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Spielmacherkonferenz 2017 in Hamburg

Wir waren mal wieder im Namen der komödiantischen Fussballunterhaltung investigativ unterwegs. Diesmal verschlug es uns nach Hamburg. Genauer gesagt auf die Spielmacherkonferenz. Eine Zusammenkunkft von allem, was Rang und Namen hat im Sportmarketingbusiness. Und uns.

Die Kernfrage aller Vorträge und Panels war:

„Wie entwickelt sich der Fussball in den kommenden Jahren?“

Dies wurde hauptsächlich aus marketingtechnisches Blickpunkten betrachtet, die sich natürlich vor allem damit beschäftigen, wie der Fan als Konsument bestmöglich erreicht werden kann. Dort wurde der Blickwinkel der Vereine durch St. Pauli, VfB und BVB vertreten, aber auch die andere Seite der Marketing, die übertragenden TV-Sender und Webportale mit Perform-Group-Chef Dirk Ifsen, Transfermarkt.de-Chef Matthias Seidel und Onefootball-Chef Lucas von Cranach, kamen zu Wort. Doch auch der sportliche Aspekt kam nicht zu kurz. Ex-Profi Stefan Reinartz stellte ausführlich seinen Statistikansatz „Packing“ vor. Beeindruckend eloquent und vor allem deutlich fundierter, als dies während der EM 2016 allgemein in der Presse getan wurde. Darüberhinaus blieb eine von Taktikguru Tobias Escher geführte Diskussion über Jugendspielerförderung in Erinnerung. Besonders polarisierend war der Livepodcast der Online Marketing Rockstars Philipp Westermeyer und Sven Schmidt zum Thema Vermarktung der Bundesliga nach Vorbild der amerikanischen Sportligen NFL, NHL, NBA und MLB.

Alles in allem konnten wir sehr viele hochinteressante Ideen aufschnappen, sehr gute Kontakte knüpfen und einen intensiven Einblick in die Welt des Fussballmarketing mitnehmen. Ein rundum gelungener Tag.

Hier noch ein wenig Bildmaterial:

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Auslosung unter Eventzwang

Was ist eigentlich aus der klassischen Auslosung an sich geworden? Früher wurden da die bekannten Plastikbälle auf die Bühne gestellt, irgendein schlecht gekleideter Funktionär hat die Bälle gezogen und fertig. Das Hauptziel einer Auslosung wurde schnellstmöglich erreicht. Nämlich die Beantwortung der Frage: Wer gegen wen?

Doch heute wird man gefühlte Ewigkeiten von ZDF und ARD​ am Bildschirm gehalten, nur um die Sendezeit künstlich zu strecken. Dies wird dann erreicht, indem die Auslosung als verkappte Show daherkommt. Der pseudo-dynamische Moderator gibt dabei den Leiter und bindet die einzelnen Showelemente in wahnsinnig gezwungener Form ein. In diesem Fall fragt Bommes im Sportschau Club immer wieder bei seinem Sidekick Arnd Zeigler nach, der dann kurz zu Wort kommt und einen Einspieler zeigt. Für die insgesamt zwei Minuten Sendezeit, die er zu sehen ist, wäre es nicht nötig gewesen extra einen Tisch mit Fanartikeln zu dekorieren. Es hätte gereicht, wenn man die Einspieler einfach so gezeigt hätte.

Nichts gegen Zeigler, ansonsten ein kompetenter Mann, aber diese gekünstelte Sidekickrolle steht ihm einfach nicht. Da kommt er dann als seltsamer Fussballnerd daher, der gerade aus seinem mit Sammelobjekten vollgestellten Hobbykeller gerissen wurde. Das passt keinesfalls zu der einstudierten Moderation von Bommes, die einem das Gefühl vermitteln soll, dass die Öffentlich-Rechtlichen modern seien. Niersbach steht verloren dazwischen und faselt von alten Tagen, während ein Skifahrer (Felix Neureuther) die Kugeln zieht.

Dieser Kombination dann derart lange zuhören zu müssen, bis man endlich an die elementaren Informationen gekommen ist, ist ermüdend. Einfach nur die Paarungen erfahren, ohne die große Show drumherum. Das scheint nicht mehr zu gehen. Alles muss besonders „eventig“ sein. Man muss das Gefühl haben etwas Angesagtes zu gucken, sonst geht es wohl nicht mehr. Gerade die Sportschau hat sich aber schließlich stets dafür ausgesprochen sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Nämlich den Fussball. Doch das scheint in der heutigen Medienwelt nicht mehr zu gehen.

Also müssen wir auch weiter mit Alexander „Weiter geht’s“ Bommes und Arnd Zeigler in seiner schlechtesten Rolle leben.