#DIASHOW11 – The Bundesliga rises

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Leipzig führt die Tabelle an.  Was sich wie eine Schlagzeile der DDR-Liga aus den 80er-Jahren anhört, ist tatsächlich nun Realität in der Bundesliga des vereinigten Deutschlands. Mit ein wenig monetärer Hilfe aus Österreich ist der wilde Osten wieder zurück im Herzen des Fussballoberhauses in Deutschland. Gleichzeitig ist Leipzig aber auch einer der Gründe dafür, dass der Bundesliga wieder neuer Atem eingehaucht wurde. Nach vier langen Saisons der uneingeschränkten Herrschaft des FC Bayern, während derer die Schale virtuell schon im Januar im Schnee übergeben wurde, haben wir nun erstmals wieder ein offenes Rennen um Platz 1.

Die schwarz-gelben Ritter bringen die Spannung zurück

Doch der ausschlaggebende Grund dafür, dass wir nun nach elf Spieltagen einen offenen Titelkampf haben, ist nicht nur der Leipziger Höhenflug. Borussia Dortmund sorgte am Samstagabend dafür, dass der allmächtige FC Bayern endgültig sein menschliches Gesicht zeigte. Die deutsche Medienlandschaft hatte sich ja bereits im Vorfeld entschieden dieses Aufeinandertreffen fortan als „Klassiker“ zu bezeichnen. Klassischer, als jede Sonate von Johann Sebastian Bach hatte dieses Spiel die perfekte Bühne bekommen, um das ganz große Orchester auffahren zu können: Samstagabend, Flutlicht, Wolff Fuß, Westfalenstadion. Wer da nicht mal ganz kurz eine Hühnerpelle verspürt, sollte demnächst eventuell eher beim großen Kniffelabend mit einer lauwarmen Kamillenteeschorle im örtlichen Altersheim zusehen.

Zunächst standen vor allem die beiden Coaches und ihr Matchplan im Vordergrund.

Thomas Tuchel wählte dabei für sein Team den weitaus mutigeren Plan und nahm dem FCB, vor allem in den ersten 20 bis 25 Minuten, mit teils brutalem Pressing bzw. Gegenpressing die Luft zum Atmen. Durchaus folgerichtig ging sein BVB auch in der 11. Minute durch Aubameyang in Führung, der von der starken Vorarbeit von Götze profitierte. Überhaupt wollte Götze offenbar nachdrücklich den Beweis antreten, dass sein Münchener Gesicht nicht das wahre ist. Obligatorisch griff bei Neuer nach dem Treffer der Reklamierarm-Reflex und rief auf der Stelle die gesamte Twitter-Belegschaft auf den Plan. Stellvertretend dafür:

Nach der äußerst dominanten Druckphase von Schwarz-Gelb, kam der amtierende Meister besser in die Partie. Der Druck nahm bis zur Halbzeit immer mehr zu, doch ohne ein echtes Plus an hochkarätigen Torchancen zu kreieren. Vor allem Bartra musste ab Mitte der ersten Hälfte höllisch aufpassen. Denn nach einer frühen gelben Karte beließ es Schiedsrichter Stieler dann nach einem taktischen Foul an Lewandowski bei der allerletzten Ermahnung.

Die zweite Hälfte begann unverändert. Die Bayern machten das Spiel, Dortmund konnte weitestgehend nur noch reagieren. Die Chancen wurden zwingender und der BVB musste sich mehrfach von Bürki, der Latte oder der Abseitsfahne retten lassen. Mitten rein in diese Phase fiel ein katastrophaler Fehlpass von Routinier Alonso. Freistehend spielte er einige Meter vor der Mittellinie blind einen Rückpass zwischen die Innenverteidiger. Blöd nur, dass da lediglich Aubameyang stand, der die Turbinen anwarf und auf und davon war. Alonsos einziges Glück in dieser Szene war, dass Neuer mit seiner Präsenz das Tor verrammelte und Aubameyang nicht mehr, als einen Gewaltroller zustande brachte. Die Fragen nach Alonsos Eignung für die Zwecke der Münchner werden nicht leiser:

Wir sagen: Altersbedingt fehlen ganz einfach die entscheidenden Sekundenbruchteile in der Handlungsschnelligkeit, weswegen er in den Spielen gegen die großen Gegner immer wieder Schwächen zeigt.

