Der einzige Ball, den Neuer nicht halten kann, ist golden

Manuel Neuer hat im Jahr 2014 so einige Bälle gehalten. Und das ist noch eine freundliche Untertreibung. Er hat ein überragendes Jahr gespielt. Auch in seinem Club, dem FC Bayern, vor allem aber in der Nationalelf bei der WM in Brasilien. Dort wurde ihm mit seinen wahnsinnig offensiv ausgerichteten Aktionen von vielen Experten attestiert das Torwartspiel auf eine neue Stufe der Evolution katapultiert zu haben. Nicht zu Unrecht, denn kein Torwart hat seine Position je in dem Stil wie Neuer interpretiert. Er versteht sich als elften Feldspieler und agiert auch so. Immer anspielbar, darüberhinaus sogar mit spieleröffnenden Bällen. Ein riesiger Vorteil gegenüber anderen Teams. Dass er desweiteren natürlich auch durch überragende Fähigkeiten als klassischer Torwart verfügt, scheint bei ihm schon selbstverständlich. Paraden, die vorrangig den Atem der Stürmer stocken lassen und souveräne Strafraumbeherrschung gehören zum täglichen Doing von Neuer.

Doch all diese Fähigkeiten und Verdienste werden absurderweise höchstwahrscheinlich nicht für den Ball aus Gold reichen. Die gestern verkündeten Gegenkandidaten sind erwartungsgemäß die beiden Stammgäste auf allen Bühnen der Welt, auf denen Trophäen verliehen werden: Messi und Titelverteidiger Ronaldo. Messi, der mit dem FC Barcelona eine für seine Verhältnisse durchschnittliche Saison spielte, kann nur mit dem Vize-WM-Titel punkten. Warum man ihn also erneut unter die Top 3 nominieren muss, ist wohl allein seiner scheinbar grenzenlosen Lobby bei der FIFA geschuldet. Analog dazu passt seine viel kritisierte Auszeichnung zum besten Spieler der WM 2014. Nach dem Motto: Hauptsache Messi.

Ronaldo hingegen steht völlig zurecht unter den besten drei Spielern des Jahres 2014. Er hat es nach seinem erstmaligen Sieg 2013 geschafft sein Niveau noch einmal zu steigern und konnte darüberhinaus auch als entscheidender Faktor zum Titelgewinn in der Champions League von Real Madrid beitragen. Überragende Scorerwerte lassen sein Jahr 2014 strahlen, wie kein zweites. Lediglich auf Nationalmannschaftsebene hat er nichts vorzuweisen. Dort scheiterte er bei der WM mit Portugal erbärmlich bereits in der Gruppenphase und blieb auch selbst komplett blass.

Ein Fakt jedoch spricht auch klar gegen Neuer: Erst ein einziges Mal konnte ein Torwart den Ballon d’Or sein eigen nennen. Lew Jaschin von Dynamo Moskau 1963. Das ist zum einen sehr lange her, zum anderen ein klares Indiz dafür, dass dieser Award einfach eher auf die Feldspieler ausgerichtet ist. Eine logische Begründung dafür gibt es nicht, schließlich beeinflusst Neuer als Torwart das Spiel seines Teams in erheblichem Maße, ähnlich wie ein Feldspieler. Scheint also eher ein ungeschriebenes FIFA-Gesetz zu sein.

Letztendlich dürfte es also auf den Titelverteidiger hinaus laufen. CR7 wird den dritten Ballon d’Or erhalten. Messi wird chancenlos gesehen, er ist auch nur aus Gründen von alter Gewohnheit und FIFA-Bonus überhaupt dabei. Neuer hätte es verdient, hat aber das „Probelm“ Torwart zu sein und ist kein marketingtechnisches Spektakel, wie der Gockel aus Funchal. Dass bei der FIFA Geld vor allem anderen geht, ist schließlich auch keine Neuigkeit.

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Ein Kommentar zu “Der einzige Ball, den Neuer nicht halten kann, ist golden”

  1. kommentar brauchste nich frei geben is nur redaktioneller natur: bei „technish“ fehlt das „c“ und bei „dass bei der fifa“ das wörtchen „es“ 😉 keep on rolling!

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