Immobile – The Italian Job

Es sind die größtmöglichen Fußstapfen, in die Immobile treten muss. Keinen Geringeren, als den Goalgetter vom Dienst soll er ersetzen. Robert Lewandowski zog in diesem Sommer nach München weiter und hinterließ selbstredend ein riesiges Vakuum. War er doch der Mann auf den sich der BVB jahrelang felsenfest verlassen konnte. Oft gab er den „Lonesome Rider“ in vorderster Front und beackerte, wie ein Besessener, die gegnerischen Defensivreihen. Kaum ein Stürmer auf der Welt kann das in dieser Perfektion. Anlaufen, Bälle festmachen, sich ins Kombinationsspiel einschalten. Und das alles neben seiner eigentlichen Kernkompetenz, dem Toreschießen. Als echter selfmade Superstar hatte er umso mehr einen besonderen Status bei den Fans. Als Talent aus Posen gekommen, entwickelte Klopp ihn zu einem waschechten Weltklassestürmer.
Man konnte sich so gut wie immer auf Lewandowski verlassen, auch in Spielen, die nicht so liefen wie gewünscht. Darüberhinaus bleiben natürlich vor allem seine Sternstunden in Erinnerung, wie dem Viererpack im CL-Halbfinale gegen Real Madrid. Die Südtribüne bekommt heute noch reflexartig Gänsehaut beim bloßen Gedanken daran.

Doch das ist nun Vergangenheit. Die Zukunft heißt anders. Einen „echten Krieger“ nannte Jürgen Klopp den für satte 19,4 Millionen Euro vom FC Turin losgeeisten Mittelstürmer bei der offiziellen Vorstellungs-PK. Was Klopp damit meinte wird nun nach und nach klarer. Mit der den Italienern eigenen Abgewichstheit und unbändigem Willen soll er sich einbringen. Die Galavorstellung von Immobile im Spiel gegen den FC Arsenal war ein erster Vorgeschmack darauf, welch großes Potenzial in ihm steckt und welche Qualitäten er ins Spiel der Borussia transportieren kann. Der 60-Meter-Lauf mit Ball am Fuß vor seinem Tor war natürlich das große Highlight. Er ließ nicht nur die gesamte Arsenal-Defensive stehen, sondern verschaffte sich die entscheidenden Meter Vorsprung mit einem viel diskutierten Trick. Viele unterstellten ihm da Glück, aber das war in der Tat nicht das erste Mal. In einem Testspiel vor der Saison zeigte er das schon einmal.

Wie dem auch sei, der Knoten scheint bei ihm geplatzt zu sein.

Das erkennt man auch beim anspruchsvollen Dortmunder Publikum an und dichtete eine klassische italienische Opernmusik um:

Aus „La donna è mobile“ wird kurzerhand „Ciro Immobile“. Schließlich besingen sie auf der Dortmunder Süd beileibe nicht jeden. Darf also durchaus als großes Kompliment verstanden werden.

Man muss aber in jedem Fall den direkten Vergleich mit Lewandowski vernachlässigen. Dafür sind die beiden zu unterschiedlich. Immobile hat nicht die überragende Technik seines Vorgängers, kann sich also auch nicht in dem Maß wie der Pole in die Passstafetten seiner versierten Kollegen einschalten. Seine Qualitäten liegen bei einer grundsoliden Ballbehandlung viel mehr in der enormen Durchsetzungskraft. Einen eisernen Willen sagt man ihm in Italien nach. Den Willen Tore zu schießen. Das ist auch die Eigenschaft, die Klopp damals mit dem martialischen Begriff „Krieger“ meinte.
Solch ein Spielertyp fehlte der feinfüßigen Borussia so manches mal in der Vergangenheit. Jemand, der notfalls auch mal mit Gewalt ans Ziel kommt. Sokratis lässt hier beispielsweise grüßen, den man genau wegen dieses Attributs längst lieben gelernt hat.

Bestens ergänzt wird der italienische Sturmtank durch Aubameyang. Der Sprinter aus Gabun, der im Nebenberuf auch Fussballer ist, tut in dieser Saison alles dafür seinen Nebenberuf zum Hauptberuf zu machen. Soll heißen er scheint in seiner zweiten Saison beim BVB endlich in das System integriert zu sein und stellt nun mit seiner außerordentlichen Technik einen optimalen Gegenpart zu Immobile dar. Zusammen mit dem bundesligaerfahrenen Ramos, den man als Mischung zwischen den anderen beiden beschreiben könnte, ist der Dortmunder Sturm so variabel besetzt wie schon lange nicht mehr.

Wenn es aber darum geht kaltblütig zuzuschlagen, gerne auch mal kurz vor Schluss, ist seit dieser Saison Immobile gefragt. Der Mann für die italienischen Aufgaben.

 

Beitragsbild: Quelle

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