Er ist wieder da

Man stelle sich das nur mal vor: Klopp wacht ein Jahr nach seinem Rücktritt beim BVB im Dortmunder Westfalenstadion auf und läuft, ob der veränderten Umgebung, zunächst orientierungslos durch die Gegend. Verwirrt schlendert er langsam zum Trainingsplatz, auf dem er die aktuelle Mannschaft trainieren sieht. Ihm fällt sofort der kontrollierte Ballbesitzfußball auf, den sein Nachfolger Thomas Tuchel scheinbar etabliert hat. Dieser unterscheidet sich deutlich von Klopps ursprünglich erdachtem Vollgasfußball mit brutalem Pressing und gefällt ihm daher eher weniger. Die am Spielfeldrand stehenden Trainingskiebitze halten ihn zudem für einen Klopp-Imitator und nehmen ihn daher nicht sonderlich ernst. Eine nahe gelegene Kneipe kann er vorerst als Unterschlupf nutzen.

Nicht unweit des Trainingsplatzes dreht ein eher erfolgloser Regisseur von Trainingslehrvideos einige Szenen mit Jugendspielern. Diese kommen bei seiner Agentur erneut nicht gut an, woraufhin er seinen Job verliert. Bei genauerer Ansicht seiner Videos stellt er jedoch fest, dass im Hintergrund Klopp zu erkennen ist. Nachdem er ihn in der benachbarten Kneipe endlich finden konnte, unterbreitet er ihm den Vorschlag ein gemeinsames Lehrvideo für Trainer zu drehen. Nicht zuletzt um von seiner Agentur wieder eingestellt zu werden. Das Video ist auf Anhieb ein voller Erfolg, der zu einer sofortigen Rückkehr in seine Agentur führt. Klopp bekommt schließlich eine eigene Taktikreihe im Aktuellen Sportstudio und schmiedet wieder Pläne, wie er auf den Trainerstuhl bei Borussia Dortmund zurückkehren kann. Doch durch seine emotionalen Ausbrüche nimmt er eher eine unfreiwillig komische Rolle ein.

Wenig später wird Klopp als polarisierende Medienfigur bei Markus Lanz eingeladen. Dieser konfrontiert ihn mit einem bisher geheimen Video, dass ihn zeigt, wie er auf dem Trainingsplatz ein kleines Kind abschießt und darüber herzhaft lacht. Postwendend schwindet sein neuerlich aufgekommener Ruhm wieder und er gerät zunehmend in die Kritik. Während er öffentlich versucht seinen Ruf wieder aufzupolieren,  schreibt er ein Buch über die Geschehnisse seit seiner plötzlichen Rückkehr. Es wird ein viel gefeierter Bestseller, der wenig später bereits verfilmt wird.

Als Klopp aus, dem vom ZDF gestellten Hotelzimmer, auszieht, kommt er bei seiner Sekretärin unter. Die etwas demente, aus Gelsenkirchen stammende Großmutter seiner Sekretärin erkennt plötzlich den echten Klopp in ihm. Nach diversen Diskussionen fällt auf, dass auch nach diesem Ereignis Klopp seine vermeintliche Rolle weiterspielt. Verwirrt darüber stellt seine Sekretärin Nachforschungen an, die seine Kollegen beim ZDF an seiner wahren Identität zweifeln lassen.

Vor den ZDF-Studios wird Klopp von einigen Schalke-Fans böse zusammengeschlagen. Daraufhin wird er in den Medien als Märtyrer für die emotionale Trainingslehre hochstilisiert. Während Klopp noch im Krankenhaus liegt, sichtet seine Agentur erneut das Videomaterial, was ihn erstmalig im Hintergrund zeigte. Darauf ist lediglich ein gleißendes Licht zu erkennen, kurz bevor er aus dem Nichts erscheint. Zurück an genau diesem Ort am Trainingsplatz des BVB, findet man eine alte Parkkarte Klopps für den ehemaligen Trainerparkplatz auf dem Vereinsgelände. Daraufhin wird klar, dass es sich um den echten Klopp handeln muss. Als man ihn im Krankenhaus damit konfrontieren will, ist er bereits entlassen.

Inzwischen ist die Verfilmung seines Buches abgeschlossen und Klopp wähnt sich, ob seiner nun riesigen Popularität in Deutschland, bereits zurück auf der Trainerbank von Schwarz-Gelb. Zufrieden über diese Entwicklung steht der Coach am Rande des Rasens im Westfalenstadion und murmelt vor sich hin: „Damit kann man arbeiten…“

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3 Kommentare zu “Er ist wieder da”

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