen-Daunenjacke. Rave on!

Für mehr von unserem Podcastprojekt, schaut doch mal auf ww.bolzgraetsch.de vorbei!

Bolz & Grätsch E008 – DGBGSAG

Herzlich willkommen zu: Die große Bolz & Grätsch Saisonabschluss-Gala! Deutschlands renommiertester Herrenmoden-Podcast lädt zur großen wettendassesken Gala im Forum Leverkusen. Wenn das Scheinwerferlicht angeht, sind die beiden Gentleman-Moderatoren unmittelbar auf Betriebstemperatur und im Grimme-Preis-Modus. Mit dem gewohnten Charme und der nötigen Portion Gag lassen sie einen Abend lang die Saison 16/17 Revue passieren und erinnern vor allem an die großen und kleinen Geschichten abseits des Platzes. Vergeben werden echte B&G-Pokale, die selbstredend aus digitalem 750er Gold bestehen. Deshalb: Sakkoknopf auf, hingesetzt und zugehört!

Für mehr von unserem Podcastprojekt, schaut doch mal auf ww.bolzgraetsch.de vorbei!

DIAGO investigativ: Hummels und der Kaffee

Neben dem ganz lustigen Kram, den wir hier bei DIAGO regelmäßig posten, sind wir natürlich auch knallhart und investigativ recherchierende Onlinedetektive mit blitzartigen Scrollfingern und einem Adlerauge für „Auffälliges“ in der Social-Media-Welt. So ist uns in den letzten Tagen natürlich nicht entgangen, dass Mats Hummels mal wieder mit einem Kaffee hantiert hat. Die Vorgeschichte war diese, auf Video festgehaltene und von Thomas Müller verlachte, Kaffeekatastrophe:

Der erneute Kontakt mit dem Bohnengesöff wurde auf Instagram festgehalten. Wir gewieften Netzermittler haben natürlich direkt einen Screenshot gemacht und Mats bei Twitter zur Rede gestellt:

Wieder hält er einen brandgefährlichen Becher in der Hand und wir konnten seine Finger durch den Bildschirm zittern hören. Wir haben das Teil sich schon wieder über seine Hose ergießen sehen. Doch Mats konnte uns beruhigen:

Hm, also kein Kaffee drin. Warum hält man dann einen leeren Becher in der Hand? Tee scheint keine Alternative zu sein. Oder ist das mal wieder ein Fussballermodetrend, den wir demnächst bei Fussballer, die den Swag aufdrehen bewundern können? Fake-Kaffeebecher-Bilder als Accessoire zum Posen, nach dem Motto: „Seht her, ich bin cool und trinke Kaffee aus To-Go-Bechern“? Ist das mittlerweile ein „Ding“? Der Vorteil wäre, dass man mit leeren Bechern nicht Gefahr läuft sich zu bekleckern. Auch wieder clever.

In taktischer Schönheit gestorben

„Ein Null-Null der besseren Sorte“ – So könnte man das nun vergangene Pokalfinale in einem Satz zusammenfassen, wenn man es sich ganz einfach machen will. Doch die Torlosigkeit ist eben nur das offensichtliche Merkmal dieser Partie gewesen.

Aus Sicht des FC Bayern war das Finale eine fast komplett runde Sache. Man kann im nachhinein resümieren, dass man in den 120 Minuten von Berlin als Favorit größtenteils spielbestimmend war, nur wenige wirklich gefährliche Konter zugelassen hat und am Ende vom Punkt auch noch die besseren Nerven hatte. Lediglich die Tatsache, dass man aus der Feldüberlegenheit das Spiel hätte eher entscheiden können, das war verbesserungsfähig.

Etwas diffiziler muss man die Leistung des BVB bewerten. Man hat mit den Bayern eine enorm spielstarke und variable Mannschaft sehr diszipliniert und vor allem erfolgreich verteidigt. Taktisch wurden im defensiven Bereich fast keine Fehler gemacht, wodurch die wirklich zwingenden Chancen der Münchner an einer Hand abzählbar waren. Das darf man absolut berechtigt als großes Lob auffassen. Vor allem Trainer Tuchel. Nach vorne hingegen hatten die Schwarz-Gelben selber lediglich einige Konterchancen, die letztlich ungenutzt blieben.

