ARD Fremdscham-Club

Lieber Arnd Zeigler,

… halt, zu förmlich.
Arnd, alte Gartenzwiebel! Wir müssen uns mal unterhalten:
Lange Zeit habe ich dich in der TV-Welt des Fussballs als erfrischend andersartigen Medienvertreter wahrgenommen. ‚Andersartig‘, das darfst du als Kompliment nehmen!
Zwischen den ganzen schlecht informierten Pseudoexperten der Öffentlich Rechtlichen, die Ihr angebliches Fachwissen mühselig und lückenhaft aus unpassenden Statistikblättern und bild.de-Artikel-Überschriften haben, hatte ich bei dir immer den Eindruck, dass du einer von uns bist.
Uns, damit meine ich die wahren Fussballfans, die Ihr Wissen und Ihre Meinung aus jahrzehntelangem Fussballgucken, -spielen und darüber Reden haben. Wenn Fussball eine Leidenschaft ist, ist nichts in Verbindung damit mühselig. Kein unterklassiges 0:0 im Abstiegskampf, keine Grundsatzdiskussion über den Lieblingsverein mit dem angeheiterten Trunkenbold an der Theke der Kneipe um die Ecke.

Du musst nicht erst bei Wikipedia nachgucken, welchen Tabellenplatz Werder Bremen in Saison XY belegte, du weißt es einfach. Kein noch so absurder Fehleinkauf der letzten 20 Jahre ist dir entgangen. Um so schockierter musste ich gestern deinen Auftritt im Sportschau WM-Club mit Klatschpappen-Publikum und selbsternannten Eventfan-Promis zur Kenntnis nehmen. Zwischen peinlichen Berichten über euphorische Autocorso nach einem dürftigen 2:2 gegen Ghana und Interviews mit 17-Jährigen „Schland-Girls“, die weder einen deutschen Nationalspieler kennen, der älter als 20 ist, noch wissen, wie das Spiel ausging, wirktest du wie ein Fremdkörper für mich.

Bitte lieber Arnd, lass mich in Zukunft nicht wieder mit dem Kopf schütteln, wenn ich dich im TV sehe. Das hast du definitiv nicht nötig!

Beitragsbild: Quelle

Der heimliche Star

Miguel Herrera, der heimliche Star dieser WM.

Keiner tickt so herrlich cholerisch an der Seitenlinie rum, wie er.
Keiner wirkt in einem schicken Anzug so deplatziert wie er. Gebt dem Mann endlich einen Ballonseide-Trainingsanzug Marke 90er-Jahre-Schrebergartenbesitzer in Gelsenkirchen-Ückendorf.
Und Huub Stevens sitzt gerade irgendwo in einer Kerkrader Eckkneipe und trinkt darauf ’nen Vla mit Schuss.

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Kleiner Nachtrag zu Herrera:
Fälschlicherweise wurde behauptet, dass er mexikanischer Nationaltrainer wäre.
Aktuelles Bildmaterial beweist jedoch eindeutig, dass es sich dabei um Jabba the Hutt handelt.

 

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