Von der Kreisliga lernen, heißt siegen lernen

Die Bundesliga hat heute verkündet, dass der offizielle Spielball ab der Saison 2018/2019 nicht mehr von Adidas gestellt wird, sondern von Derbystar. Derbystar? Ja, richtig gehört. DER Kreisligaball schlechthin. Die Bälle der Marke Derbystar rollen zu Zehntausenden jeden Sonntag über die holprigen Ascheplätze und etwas weniger holprigen Kunstrasenplätze des Landes. Streng genommen rollen sie eher selten kontrolliert. Meist hoppeln sie, werden von unbeholfenen Füßen aus dem Sechzehner katapultiert oder finden sich nach einem Torabschluss in einem angrenzenden Teich wieder.

Das wird in der Bundesliga sicher etwas anders aussehen, dennoch kommt auf die hochbezahlten Filigranfüße eine echte Umstellung zu. Denn ein echter Derbystar ist kein Hightech-Leichtgewicht-Ball, der schon bei einem leichten Windhauch über das Tor fliegt. Nein! Der Derbystarball ist ein bodenständiges Arbeitermodell. Um mit diesem Ball einen satten Torschuss hinlegen zu können, muss man einiges investieren. Vor allem Kraft. Reichlich Kraft. Es soll schon Kreisligakicker gegeben haben, die sich beim Torschussversuch mit einem regennassen Derbystar den Mittelfuß gebrochen haben. Glatter Bruch, sechs Wochen Gips, der Ball hat nur gelacht. Marco Reus sollte sich gegebenenfalls die Sache mit einem Auslandswechsel nochmal überlegen, denn mit seinen zerbrechlichen Füßchen könnte das schwierig werden.

Auch das Defensivverhalten wird sich drastisch ändern. Bei der Wucht eines geschossenen Derbystarballs wird sich jeder Spieler zwei Mal überlegen, ob er sich in die Schussbahn wirft und versucht diesen zu blocken. Schließlich riskiert man ungern schwere Prellungen, wie nach einem Boxkampf. Der Verschleiß an Tornetzen, sowie Torgestängen an sich wird drastisch steigen. Das gewöhnliche Bundesligaaluminium ist einem solchen Ball schlichtweg nicht gewachsen. Wohingegen wir endlich mal erleben könnten, wie ein Spieler das Tornetz zerschießt. Ganz nach dem Vorbild der Zeichentrickserie Captain Tsubasa.

Auf der anderen Seite wird der Fussball in der Bundesliga aber auch wieder viel ehrlicher werden. Zweikämpfe, Schmerzfreiheit und Willenskraft gewinnen wieder an Bedeutung, während filigranes „Klein-„Klein“ eher zur kaum machbaren Kür wird. Mit dem Wechsel des Spielballherstellers kehrt die Liga zurück zu ihren Wurzeln. An die Basis aller Fussballkunst Deutschlands: Der Kreisliga. Schön.

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