Das wiederum darf man durchaus als Enttäuschung feststellen, denn hier stand immerhin die beste Offensive der abgelaufenen Bundesligasaison auf dem Platz. Echte Druckphasen, in denen man den Gegner mal länger in der eigenen Hälfte beschäftigte, gab es fast gar nicht. Da muss man sich dann schon die Frage stellen, warum die Dortmunder nicht mutiger agierten und die Bayern wenigstens versuchten dauerhaft zu beschäftigen und vor Aufgaben zu stellen. Selbstverständlich ist defensive Disziplin gegen einen so starken Gegner, wie den FCB unabdingbar, um nicht unterzugehen. Doch ohne eben diesen offensiven Mut und die Bereitschaft ins Risiko zu gehen, wartet man als Gegner der Bayern auf einen Tod auf Raten. Spätestens im Elfmeterschießen, denn da wartet eben kein geringerer, als Manuel Neuer, der pauschal bereits die Chancen in der Elfmeterlotterie für den Gegner verkleinert.

Die taktisch so sichere Grundordnung lässt sich nur durch konsequente Provokation des taktischen Chaos ins Wanken bringen. So, wie es Atletico Madrid im Halbfinale der Champions League schaffte. Mit konsequentem Anlaufen, harter Zweikampfführung und Ausnutzen der gesamten Palette des Erlaubten, sowie auch der regeltechnischen Grauzone.  Der BVB hatte emotional anfällige Spieler, wie Ribery und Vidal bereits recht früh in der Partie mit einer gelben Karte belastet. Mit etwas taktisch klugem Sticheln in den Zweikämpfen hätte man hier eventuell einen Platzverweis provozieren können. Ribery hatte man ja bereits schon am Rande eines solchen. Das soll kein Aufruf zur Unfairness sein, doch eine gewisse Cleverness und das Ausnutzen des gesamten Reglements sind auch Mosaiksteine auf dem Weg zu einem Erfolg gegen den FCB. In dem Bereich war Dortmund schlichtweg zu „lieb“ und zurückhaltend.

Es bleibt das Fazit, dass der BVB hätte in dieser Partie öfter das Risiko suchen müssen. Was hatte man schon zu verlieren? Bayern war ohnehin Favorit. Warum also nicht, wie Atletico mutig und selbstbewusst das eigene Spiel aufzwingen? Natürlich hätte das schief gehen können, doch ein Versuch wäre es wert gewesen.

Audi Cup – Der gelebte Bayern-Bonus

Audi Cup live und in voller Länge im öffentlich rechtlichen Fernsehen. Das hat seit einigen Jahren Tradition in jeder Sommerpause. Nun, zunächst mal etwas ganz Banales: Der Audi Cup in München ist – auch wenn er noch so professionell aufgezogen wird und es einen formschönen Silberpokal zu gewinnen gibt – KEIN offizieller FIFA- oder UEFA-Titel. Nein, es ist auch kein Titel des DFB oder der DFL. Dieser Titel ist ein Erfundener. Er steht in keinem Vereinsbriefkopf und taucht auch (hoffentlich, wir haben es nicht im Einzelnen kontrolliert) in keiner Vita eines Spielers, die man beispielsweise auf deren Homepage lesen kann, auf. Wir haben auch noch nie ein Fanbanner oder ein Siegershirt gesehen, auf dem der Gewinn des Audi Cups verewigt wird. Dieser Titel hat also keine sportliche Bedeutung in der Welt des Fussballs und darf maximal ein kleines Sahnehäubchen auf einer erfolgreichen Vorbereitung sein.

Dass er trotzdem ausgespielt wird, ist aber natürlich vollkommen in Ordnung. Der FC Bayern schafft somit ein kleines Zwischenevent für seine Fans in der langen Sommerpause und gibt seiner Mannschaft eine Möglichkeit unter konstruierten Champions-League-Bedingungen gegen internationale Topgegner zu testen. Das ist wichtig für die sportliche Vorbereitung und andere deutsche Clubs machen es schließlich genauso. Hinzu kommen selbstverständlich auch einige Einnahmen durch Tickets, TV-Rechte und anderen vermarktungsrelevanten Dingen.

