London – Ruhrpott 7:0

Gegensätzlicher können die Grundsätze kaum sein. Auf der einen Seite das schillernde London, auf der anderen Seite der triste Ruhrpott. Szeneviertel gegen Arbeiterviertel, High Life gegen Maloche. Den Vergleich arm gegen reich erspare ich euch. So unterschiedlich diese Gegenden auch sind, interessant ist der Vergleich allemal. Vor allem am Ball.

Im Hinspiel ging der Pott noch mit 3:1 als Sieger vom Feld. Der BVB gewann 2:0 gegen Arsenal, der Schalke holte ein 1:1 bei Chelsea. Diesmal allerdings gab es eine saftige 7:0-Klatsche, die noch ein paar Tage nachschallen wird. Oder auch länger. Die Schalker legten im negativen Sinne am Dienstag bereits vor und holten sich eine stattliche Packung von den an diesem Abend wahren Blues ab. Mourinhos Männer waren wohl der Meinung, dass man auf Schalke mal gut ein High Five gebrauchen könnte. In the face. With a chair. Made of steel. From Hulk. On adrenaline rush. Oder so ähnlich.
Etwa so fühlte es sich auf der Seite der Königsblauen wohl an. Völlig hilflos ergab man sich seinem Schicksal und lud Chelsea mit absurden Fehlern zum Toreschießen ein. Alles das, was beim Sieg gegen Wolfsburg noch klappte, fiel gegen Chelsea komplett aus. Wenn eine Erkenntnis bleibt, dann die, dass di Matteo bisher überhaupt nichts bewegt hat. Keine taktische Entwicklung, keine Handschrift, nichtmal Einsatzwille. Ob man absurderweise auf Schalke demnächst schon wieder die T-Frage stellt, ist zumindest nicht auszuschließen. Eventuell hat Huub Stevens ja eine Rückkauf-Option für Schalke im Vertrag beim VfB Stuttgart.

Nachdem der Baum auf der blauen Seite des Ruhrpotts nun auch langsam zu kokeln beginnt, ist man auf der gelben Seit schon länger dabei den lichterloh brennenden Baum zu löschen. Mit einem Sieg in der Champions League gegen Arsenal hätte man zumindest mal die Flammen ein Stück eindämmen können. Nach der verdienten 0:2-Niederlage hat man aber unbeabsichtigt nochmal einen Schuß Spiritus reingeschüttet. Das bringt selten etwas, das weiß man auch ohne Brandschutzhelferseminar. Helfen konnte sich vor allem die Kreativzentrale beim BVB nicht. Ziemlich ideenlos wirkten Mkhitaryan und Gündogan, Immobile hing vorne komplett in der Luft. Die Defensive um die zuletzt als Unsicherheitsfaktoren verpöhnten Subotic und Ginter sah größtenteils in Ordnung aus, war aber beim ersten Gegentreffer gedanklich noch in Paderborn. In der Folge stabiliserte man sich, allerdings ohne komplett frei von individuellen Fehlern zu bleiben.
Überragend war allein der Support der mobilen gelben Wand. Sie zeigte den traditionell als Operettenpublikum verschrienen Zuschauern im Emirates-Stadium wie Support geht. Nicht umsonst nannte man das Vorgängerstadion „Highbury, the Library“. Den Respekt für ihre Anhänger hat der BVB in Europa längst gepachtet. Den für ihre Leistung auf dem Rasen müssen sie sich erst wieder erarbeiten. Aber unter Beachtung aller absurden Regeln der Serie, springt am Wochenende dann in der Liga wieder ein Sieg raus. Nach dem Motto: Beide Wettbewerbe gleichzeitig geht nicht!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s