Die Leiden des jungen Draxler

Julian Draxler – Identifikationsfigur, Hoffnungsträger, Megatalent – ist dabei, mit anderen Vereinen zu verhandeln und kurz davor, den FC Schalke 04 zu verlassen.

Warum?

Beginnen wir mit der Vergangenheit: Am 15. Januar 2011 kommt der damals jüngste Schalker Spieler aller Zeiten mit 17 Jahren und 117 Tagen zu seinem Bundesligadebüt. Er wird gegen den HSV in der 83. Minute für Ivan Rakitic eingewechselt. Vier Tage später erhält er seinen Profivertrag bis 2014. Es folgen in kurzen Abständen regelmäßige Einsätze, Tore, Vorlagen, gute Leistungen und eine Vertragsverlängerung.

Im Mai 2013 verlängert er seinen Vertrag bis 2018 und erhält zudem die Rückennummer 10. Diese Vertragsverlängerung war der Anfang vom Ende. Medienwirksam wurde er schon früh als Schalker Jung‘ präsentiert. Einer von hier. Einer, der mit Herz bei der Sache ist. Und da hat einfach jeder Verantwortliche im ihn herum versagt. Innerhalb von 3 Jahren macht man diesen schon von außen zurückhaltend und etwas unsicher wirkenden Jungen zum Hoffnungsträger und lädt die komplette Verantwortung auf seine Schultern. Man fährt sein Konterfei durch Dortmund, um hämisch auf Mario Götze anzuspielen, der zum FC Bayern München gewechselt war. Die Funktionäre und Verantwortlichen, allen voran Schnitzelkönig Clemens T. aus R.-W., haben ihn zur Ikone gemacht. Zu dem Zeitpunkt war er nicht mal 20 Jahre alt.

Ab da war Julian Draxler nur noch ein Schatten dessen, was er 2 Jahre zuvor war. Die Leichtigkeit, die Unbeschwertheit hat er verloren. Er verletzt sich, verliert Bälle, ist kaum noch an Toren beteiligt, geschweige denn, dass er selbst welche schießt. Er wurde durch das Schalker Marketing ausgesaugt und tritt auch entsprechend blutleer auf.

Deswegen ist ein Wechsel zu einem anderen Verein mit anderem Umfeld und neuen Konzepten absolut nachvollziehbar. Dort kann Julian Draxler von vorn anfangen und werden, was sein Potenzial anbietet: Ein Spieler von internationaler Klasse. Diesen Weg haben auch schon andere Spieler des FC Schalke 04 erfolgreich vorgemacht, Mesut Özil und Ivan Rakitic zum Beispiel. Ironischerweise DER Ivan Rakitic, gegen den er bei seinem Bundesligadebüt eingewechselt wurde.

Fazit:

Julian Draxler tut sich und seiner Karriere einen Gefallen, wenn er jetzt Abstand gewinnt und von Schalke wechselt. Es ist eine Win-Win-Situation: Horst Heldt bekommt noch etwas Kleingeld für einen Spieler, der in der aktuellen Situation nicht glücklich geworden wäre. Julian Draxler hat die Chance auf einen Neuanfang und kann beweisen, dass er das Potenzial hat, was alle in ihm sehen.

P.S. Natürlich könnte Juventus Turin auch eine Zwischenstation sein, um danach zum FC Bayern München zu wechseln. Sollen ja auch schon andere Spieler vor ihm so ähnlich gemacht haben.

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3 Kommentare zu “Die Leiden des jungen Draxler”

  1. Schade, dass die „Beleuchtung“ so arg einseitig ausgefallen ist. Es gibt sicher auch Argumente für einen Verbleib, sei es Aufbruchstimmung und Breitenreiter, das Verbleiben im gewohnten Umfeld, die Tatsache das Draxler in seinem jungen Alter auch noch nächsten Sommer den nächsten Schritt machen kann etc pp.

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