Europas König

Nur noch zwei lausige Tage, bis die Endrunde der Europameisterschaft in Frankreich endlich beginnt. Endlich wieder jeden Tag mehr Stunden mit Fussball-Live-Übertragungen verbringen, als mit Arbeiten oder sozialen Kontakten. Die braucht ohnehin keiner, wenn man doch vom Toastbrot bis zum Shampoo alles in offizielle Schland-Artikel ausgetauscht hat. Doch wie auch immer jeder von euch das Drumherum für die nächsten Wochen Vollfussballbeschallung auch gestaltet, der sportliche Ausgang ist schwer vorherzusehen. Wer hat realistische Chancen die silberne Urne am 10. Juli in die Höhe zu recken? Und wer wird in der sportlichen Bedeutungslosigkeit versinken? Wer wird uns alle überraschen? Wir haben uns mal an diese Fragen herangewagt und das Teilnehmerfeld in fünf verschiedene Kategorien unterteilt.

 

  • UNDERDOGS

underdogs

Diese Länder werden keine nennenswerte Rolle spielen. Für viele von ihnen ist es viel mehr ein Erfolg überhaupt dabei zu sein. So trifft das auf Rumänien, Albanien, Nordirland, Ungarn und Irland zu. Die Aufstockung der Endrunde auf 24 Teams macht es möglich. Zwei andere Nationen haben in den vergangenen Turnieren sicherlich mehr Renommee bekommen. Nämlich Tschechien und Russland. Doch beide scheinen bei diesem Turnier keinen konkurrenzfähigen Kader zusammenbekommen zu haben. Daher geht es auch mit wenn überhaupt geringer Punktzahl für alle diese Länder nach der Vorrunde nach Hause.

  • MITTELMAß

mittelmaß

Diese Teams werden wohl über den Status eines Mitläufers nicht hinaus kommen. Je nach Gruppenlage mit geringer Wahrscheinlichkeit vielleicht ein Zweiter Platz, aber danach ist auch direkt Ende. Bei Polen (Lewandowski), Schweden (Ibrahimovic), Ukraine (Yarmolenko) und Slowakei (Hamsik) ist vor allem das Problem, dass ein Topspieler allein nicht das ganze Team tragen kann. Schon gar nicht bei einer EM-Endrunde. Die Türkei und die Schweiz sind in der Breit zwar mit international erfahrenen Spielern aufgestellt, doch hier fehlt dann das gewisse Etwas an Topspielern, die diese Teams höher hinaus katapultieren könnte. Portugal wird eine der großen Enttäuschungen. Auch hier wird ein Ronaldo, vor allem nicht nach einer kräfteraubenden Saison mit Real Madrid, alleine das Team nicht tragen. Zwar gibt es um ihn herum viele sehr talentierte junge Spieler mit großer Zukunft und einige international Etablierte, doch ein echtes Team stellt das nicht dar. Daher wird es für Portugal diesmal früh in den Urlaub gehen.

  • SHOOTINGSTARS

mittelmaß

Das werden die positiven Überraschungen in diesem Turnier. Teams, die es mit etwas Glück deutlich weiter schaffen könnten, als man ihnen auf dem Papier zutrauen würde. Wales kommt mit einer von Euphorie geprägten Never-Give-Up-Mentalität, die viele fussballerische Mängel überdeckt. Eingeschworene Gemeinde, gepaart mit der Extra-Klasse von Bale und Ramsey. Österreich und Island kommen mit dem Schwung einer guten Qualifikationsrunde und können auf einen eingespielten Kader mit internationaler Qualität bauen. Kroatien kann da sogar noch einen draufsetzen und hat mit Modric und Rakitic sogar echte Weltklasse an Bord. Fazit: Kann weit gehen!

  • FAVORITEN

favoriten

Ein recht breiter Favoritenkreis. Frankreich, Deutschland und Spanien haben die nominell wohl stärksten Kader in diesem Turnier mit Weltklassespielern en masse. Allerdings ist bei Spanien seit der WM 2014 ordentlich Sand im einst so zuverlässigen Motor. Die zweifellos immer noch vorhandene Klasse, die mit nachrückenden Top-Talenten verstärkt wird, bringt das Team nicht immer gewinnbringend auf den Rasen. Man hat den Eindruck, dass das Teamgefüge nicht mehr so perfekt zusammenpasst, wie noch in der Zeit von 2008 bis 2012. Dennoch muss eine derartig besetzte Mannschaft zum Favoritenkreis zählen. Frankreich kann ebenfalls auf eine Reihe Weltklasse zurückgreifen, die vor allem vom Heimvorteil profitieren wird. Doch zwei Dinge könnten dazwischen funken: Der enorme Druck in der Heimat das Turnier zu gewinnen und die Defensive, die nicht mit der Stärke der Offensive mithalten kann. Zumal dort mit Varane und Sakho die wohl etatmäßige Innenverteidigung Nr. 1 ausfällt. Deutschland tritt als Weltmeister mit breiter Brust an. Der Teamzusammenhalt ist unverändert groß. Der Schlüssel zum Erfolg bei der WM 2014 wird auch dieses Jahr wieder entscheidend. Lediglich die Ausfälle von Reus und Gündogan schmerzen und schränken die Alternativen ein. Entscheidend wird, ähnlich wie bei Frankreich, ob Löw seinem Team bei aller zweifellos vorhandenen Offensivpower die nötigen defensiven Disziplin mitgeben kann. Ist das der Fall, dann ist das Double aus WM und EM zum Greifen nah.
Belgien ist schon lange kein Geheimfavorit mehr. Wer auf einen derart hochgradig besetzten Kader setzen kann, wie die roten Teufel, ist alles andere, als geheim. Bitter ist nur, dass Kapitän und Defensivstabilisator Kompany ausfällt. Daher bleibt die Frage, ob dieser Ausfall kompensiert werden kann und ob Wilmots die PS seines Kaders voll auf die Straße bringen kann. England hingegen könnte die große Überraschung werden. In den vergangenen Turneiren stets als überschätzt und planlos verlacht, kommen die Three Lions diesmal mit einer jungen, dynamischen Truppe, die sehr gut zueinander zu passen scheint. Shootingstars, wie Stones, Dier, Alli, Kane, Vardy oder Rashford haben dem angestaubten englischen Nationalteam neues Leben eingehaucht. Bleiben sie von Verletzungen verschont und wachsen weiter zusammen, ist ihnen auch der Titel zuzutrauen.

 

  • DIAGO-PROGNOSE

finale

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