Die größten Blamagen gegen Fussballzwerge

Wenn es für den übermächtigen Weltmeister gegen den Fussballwinzling Gibraltar geht, wird allerseits ein Schützenfest erwartet. Während viele noch nachgooglen wo Gibraltar überhaupt liegt und seit wann das ein eigenständiges Land ist, werden dieser Tage in Deutschland etliche Wettscheine mit Kantersiegen eingereicht. Achtfaches Handicap, Hattrick von Müller und Löw bringt Neuer im Sturm. Mindestens.
Doch allzu viel Hochmut kann sich bekanntermaßen kontraproduktiv auswirken. Es wäre nicht das erste Mal, dass darauf der berühmte Fall folgt. Wir möchten nichts beschreien, wollen aber nochmal einige Blamagen aus der Vergangenheit ins Gedächtnis rufen. Nachmachen unerwünscht, Joachim!

China – Deutschland 1:1 am 29.05.2009 in Shanghai

Hier war Löw sogar selbst schon verantwortlich. Auf der Asienreise zum Ende der Saison 08/09 trat eine lustloses C-Team der Nationalelf in Shanghai gegen Fussballentwicklungsland China an und konnte durch den schnellen Ausgleich nach der Führung des damaligen Schalkers Hao Junmin von Prinz Peng Podolski ein blamables 1:1 retten. Werbung für Fussball made in Germany wurde dann zum kollektiven Reissack-Umkippen.

Zypern – Deutschland 1:1 am 15.11.2006 in Nikosia

Wir befinden uns in der Post-Sommermärchen-Phase. Selbst mit dem Schwung der WM im eigenen Land kam man in einem Quali-Spiel für die EM 2008 auf Zypern nicht über ein trostloses Remis hinaus. Die exotischen Zyprioten glichen dabei einen abgefälschten Treffer der Marke „Kacktor“ vom einzig wahren Capitano Michael Ballack aus. Mitte November konnte man sich auf den Schock nicht mal an den Strand von Nikosia legen. Naja.

Lettland – Deutschland 0:0 am 19.06.2004 in Porto

Eine Blamage, die etwas weitreichendere Folgen hatte. Zweites Gruppenspiel der EM 2004 in Portugal und man konnte nach einem passablen 1:1 gegen Holland zum Auftakt einen großen Schritt Richtung K.O.-Phase machen. Doch anstatt des fest eingeplanten Dreiers gab es ein 0:0, trostloser als eine Auswärtsfahrt mit der TSG Hoffenheim. Für Lettland, das allgemein eher für abgefahrene Auftritte beim Eurovision Song Contest bekannt ist, eine der größten Erfolge der Verbandsgeschichte. Nach einer 1:2-Pleite gegen eine tschechische B-Elf war dann bereits nach der Vorrunde Ende für Rudi Völlers Mannen. Half auch nichts, dass es ihn nur einmal gibt.

Rumänien – Deutschland 5:1 am 28.04.2004 in Bukarest

Wir nähern uns so langsam dem Höhepunkt. Auch wenn Rumänien sicher ein nicht ganz so kleiner Fussballzwerg, wie zum Beispiel Lettland ist, ist die Intensität der Pleite umso größer. Sage und schreibe FÜNF Buden schenkten die Rumänen der DFB-Elf in einem Testkick vor der EM 2004 ein. Vier davon in nur 22 Minuten. Die Sahne-Verteidigung um Ramelow und Jeremies verweigerte den Dienst und Oliver Kahn war so bedient, dass er zur Pause für den jungen Timo Hildebrand rausging. Überlieferungen zufolge soll er daraufhin vor Wut jedem seiner Mitspieler ein Pastrami-Sandwich hochkant in den Rachen gestopft haben.

Island – Deutschland 0:0 am 06.09.2003 in Reykjavík

Medial gesehen war das natürlich die Mutter aller Blamagen gegen Fussballzwerge. Nach einem desolaten 0:0 gegen mauernde Isländer vor wahnsinnigen 7.000 Schaulustigen platzte Rudi Völler endgültig der Kragen. In einem historischen TV-Scharmützel hielt er Waldi Hartmann seinen Alkoholkonsum und seinen Pessimismus vor. Vor allem aber seinen Alkoholkonsum. Der „noch tiefere Tiefpunkt“ gefährdete zumindest die Qualifikation zur EM 2004 nicht. Höchstens Völlers Halsschlagader.

Wales – Deutschland 1:0 am 05.06.1991 in Cardiff

Die Waliser um ihre zwei bekannten Stars Ian Rush und Mark Hughes bezwangen das Team von Neu-Trainer Berti Vogts tatsächlich in der Quali zur EM 1992 in Dänemark. Für Bördi Vogts hagelte es zwar Kritik, es hielt ihn aber nicht davon ab später bei der EM bis ins Finale durchzumarschieren. Allen walisischen bösen Geistern zum Trotz. Dort war dann aber gegen das dänische Dynamit nichts auszurichten.

Malta – Deutschland 0:0 am 25.02.1979 in Attard

Stell dir vor es ist EM-Quali, du spielst vor 8.000 Seelen auf Malta und holst nicht mehr, als ein 0:0. Diesen Albtraum durfte Jupp Derwall erleben. Einer eigentlich stark besetzte Elf um Maier, Förster, Bonhof, Fischer und Rummenigge fiel allerdings nichts gegen die Halbprofis von der Mittelmeerinsel ein und so blieb die Partie torlos. Karlheinz Förster grätschte daraufhin bedröppelt zurück ins Ländle.

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5 Kommentare zu “Die größten Blamagen gegen Fussballzwerge”

  1. BR Deutschland – Algerien 1:2 (0:0)

    16. Juni 1982 in Gijón (El Molinón)
    Bundesrepublik Deutschland BR Deutschland: Schumacher – Kaltz, Stielike, K.-H. Förster, Briegel – Dremmler, Breitner, Magath (84. Fischer) – Rummenigge Kapitän der Mannschaft, Hrubesch, Littbarski
    Algerien Algerien: Cerbah – Merzekane, Guendouz, Kourichi, Mansouri – Fergani Kapitän der Mannschaft, Dahleb, Belloumi, Zidane (64. Bensaoula) – Madjer (88. Larbes), Assad
    Tore: 0:1 Madjer (54.), 1:1 Rummenigge (67.), 1:2 Belloumi (68.)
    Schiedsrichter: Enrique Labo Revoredo (Peru)
    Zuschauer: 42.000

    und zur Krönung haben sie mir noch mit meinen Geburtstag am 25. Juni mit dem 1:0 gegen Österreich versaut !! Die Mutter-aller-obwohl-gewonnen-Blamagen ?!

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  2. Die größte Blamage ist hier aber mMn nicht aufgelistet! Die so genannte „Schmach von Tirana“ sollte man ergänzen.
    Albanien – BRD 0:0 (0:0)
    Das war das letzte Spiel in der Qualifikation zur EM 1968. Ein einfacher Sieg hätte zur Teilnahme genügt, aber Günter Netzer und co konnten kein Tor gegen Albanien schießen. Das war das erste und einzige mal, dass Deutschland sich sportlich nicht für ein großes Turnier (WM/EM) qualifizieren konnte.

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