Doch was leider vielen Nicht-Bayern-Fans in Deutschland sauer aufstößt, ist die Tatsache, dass dieser Cup in seiner gesamten Länge inklusive Vorberichterstattung von öffentlich-rechtlichen TV-Sendern, diesmal vom ZDF höchstpersönlich und seinem Ableger ZDFinfo, übertragen wird. Und das zur allerbesten Sendezeit. Mit welcher Berechtigung wird ein inoffizielles Vorbereitungsturnier des FC Bayern München live und an zwei Tagen im öffentlich-rechtlichen TV übertragen, während das bei anderen Bundesligavereinen nicht der Fall ist? Denn auch diese haben zahlreiche Testspiele gegen europäische Fussballprominenz bestritten.

Gut, machen wir uns nichts vor: Die Begründung ist natürlich die, dass der FCB deutschlandweit das meiste Interesse auf sich zieht und somit am gewinnbringendsten zu vermarkten ist. Hohe Einschaltquoten sind damit garantiert. Wir hätten an dieser Stelle auch kein Problem, wenn das Turnier von einem privaten Sender übertragen worden wäre. Denn für den sind die Quoten selbstredend überlebenswichtig. Ein öffentlich-rechtlicher Sender, wie das ZDF, unterliegt allerdings einem anderen Reglement. Dieser ist durch Rundfunkgebühren finanziert und hat mit diesen bestimmte Auflagen zu erfüllen. Zum einen sollte ein ausgewogenes Maß an Sportarten gezeigt werden. Dass das bei der übermächtigen Stellung des Fussballs in Deutschland schwer machbar ist, ist schon richtig. Aber ein, wie eingangs erwähnt, inoffizielles Testturnier an zwei Tagen zur Primetime zu zeigen, ist ein Schlag ins Gesicht für alle anderen Sportarten.

Desweiteren wird dem Branchenprimus FC Bayern ein unnötig höheres Maß an Aufmerksamkeit gegenüber den übrigen Bundesligisten entgegengebracht, was logischerweise dazu führt, dass diese Vormachtstellung weiter gestärkt und ausgebaut wird. Hier sollte es eigentlich im Interesse von ARD und ZDF sein eine höchstmögliche Neutralität an den Tag zu legen. Verknüpft mit dieser höheren medialen Aufmerksamkeit ist der finanzielle Aspekt. Der finanzstärkste Verein wird damit noch weiter unterstützt, was die ohnehin weit geöffnete Schere zum Rest des Liga nicht gerade schließt.

Außerdem gilt nach 20 Uhr für die öffentlich-rechtlichen Sender eigentlich zu beachten, dass keinerlei Werbung gemacht werden darf. Da das Turnier aber nun mal Audi Cup heißt und Audi eine Marke ist, kommt man nicht umher das auch zu erwähnen. In den Statuten der Öffentlich-Rechtlichen heißt es zwar:

„Außerhalb dieser Zeit (gemeint ist nach 20 Uhr) ist mit Ausnahme der Übertragung von Großereignissen kein Sponsoring zulässig“

Ob der Audi Cup ein Großereignis ist? Nunja, mindestens diskussionswürdig.

Alles in allem bleibt ein sehr fader Beigeschmack, den das ZDF mit der Übertragung des Audi Cup hinterlässt. Der vielzitierte „Bayern-Bonus“ wird hier offenbar sehr ausgiebig gelebt. Unabhängig davon, dass er auf dem Platz nicht wirklich existiert.

Götze und die Suche nach dem Sinn

Mario Götzes Wechsel im Sommer 2013 zum FC Bayern war nicht weniger, als eine Verheißung. Eine Verheißung für den gesamten deutschen Fussball. Guardiola holte ihn nach München, um ihn dem Vernehmen nach zu seinem „neuen Messi“ zu machen. Messi, mutmaßlich der beste Fussballer, den dieser Planet bislang gesehen hat. Hier von einer simplen Drucksituation für Götze zu sprechen wäre eine absurde Untertreibung. Auf ihm lasten die Erwartungen nicht weniger, als ein Weltklasse-Spieler zu werden, der eine ganze Spielergeneration bestimmt. Die Vorzeichen waren schließlich überragend: Profidebüt mit 17, danach ein rasanter Aufstieg zum Leistungsträger und Edeltalent bei Borussia Dortmund. Dann der Wechsel nach München mit viel Getöse. Dass sich Götze bei diesem Transfer nicht korrekt verhalten hat, ist unbestritten. Doch die enormen emotionalen Reaktionen darauf sind eben auch in dem großen Talent von Götze begründet. Bei einem „normalen“ Talent wären die Reaktionen niemals in dieser Intensität ausgeartet. Das alles sind Indizien dafür, dass Götze in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit immer eine Sonderrolle spielt.