Nach diesem Schreckmoment in der bayrischen Defensive, wurde der BVB im eigenen letzten Drittel wieder stabiler und hielt bis zum Schlußpfiff den Laden zusammen. Lediglich in der Nachspielzeit musste Bürki noch einen Lewandowski-Kopfball um den Pfosten gucken. Etwas angefressen gab Lahm nach dem Spiel im Interview zu Protokoll: „Das ist schön für die Liga, das haben sich doch alle gewünscht“. Schön ist in erster Linie mal, dass auf der Schale diesmal nicht gefühlt Schnee liegt.

Im Westen blüht der Osten auf – Urknall im Rheinderby

Die gute alte Standardphrase, wenn irgendwo im Westen Deutschlands etwas passiert, greift an diesem Spieltag ganz sicher nicht: Im Westen gab es reichlich Neues. Zunächst schwang sich RB Leipzig am Freitagabend in Leverkusen dazu auf, die Tabellenspitze zu erklimmen. Doch der Weg dorthin war alles andere, als leicht. Zwei Mal lagen die Leipziger zurück, kamen aber jedes Mal zurück und fuhren am Ende sogar den 3:2-Sieg ein. Manch einer sprach vor der Partie noch spöttisch von einer „Dauerwerbesendung“, wenn Bayer Leverkusen und RB Leipzig aufeinander treffen. Doch wenn der Busfahrer der Leipziger die Farbbomben nicht von der Windschutzscheibe gewischt hätte, wären sie sogar mit sechs Punkten nach Hause gefahren.

Bei RB hat man die Aktion eher mit Humor genommen. Man ist nun der historisch beste Aufsteiger und thront vom Gipfel der Liga. Ob das am Ende reicht, um das Lauterer Märchen von 1998 zu wiederholen, ist noch nicht abschätzbar. Vergleichbar sind beide Aufsteiger ohnehin nicht. Ein passenderer Vergleich ist vielmehr das Hoffenheim der Saison 2008/2009. Die TSG überwinterte sogar auf dem ersten Platz, brach aber letztlich im Verlaufe der Rückrunde deutlich ein und wurde am Ende dennoch beachtenswerter Siebter. Ob und wann der Einbruch in Leipzig folgt, wissen wir vielleicht erst nach dem 16. Spieltag, wenn der Aufsteiger nach München muss.

Noch etwas weiter westlich, in Mönchengladbach, stieg das Rheinderby zwischen der Gladbacher Borussia und dem FC aus Köln. Die Vorzeichen waren klar: Gladbach braucht Punkte um den Negativtrend zu stoppen und den Anschluss an das obere Drittel der Tabelle zu finden, während Köln genau in diesem Drittel bleiben möchte. Gladbach startete, wie versprochen und ging durch Stindl in Führung. Doch der FC kam durch ein Tor des Vollzeitgoalgetters Modeste zurück und glich aus. Als sich alles schon mit einer schiedlich friedlichen Punkteteilung abgefunden hatte, wollte sich Risse in der 91. Minute nochmal kurz zu Wort melden. Er hatte eine absurde Pointe für dieses Spiel parat, sagte sich wohl innerlich „Kumm dän hau isch d’r umme Ohr’n“ und jagte einen direkten Freistoß aus gut 22 Metern unhaltbar in den Giebel. In good old Cologne war plötzlich wieder Fastelovend und der Höhenflug geht weiter. Horn-Ersatz Kessler hatte wohl die bedeutsamsten Worte nach diesem Spiel: „Du versaust hier 50.000 Menschen irgendwie die Party und dafür spielst du Fussball“.

