No Bendtner – No Party

Torres, Morata, Lukaku, Destro. Was sind in diesem Sommer nicht für große Namen beim VfL Wolfsburg gehandelt worden. Natürlich lässt sich der Wahrheitsgrad bei jeder einzelnen Personalie nicht mehr hieb- und stichfest nachhalten, aber festhalten kann man definitiv, dass die Verantwortlichen nach der ganz großen Lösung im Sturm gesucht haben. Dem ‚Big Bang‘, der die Liga nachhaltig zusammenzucken lassen sollte.

Geworden ist es jedoch ein ganz anderer, als zunächt vermutet: Nicklas Bendtner, das Enfant Terrible des FC Arsenal.
Quasi als wollte man am Strand der Malediven Urlaub machen und sitzt letztendlich am Strand von El Arenal zwischen gröhlenden Engländern. Unbefriedigend.
Sein Name will nicht so recht in die Reihe der klangvollen Spekulationen zuvor passen. Das hat, sofern man seinen bisherigen Trainern glauben mag, vor allem mit ihm selbst zu tun. Denn Bendtner ist wahrlich nicht dafür bekannt ein strebsamer Musterprofi zu sein. Ganz im Gegenteil, er steht vielleicht wie kein Zweiter für die heutige Generation von Fussballprofis, die mit Vergnügungsmöglichkeiten abseits des Platzes überschüttet werden.

Doch betrachtet man sein fussballerisches Potenzial, so klingt sein Name doch nicht mehr ganz so fehl am Platz zwischen großen Stars, wie Torres, Lukaku und Co.
Ausgebildet in der Jugend des FC Kopenhagen wechselte er bereits im Alter von 16 Jahren in die Akademie des FC Arsenal und schaffte es von dort über eine Leihstation in Birmingham in die erste Mannschaft der Gunners. Dort wusste er dann auch zu überzeugen und sein zweifellos enormes Potenzial blitzte immer häufiger hervor. 2010 hatte er dann seine wohl größte Sternstunde im Trikot von Arsenal, als er im Champions-League-Spiel gegen den FC Porto einen Hattrick erzielte. Er schaffte es jedoch während seiner ganzen Zeit bei Arsenal nie sich nachhaltig als Stammspieler zu etablieren.

Seine privaten Eskapaden standen ihm dabei mindestens so häufig im Weg, wie seine doch recht laxe Einstellung zum Profisport. Er war nie jemand, der mit Extra-Schichten nach dem Training für den Erfolg geschuftet hat. Vielmehr ließ er sich immer wieder vom süßen Lotterleben außerhalb des Platzes verführen. Neben seiner Leidenschaft für durchzechte Nächte in den Bars und Clubs dieser Welt, hegt er auch ein ausgeprägtes Faible für den Nudismus. So zog er bereits vor einem Nachtclub bei Anwesenheit diverser Paparazzi blank, rieb sein bestes Stück am Fahrzeug eines Taxifahrers mit dem er aneinandergeraten war, untersuchte nach einem Unfall mit seinem Aston Martin seinen nackten Körper nach Verletzungen oder postet bei Instagram zuletzt ein Bild, auf dem er seelig lächelt und nur das Nötigste mit einem BH bedeckt hat.

Hinzu kommen viele kleine und große Skandale auf und neben dem Rasen, die in den letzten Jahren von ihm ein arrogantes, rücksichtsloses und unprofessionelles Bild gezeichnet haben. So hat er, nachdem er in einem Interview auf die Frage zu welchen Vereinen er wechseln möchte mit „Real Madrid oder Barcelona“ antwortete, den Spitznamen „Lord Bendtner“ weg. Wohlgemerkt kam diese Aussage in einer Situation, in der seine Leistung gerade mal für wesentlich kleinere Vereine gereicht hätte. Kann man mal machen.

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Vor allem deswegen wurde er später in seiner Zeit bei Arsenal zwei Mal verliehen, zunächst an den AFC Sunderland, dann an Juventus Turin. Auch um ihn mal aus seiner Komfortzone rauszulocken. Doch auch diese Leihstationen brachten ihn nicht weiter. Er stand sich immer wieder selbst im Weg.

Nun versucht er sich also im beschaulichen Wolfsburg. Diese Verbindung wird allerdings nur passen, wenn Bendtner den Ernst der Lage erkennt. Denn diese Station wird entscheidend für seine weitere Karriere sein. Setzt er sich hier nun ebenfalls nicht durch, ist der Zug zum Topspieler entgültig abgefahren. Denn dann gilt er als doppelt gescheitert und wird kaum mehr bei Topclubs unterkommen.
Nimmt er die Herausforderung jedoch an und ruft bei den Wölfen endlich seine Möglichkeiten ab, kann er mit mittlerweile 26 Jahren durchaus noch einmal durchstarten.

Vorausgesetzt es heißt in Zukuft:
No Party for Bendtner.

 

Beitragsbild: Quelle

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4 Kommentare zu “No Bendtner – No Party”

  1. Jedenfalls ein sehr spannender Transfer – Allofs knüpft da ein wenig an Bremer Traditionen an, als man aus halb-gescheiterten/schwierigen, aber talentierten Spielern richtige Kracher formen konnte.

    Ob das funktionieren wird? Ich bin gespannt.Unterhaltsam wird es allemal, bei sportlichem Erfolg wie Misserfolg.

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    1. Liegt hauptsächlich an Bendtner selber. Die Voraussetzungen mit einer intakten Truppe um ihn hat er.

      Wobei diese Marschroute damals in Bremen aber den Hintergund hatte, dass man chronisch klamm war. In Wolfsburg sollten ja eigentlich genug finanzielle Mittel da sein. Eigentlich.

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