Zwei Jahre nach seinem Wechsel zum FCB steht Götze nun am Scheideweg. Er konnte in den vergangenen beiden Spielzeiten nie langfristig überzeugen, zuletzt saß er in den wichtigen Spielen nur noch auf der Bank. Wenn er spielte, wurde er von Guardiola meistens nicht auf seiner Sahneposition (Zehn) eingesetzt, sondern eher auf den Flügeln oder ganz vorne auf der falschen Neun. Dort kam er nie wirklich klar, tauchte oft ab und wirkte sogar lustlos. Immer wieder hörte man aus seinem Umfeld, dass Guardiola selbst wenig mit ihm redet, ihn nicht voll einbindet. Fatal für einen Spieler, wie Götze, der von seinem Naturell her durchaus Streicheleinheiten für das Ego braucht. Nicht zuletzt Löw bewies im WM-Finale mit seinem „Zeig der Welt-Spruch“  wie man ihn bestmöglich mental kitzeln kann.

Es ist nicht zu übersehen, dass von ihm stets erwartet wird, dass er voran geht. Eine Mannschaft mit seinem Können mitzieht. Im Stile eines Pirlos, Zidanes oder eben Messis. Doch diese Rolle passt einfach nicht zu ihm. Götze ist kein Leader. Götze ist ein edler Sidekick. Einer, der neben einer funktionierenden Achse, die das Team zieht, eine hervorragende Ergänzung für die zauberhaften Momente sein kann. In seinen BVB-Jahren wurde das System von Spielern, wie Hummels, Sahin, Piszczek, Kuba, Lewandowski oder Kehl als Gerüst getragen. Neben diesen arbeitenden, antreibenden und ordnenden Kräften hatte Götze die Freiheiten mit seinen enormen technischen Fähigkeiten die besonderen Momente heraufzubeschwören. Diese Rolle war ihm wie auf den Leib geschneidert und er erreichte Leistungshöhen, die ihn zu einem der begehrtesten Talente der Welt machten.

Nichtsdestotrotz entschuldigt das nicht die zweifelsohne vorhandenen lustlosen Auftritte Götzes. Doch die schlichtweg falsch kanalisierten Erwartungen an ihn sind zumindest eine Begründung. Vielleicht erwartet Götze aber auch noch von sich selbst, dass er diese Leader-Rolle spielt, weil es ihm eben immer wieder von Fans, Beratern und auch Trainern eingeredet wird. Und müht sich daran vergebens ab.

Bislang erklärten sowohl Götze selbst, als auch sein Trainer Guardiola immer wieder medienwirksam wie positiv die Zusammenarbeit doch wäre. Besonders Guardiola hatte vor der Presse immer wieder blumige Worte für ihn parat. Wie viel wirklich dahintersteckt, sei dahin gestellt. Während des Audi Cups hörte man nun erstmals in einem Interview Töne heraus, die bedeuten könnten, dass Götze selbst durchaus an einen Wechsel denkt.

„Wir werden sehen, was passiert.“

Und angesprochen auf die Kommunikation mit Guardiola:

„Es wird sich rausstellen, ob er öfter mit mir spricht. Ich lasse das auf mich zukommen, alles weitere wird man sehen.“

Klingt alles andere, als nach einem funktionierenden Spieler-Trainer-Verhältnis. Wie kann also eine Lösung aussehen? Dass Götze unter Guardiola noch glücklich wird, scheint immer unwahrscheinlicher. Dass Guardiola über die kommende Saison hinaus  noch Trainer beim FC Bayern bleibt, aber ebenso. Götze könnte also noch eine Saison „ertragen“, um dann bei einem neuen Trainer unter neuen Bedingungen durchzustarten. Doch ob es dazu kommt oder wer dann nun Guardiola beerben wird ist sehr vage und nichts worauf man sich verlassen kann. Ebenso blieben die riesigen Erwartungen des Bayern-Umfeldes, die ihn weiter als Königstransfer und Verheißung des deutschen Fussballs sehen werden.

