Trotz Pleite in Polen: Erschreckendes Vertrauen in Löw

2:0 heißt es am Ende für Polen. Wahrlich wenig weltmeisterlich klingt das. Von der eigenen kläglichen Chancenauswertung ausgebremst, nutzten die Polen demgegenüber ihre wenigen Chancen nahezu perfekt und profitierten dabei von Fehlern der deutschen Defensive. Die Viererkette um Durm, Hummels, Boateng und Rüdiger wirkte nicht sattelfest. Der Stuttgarter Rookie Rüdiger präsentierte sich als keinesfalls ideale Besetzung eines Rechtsverteidigers. Defensiv passabel, fand er offensiv fast nicht statt. Das alte Problem eines umgelernten Innenverteidigers. Leider tat sich insbesondere „Mr. Zuverlässig“ Manuel Neuer negativ hervor und unterlief in bester Toni-Schumacher-Manier eine Flanke. Milik sagte „Danke“ und „wäre mir in Augsburg mal einer so auf den Kopf gefallen“. Gern geschehen. Zuvor verpasste die Doppel-Sechs gänzlich ihren Einsatz, gefolgt von einem klassischen Stellungsfehler Boatengs. Beim zweiten Gegentor hätte Erik Durm dann besser mal auf die alte Weisheit gehört, dass es nur dann Foul ist, wenn der Mann in schwarz pfeift. Diesmal sagt Mila „Danke“ und lacht, wie die Sonne über’m Fujiyama.

Dass die deutsche Mannschaft allerdings über weite Teile der Partie ball- und spielbestimmend war, fällt bei diesem Ergebnis gerne unter den Tisch. Nach vorne funktionierte die Zentrale mit Kroos und Kramer gut. Über die Flügel tat sich besonders Debütant Karim Bellarabi hervor, der sich enorm laufstark, sowie ballsicher zeigte. Rotzfrech suchte er mehrfach den Abschluss und hätte durchaus treffen können. Wäre nicht schlimm gewesen, wenn du einen gemacht hättest, Karim!

Die vergebenen Chancen waren dann letztendlich der Genickbruch. Auch Müller als variabe Spitze wirkte heute unglücklich und vergab mehrfach. Nichts zu sehen vom Gerd’schen Torriecher. Oder zu riechen. So bleibt am Ende eine unnötige Niederlage gegen eiskalte Polen, die ihren ersten Sieg in der Länderspielgeschichte gegen Deutschland feiern dürfen. Warschau ist und bleibt kein gutes Pflaster für die Löw-Elf, die dort anno 2012 im Halbfinale der EM eine ganz bittere Schlappe gegen Italien hinnehmen musste. An dieser Stelle erspare ich euch diverse Balotelli-Jubel-GIFs.

Alles in allem wurden die üblichen und bekannten Probleme der Nationalelf erneut offenbart. Allerdings, wo man vor der WM noch lautstark gegen Löw losgepoltert hätte, ist man heute genügsamer geworden. Vermeidbare Niederlage ja, aber noch lange kein Weltuntergang. Drei verlorene Punkte sind ärgerlich, aber die European Qualifiers de la Chanson (Anm. d. Red.: Erweiterung optional) sind noch lang und es ist weiterhin davon auszugehen, dass wir uns qualifizieren werden. Qualität wird sich durchsetzen und das Team bedarf einfach noch einer gewissen Formung bis zur EM 2016. Ein nahezu erschreckendes Vertrauen in Löws Arbeit, was sich da nach dem Titel eingestellt hat.

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