… and the Home of the Brave!

‚And the star-spangled banner in triumph shall wave‘, so heißt es in der amerikanischen Nationalhymne und so kann man auch das Verhältnis der Amerikaner zum Sport beschreiben. Sie lieben ihr Land über alles, patriotisch wird dort jede große Sportveranstaltung mit dem Absingen ihrer Hymne eingeleitet. Aber sie lieben es vor allem wenn sie Erfolge im Sport feiern können. Wenn sie ihre Helden auf dem Spielfeld, vor Patriotismus nur so strotzend, in den Himmel loben können, dann sind die Amerikaner mit einem Feuereifer bei der Sache, der weltweit seines Gleichen sucht.

Auch bei der Fussball-Weltmeisterschaft schaffte es das US-Team mal wieder mit unerwarteten Last-Minute-Siegen und einem aufopferungsvollen Kampfeswillen ihre Landsleute emotional mitzureißen. Mit genau dieser Spielweise, die sie in den Staaten so lieben: niemals aufgeben, um jeden Meter kämpfen, aber dabei nie vergessen dem Gegner Respekt zu zollen. Bis zum knappen Ausscheiden in der Verlängerung des Achtelfinals hatte man in der Heimat eine echte Euphoriewelle losgetreten. Stars aus allen Branchen des Entertainment solidarisierten sich mit den US-Boys. Vom einschüchternden Hulk Hogan, über Ex-Gouverneur Arnold Schwarzenegger bis zu Tom Hanks. Sogar President Barack Obama ließ es sich nicht nehmen seinen höchsten Respekt auszusprechen und klingelte nach dem Ausscheiden mal eben bei Captain Clint Dempsey durch. Aber auch das amerikanische Volk ließ sich anstecken und veranstaltete vielerorts große Public-Viewing-Events. Mit viel Bier, Flaggen und großer Begeisterung entdeckt man beim lange verschmähten Soccer langsam, was in den etablierten Fussballnationen schon längst usus ist: Zusammen feiern und sein Land anfeuern. Eben ganz nach dem Geschmack der Amerikaner.

Es liegt aber auch in der Natur eines Fanvolkes sich vor anderen Nationen behaupten zu wollen. Dieser Drang sich mit anderen Ländern zu messen, wird in der Fussballwelt laufend befriedigt. Aller 2 Jahre findet ein großes Turnier statt bei dem man sich wieder erneut hervortun kann. Die Amerikaner kennen dieses Gefühl jedoch nicht. In den großen Sportarten des Landes, nämlich Football, Basketball, Baseball und Eishockey, gibt es entweder keine Nationalteams oder sie haben kaum Bedeutung und stehen im Schatten der nationalen Liga. Die jeweils mit Abstand beste Liga der Welt hat bei all diesen Sportarten ihre Heimat in den USA. Es gibt in der Welt wenig bis gar keine Konkurrenz. Hier liegt aber auch das vermeindliche Problem: anders als beim Fussball bleibt man immer unter sich, einen Wettkampf mit anderen Nationen gibt es maximal bei olympischen Spielen, der jedoch aufgrund der großen Überlegenheit meist einseitig ausfällt.
Diese Sehnsucht nach dem Wettkampf mit anderen Nationen kann also auch eine Erklärung für die neue Euphorie für den Soccer sein.

Doch kann der amerikanische Fussball dieser Sehnsucht auf Dauer gerecht werden? Ein Lösungsansatz:
Die jüngsten Achtelfinaleinzüge bei den letzten Weltmeisterschaften sind sicher achtsam, aber können den Fussball dauerhaft nicht als Spitzensportart in den USA etablieren. Die sportiche Klasse reicht für mehr aber auch nicht aus. Wie kann man also dafür sorgen, dass sich das ändert?
Die Major League Soccer wird nie eine der großen Ligen im Fussball werden, das Herz des Vereinsfussballs wird auch weiterhin in Europa schlagen. Die Liga kann also kein Fundament für das Nationalteam darstellen. Allerdings stellt das für viele der etablierten Fussballnationen auch kein Problem dar, sie gehen andere Wege. Ein anderes Fundament kann die Jugendarbeit sein. Wenn man es schafft in der Heimat viele talentierte Jugendspieler auszubilden, profitiert davon die eigene Nationalmannschaft, auch wenn die heimische Liga nicht attraktiv genug ist diese zu halten. Die Kunst dabei ist es die talentiertesten Jungs strategisch sinnvoll in den großen europäischen Ligen unterzubringen. Dort erhalten sie dann den Schliff, den sie brauchen um im Spitzenfussball mithalten zu können. So wird es schließlich seit Jahrzehnten beispielsweise in Südamerika praktiziert. Dort bestehen die Nationalteams aus Spielern, die es in Europa zu Stars geschafft haben.
Wenn man das konsequent praktiziert, kann auch ‚the Home of the Brave‘ auf Dauer eine echte Größe im Weltfussball werden und wir sehen demnächst noch mehr solcher Gänsehautmomente aus den Vereinigten Staaten:

 

Beitragsbild: Quelle

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s