Es bleibt die Alternative eines Wechsels. In einem ganz neuen Umfeld, ohne den hochemotionalen Bezug zu seinem Transfer vom BVB damals, kann er vielleicht nochmal neu beginnen und ein anderes Image aufbauen, was ihm eher gerecht wird. Problematisch wird dabei nur, dass der Verein Bayern München sich mit einem Verkauf von Mario Götze einen Fehler eingestehen müsste. Ob man dazu bereit ist, bleibt Stand jetzt fraglich. Letztlich scheint ein Wechsel aber die effektivste Lösung zu sein, um den Spieler Mario Götze wieder in das rechte Licht zu rücken.  Zeit genug bliebe in diesem Transferfenster noch.

The Global Schweinsteiger

Unumstrittener Stammspieler, Führungsperson, Legendenstatus bei den Fans, Topverdiener. Dies sind alle Gründe, die auf den ersten Blick so einiges auslösen können, aber nicht den Gedanken weg zu wollen. Es ist quasi die ultimative Komfortzone, die Bastian Schweinsteiger sich in seinen 17 langen Jahren beim FC Bayern hart erarbeitet hat. Wer acht Meistertitel, sieben Pokalsiege, einen Champions-League-Titel und als absolutes I-Tüpfelchen den Weltmeistertitel holt, der wird von den Fans verehrt. Und wer verehrt wird, der hat eigentlich keinen Grund die fussballerische Heimat zu verlassen. Eigentlich.

Schweinsteiger stellt sich in diesem Sommer, entgegen aller Nestwärme in München, einer ganz neuen Herausforderung. Ab diesem Sommer schließt er sich für drei Jahre den Red Devils aus Manchester an. Dort erwartet ihn, neben einem in einer Rehabilitationsphase befindlichen internationalen Topclub, sein alter väterlicher Fürsprecher Louis van Gaal. Schon in frühester Kindheit ist mit Fotos, auf denen er das damalige United-Trikot trägt, eine gewisse Affinität zum Club aus Manchester protokolliert. Er selber stellte nach dem Wechsel auch klar, dass United der einzige Club sei, für den er den FC Bayern verlassen hätte. Selbstverständlich dürfte auch der neue Vertrag nicht allzu knapp ausfallen. Gerüchten zufolge soll er sogar Yaya Touré als bestbezahlten Spieler in der Geschichte der Premier League ablösen. Ob es tatsächlich so hoch ist oder nicht, eins steht fest: Auch finanziell verbessert er sich deutlich.

Doch sind diese Gründe wirklich gewichtig genug, um seinen Herzensverein, in dem man alles erreichen konnte, zu verlassen?
Sie spielen sicher eine Rolle, doch die Hauptintention dürfte eine andere sein. Die Gründe klingen logisch, aber dahinter steckt ein Masterplan, etwas Größeres, als „nur“ ein Wechsel zu einem anderen Verein.
Schweinsteiger möchte endgültig zu einem der ganz großen Namen im Weltfussball werden. Mit seiner Vita und den damit verbundenen Titeln, ist er natürlich auch jetzt schon vom internationalen Ansehen her über jeden Zweifel erhaben. Doch zu einer globalen Marke wird man erst, wenn es einen weiter verschlagen hat, als lediglich die bayrische Hauptstadt. Ein Club, wie Manchester United, der in der besten Liga der Welt spielt, bringt eben deutlich mehr Glamour mit. Glamour ist ein entscheidender Faktor, wenn es darum geht seinen persönlichen Marktwert außerhalb des Platzes zu steigern. Je höher die internationale Beachtung eines Clubs, desto mehr profitiert der Spieler davon.

Doch lediglich von seinem Arbeitgeber zu profitieren, reicht Schweinsteiger nicht aus. Er möchte sich selbst weiterentwickeln, seine Persönlichkeit schleifen. Einen kleinen Beweis dafür liefert er direkt zu Beginn. In seinem ersten Interview als United-Spieler überzeugt er mit perfektem Englisch, Eloquenz und einer Portion Humor.

Genau die Eigenschaften, die einen „global player“, wie Schweinsteiger einer werden will, auszeichnen. Er fühlt sich sichtlich wohl in dieser neuen Rolle. Ein deutsches Aushängeschild im Ausland und weltweites Vorbild. So stellt er sich seine Karriere vor.  Unterstützt wird er umso mehr von seinen Werbepartnern. Mit dem Audiotechnikhersteller Beats Electronics wird er zu seinem Abgang vom FC Bayern mit dem passenden Goodbye-Video maßgeschneidert in Szene gesetzt. Gänsehaut garantiert.

Die Verwandlung vom Basti aus Bayern zum Global Schweinsteiger ist also eingeleitet. More to come!