Der König ist tot, es lebe der König?

Zeit für ein paar ernste Worte.
Was Schiedsrichter Carlos Velasco Carballo dort auf dem Rasen von Fortaleza darbot, spottete jeglicher Beschreibung einer vernünftigen Spielführung. In einer, zugegeben hitzigen und emotionalen Partie, versuchte er nichtmal im Ansatz die aufkommende Aggressivität zu unterbinden. Es störte ihn scheinbar wenig, dass die Spieler seine Autoritätsgesten völlig ignorierten und munter weiter drauf los hackten. Spätestens dann muss ein Schiedsrichter auch in der Lage sein das Spiel umzustellen und mit Karten die nötige Disziplin einzufordern. Notfalls auch mit Platzverweisen. Das tat Velasco Carballo jedoch nicht, er verteilte lediglich 4 gelbe Karten, als es längst zu spät war. In einem Spiel mit absurden 55 Fouls, hielt er es nicht für nötig eine harte Linie zu fahren. Und so eskalierte das Spiel zunehmend. Die Fouls wurden brutaler, der Spielrhythmus war größtenteils nicht gegeben.
Und so gipfelte die sich hochschaukelnde Brutalität der Fouls in dem Einsteigen von Zuñiga gegen Neymar. Mit Anlauf von hinten das Knie in den Rücken gerammt. Keine Chance auf den Ball, normalerweise minimum gelb mit Option auf rot. Velasco Carballo war der Meinung hier kein gelbwürdiges Foul gesehen zu haben. Eine absurd falsche Einschätzung. Schließlich war die WM für Neymar damit aufgrund eines Wirbelbruchs beendet.
Leider stellt diese Schiedsrichterleistung keinen Anspruch auf Alleinstellung, etliche Spiele wurden durch schlechte Leistungen der Männer in schwarz beeinflusst. Wenngleich diese zumindest den bisherigen Gipfel darstellt. So kann man durchaus zu dem Schluss kommen, dass es zu diesem Foul nicht gekommen wäre, hätte man bereits von Anfang an eine harte Schiedsrichter-Linie ins Spiel gebracht.

Aber wie geht es für die gebeutelten Brasilianer nun weiter? Quo vadis, Brasil?
Mit Neymar fehlt ihnen nun der große Trumpf im Spiel nach vorne. Überraschungsmoment und Konstante zugleich. Vorbereiter und Vollstrecker in Personalunion. Einen baugleichen Ersatz kann es nicht geben. Der König ist der König, weil nur er das kann, was die anderen nicht können. Daher müssen sie versuchen es in der Breite aufzufangen, die Last auf mehrere Schultern zu verteilen. Jedoch haben die überiggebliebenen Offensivkräfte, wie Hulk, Oscar, Fred oder Willian nicht die Extraklasse eines Neymar, die es aber zweifelsohne braucht um einen WM-Titel zu holen.
Brasilien wird es enorm schwer haben diesen Ausfall zu kompensieren. Oft hatte man den Eindruck, dass in Phasen, wo das Offensivspiel stockte nur Neymar derjenige war, der sie wiederbeleben konnte. Sie hingen dann an seinem Tropf, doch dieser Tropf wurde ihnen aus der Vene gezogen. Äußerst fraglich ob sie eine alternative lebenserhaltene Maßnahme präsentieren können.

 

Beitragsbild: Quelle

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2 Kommentare zu “Der König ist tot, es lebe der König?”

  1. Ich bin doch überrascht davon, wie viele excellentre Einzelspieler, die für sich teilweise Weltklasse sind, im Team unter gehen.
    Aber ich glaube auch, dass so auch aus der Not eine Tugend werden kann.
    So ist der Druck etwas raus, so ist man aus der Favoritenrolle raus und kann die Chance durchaus nutzen.
    Genug Potenzial an Spielern haben sie ja….

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