Der PaderMainHoff-Komplex

Es scheint so als würde die Bundesliga derzeit an einer Krankheit leiden. Eine Krankheit, die sie einmal komplett umkrempelt und auf links zieht. Nichts ist so wie erwartet, alles steht Kopf. Man kann natürlich damit argumentieren, dass die Liga aller zwei Jahre besonders anfällig für solch eine Krankheit ist. Man damit also hätte rechnen können. Aber dennoch ist der Blick auf die Tabelle derzeit immer wieder einen Kopfschüttler wert. „Kannste nicht tippen.“ hört man da dieser Tage besonders oft aus dem Lager der Tipico-Freunde. Ihre Wette in sicheren Händen. So sicher, wie die Hände von Michael J. Fox.

Konkret geht es darum, dass sich derzeit fast ausschließlich Teams im oberen Drittel der Tabelle befinden, die dort auf dem Papier nichts verloren haben sollten. Besonders ausgeprägt auf den ersten drei Plätzen. Dort stehen nämlich mit Paderborn, Mainz und Hoffenheim drei Mannschaften, denen man diese Tabellelposition ganz und gar nicht zugetraut hätte.

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Man könnte die aktuelle Schieflage der Liga mit einer Krankheit namens „PaderMainHoff-Komplex“ erklären.
Paderborn allen voran als größte Überraschung, die als einer der unterschätztesten Underdogs der letzten Jahrzehnte mit acht Punkten aus vier Spielen glänzend darstehen. Nicht wenige haben ihnen in der ganzen Saison etwa diese Punktzahl prophezeit.
Den Mainzern hat man nach dem völlig verkorksten Saisonstart und dem Aus in gleich zwei Wettbewerben innerhalb einer Woche ebenfalls nichts mehr zugetraut. Aber auch die 05er schüttelten diesen mentalen Rucksack schnell ab und stehen ebenso mit acht Punkten dar.
Der TSG aus Hoffenheim traute man vor Beginn der Saison aus diesem Trio wohl noch am ehesten den Sprung in die oberen Regionen der Tabelle zu. In der abgelaufenen Saison als Torfestival-Spezialisten, hinten wie vorne, bekannt, konnten sich die Sinsheimer offenbar defensiv deutlich stabilisieren. Nur zwei Gegentore aus vier Spielen sprechen eine deutliche Sprache.

Dass diese Tabelle natürlich erstmal nur eine Momentaufnahme ist, wird auch niemand bezweifeln. Die Frage wird sein, wie schnell die etatmäßigen Favoriten in den Rhythmus kommen, den es braucht um in der mittlerweile sehr starken Bundesliga voranzugehen. Vor allem die kleineren Clubs haben deutlich aufgeholt und sind mittlerweile echte Gefahren für die Etablierten. Die großen Nöte der Traditionsclubs, wie dem HSV oder dem VfB, kommen nicht von ungefähr.

Der aktuelle „PaderMainHoff-Komplex“ befindet sich allerdings in einem frühen Stadium und kann mit entsprechender Behandlung vollständig geheilt werden.

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