Die BVB-Krise – 5-Punkte-Plan zur Rettung der Saison

Spätestens seit dem erneut enttäuschenden Auftritt gegen den HSV in der Bundesliga und der einhergehenden Pleite, scheint die Krise der Borussia besiegelt. Die beiden Pokalwettbewerbe außen vor gelassen, ließ man all das vermissen, was man sich vorgenommen hatte. Konstanz, Flexibilität, Kreativität. Tabellenplatz 13, nur 7 Punkte aus 7 Spielen, 12 Gegentore. Das alles spricht eine deutliche Sprache. Doch wie kann Schwarz-Gelb aus dieser Misere wieder heraus kommen? Ein 5-Punkte-Plan:

Punkt 1 – Situation nicht unterschätzen
Natürlich spielt das epische Verletzungspech im Kader eine große Rolle bei der aktuellen sportlichen Schieflage. Und natürlich ist die fussballerische Qualität groß genug um keine Saison im tabellarischen Mittelmaß befürchten zu müssen. Aber sich darauf ausschließlich zu verlassen ist, vor allem bei den ambitionierten Zielen der Dortmunder, in höchstem Maße gefährlich bis fahrlässig. Die Bundesliga ist in ihrer Gesamtheit spielerisch zu stark geworden, um sich nur auf individuelle Klasse zu verlassen. Klopp versuchte zuletzt mit seinen Äußerungen in die Richtung „Das war der Tiefpunkt, ab jetzt geht es nur noch bergauf.“ die Fans zu beruhigen. Doch dieselbe Aussage traf er auch schon nach der Pleite im Revierderby. Was folgte war zwar ein ordentlicher Auftritt gegen Anderlecht, aber gefolgt von einem prompten Rückfall mit peinlicher Heimniederlage gegen den Tabellenletzten HSV. Auch die Länderspielpause half maximal den aktuell Verletzten. Alle anderen sind mit ihren Nationalteams unterwegs gewesen und konnten sich nicht im Training die Feinabstimmung holen.

Deshalb ist es umso wichtiger, dass man sich auf die eigenen Stärken besinnt und mit vollen Einsatz vorangeht.

Punkt 2 – Defensive stabilisieren
12 Gegentore in 7 Spielen sind einfach zu viel für eine Mannschaft, die den Anspruch hat mit dem FC Bayern mitzuhalten. Oft gaben Abstimmungsfehler den negativen Ausschlag, hinzu kamen individuelle Patzer. In der defensiven Viererkette wurde reichlich rotiert. Zum Teil natürlich verletzungsbedingt, aber zum Teil auch ohne Not. Piszczek auf der rechten Seite war die einzige Konstante. Klopp hat vor allem in der Innenverteidigung zu viel probiert. Subotic kam aus einer Kreuzbandriss-Reha, Hummels, Sokratis und Ginter hatten WM-Urlaub. Ginter war zwar eher wieder da, er braucht jedoch noch Zeit um sich an das Niveau einer Topmannschaft zu gewöhnen. Vielen Innenverteidiger-Paaren gab er die Chance, selten klappte es reibungslos und ohne Abstimmungsprobleme. Deshalb sollte Klopp sich nun auf ein Paar festlegen, dass sich in den Rhythmus spielen kann. So, wie er es auch in der Vergangenheit eigentlich immer getan hat. Hummels und Sokratis wäre hier eine Empfehlung. Hummels Klasse ist unverzichtbar und Sokratis hat bewiesen, dass er mehr als eine Alternative zu Subotic ist, der auch aufgrund seiner Verletzung noch Probleme in diversen Situationen hat.
Links hat sich nach der Verletzung von Schmelzer die Frage zunächst mal selber beantwortet. Erik Durm wird dort die kommenden Wochen spielen. Bei entsprechender Grundstabilität, die von der Mitte auf die Außen strahlt, dürfte auch er wieder zu seiner Form finden.

Punkt 3 – System finden
In Zeiten der Krise, wo der überlebenswichtige Ertrag aus den Spielen nicht stimmt, sollte die voranzutreibende Systemflexibilität erstmal hinten angestellt werden. Die Formation mit zwei echten Spitzen, ist noch zu unausgereift und geht zu Lasten der zentralen Stabilität bei Umschaltspiel des Gegners. Es bietet sich an, wieder zum gewohnten 4-2-3-1 zurückzukehren. Aubameyang als Flügelspieler ist zurzeit eine zu offensive Variante, deshalb sollte er die einzige Spitze bilden. Als einer der wenigen Formstarken bleibt er im Team. Immobile und Ramos müssen sich zunächst hinten anstellen. Ramos vergab zuletzt einfach zu viele Großchancen und Immobile ist noch nicht vollends in das Pressingspiel integriert.
Die offensiven Außen sind mit der Rückkehr von Reus und Mkhitaryan dann auch wieder gewohnt stark und ballsicher besetzt. Kagawa wird dann auch auf der Zehnerposition wieder mehr aufblühen, sobald die kreative Last endlich besser verteilt ist.
Auf den Sechserpositionen ist es ganz wichtig erstmal einen defensiv ausgerichteten Spieler, wie Bender oder Kehl aufzustellen. Damit als erste Priorität die Zweikämpfe im Mittelfeld gewonnen werden. Sahin fehlt enorm, der eine perfekte Balance aus Offensive und Defensive verkörpert. Er lässt sich als Quarterback gerne zwischen die Innenverteidiger fallen und holt die Bälle ab. Das hat ohne ihn nicht mehr funktioniert und ist ein Grund, warum die Stabilität im BVB-Spiel fehlt.

Punkt 4 – Verletzte nicht sofort verheizen
Das aktuelle Lazarett bietet sicherlich mehr fussballerische Qualität, als viele Mannschaften überhaupt in ihren Reihen haben. Mit der Rückkehr dieser wird sich also auch im Spiel der Borussia wieder viel ändern. Man läuft allerdings Gefahr die Rekonvaleszenten zu früh wieder in die hohe Belastung zu drängen und Leistungen zu erwarten, die sie vor den jeweiligen Verletzungen gebracht haben. An diese werden sie ganz sicher wieder anknüpfen, aber dafür braucht es etwas Zeit. Der eine mehr, der andere weniger. Aber gerade, wenn man frisch aus einer Verletzungspause kommt, ist der Körper deutlich labiler, als normalerweise. Die Gefahr einer erneuten Verletzung ist höher. Daher ist höchste Vorsicht geboten. Zunächst mal müssen es die richten, die momentan fit sind.

Punkt 5 – Fans nicht enttäuschen
Borussia Dortmund lebt wie nur wenige Vereine von seiner Beziehung zu seinem Anhang. In den letzten vier Saisons hat die Mannschaft seine Fans mit Erfolgen über Erfolgen verwöhnt. Dieses Erfolgsdenken ist nur schwer abzulegen, eine sportliche Krise war man in der Form überhaupt nicht mehr gewohnt. Umso beeindruckender, wie die Südtribüne mit der Niederlage gegen Hamburg umging. Sie besang geschlossen die Mannschaft nach dem Spiel und zeigte ihr so, dass sie auch in schweren Zeiten hinter ihr steht. Auch wenn die Mannschaft keine Anstalten macht dieses Vertrauen zu missbrauchen, es muss als vorsichtig zu behandelndes Gut verstanden werden. Die Einstellung muss weiter stimmen, zur Not über den Kampf ins Spiel beißen. Das will die Süd sehen, dann steht sie auch weiter, wie ein Mann, hinter ihrer Truppe.

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