In Gladbach hingegen verdichtet sich die Unruhe. Auch wenn Eberl noch konkrete Antworten parat hat:

Der „Sympatico“ in Mainz und die Einschlafhilfe in Augsburg

In Mainz trafen sich an diesem Spieltag die wohl sympathischsten Mannschaften der Liga. Bei wohl keinen anderen Vereinen gibt es weniger Missgönner, als bei diesen. Und so dachten sich beide Teams auch: „Wenn uns schon keiner hasst, bieten wir wenigstens was für das Geld!“. 4:2 hieß es am Ende für die 05er und selbstverständlich hatten sich nach dem Abpfiff alle lieb. So lieb, dass man sich gleich noch für ein Rückspiel im nächsten Jahr verabredete, diesmal dann allerdings in Freiburg. Schön.

„Plötzlich Spitzenteam“ wäre wohl der Titel, wenn man die Spiele der Hertha seit der Rückrunde der letzten Saison verfilmen wollte. Tabellarisch ist man auch weiter im oberen Drittel dabei, auch wenn man beim 0:0 in Augsburg wahrlich keine Topleistung zeigte. Das Twitterteam der Hipster-Hertha war aber selbstverständlich wieder auf Betriebstemperatur:

Alter.

Schalke weiter auf großer Wiedergutmachungstour – Zweite Liga in Darmstadt

Schalke ist weiter dabei den grauenvollen Saisonstarn aus dem Gedächtnis seiner Fans zu löschen. Das gelingt weiterhin, in Wolfsburg gab es erneut einen Dreier. In Wolfsburg hingegen verschärft sich die sportliche Krise. Als hätte man bei VW nicht gerade schon genug Probleme:

Weiterhin denkt Coach Ismael darüber nach wieder als Dennis-Rodman-Lookalike Geld zu verdienen.

Wenn Dortmund gegen Bayern wie das schillernde Las Vegas klingt, dann klingt Darmstadt gegen Ingolstadt eher so nach Hoyerswerda. Auch tabellarisch traf sich der Keller und nicht die Luxussuite im zweiten Stock. Das Spiel hielt, was es versprach und war wahrlich nichts für die Gourmetabteilung. Ehrlicher, gearbeiteter Fussball. Mit dem besseren Ende für Neu-Coach Maik Walpurgis und seinen FCI. Offen bleibt nur, was sie früher mit Herrn Walpurgis bei seiner Haarfarbe gemacht hätten, wenn dieser während der Walpurgisnacht… aber egal.

Im Norden brennt noch Licht

Der Fussballnorden ist schon seit einiger Zeit wirklich schwer gebeutelt. Planloses Management gibt sich dort ja quasi die Klinke in die Hand. Umso schwerer war die Aufgabe also für den HSV gegen das aufstrebende Hoffenheim zu bestehen, das gegen die Bayern einen Punkt holte. Kann man beim HSV eigentlich mittlerweile von Katastrophentourismus oder Leichenbeschauung sprechen, wenn man sich deren Spiele ansieht? Doch die Hamburger hatten eine unerwartete Antwort auf die nie enden wollenden HSV-Witze: 2:2! Beachtliche Leistung für die Relegationskönige, mit der auch global gesehen nicht zu rechnen war:

Auch der andere norddeutsche Patient war kurz davor sich etwas Luft zu verschaffen. Im Spiel gegen die Frankfurter Eintracht konnte man endlich mal das volle Offensivarsenal auffahren, angeführt von San-Marino-Zerstörer Gnabry. Was bis kurz vor Schluss auch nach einem Punktgewinn aussah, wurde in der Nachspielzeit jäh niedergeschlagen.  Doch die Ansätze lassen immerhin hoffen.

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