„Kostet ’ne Kiste!“ – Thomas Müller, der Anti-Profi

Die Faszination des Fussballs macht vor allem aus, dass er simpel ist. Jeder versteht die Grundsätze dieses Spiels in wenigen Minuten und kann mitreden. Der Amateurfussball bildet dabei das Fundament. Besonders die Tatsache, dass im Amateurbereich, wie in der Profiabteilung dasselbe Spiel gespielt wird, erklärt die Begeisterung, die dieses Spiel auslöst. Soweit die Grundidee.

Bedingt durch die Kapitalisierung des Sports und dem zunehmenden Druck der Presse tut sich aber bereits seit Jahren eine immer größer werdende Kluft zwischen den Amateuren und den Profis aus.
Während bei den Amateuren immer noch Tugenden, wie Treue, Zusammenhalt und Wille wichtig sind, geht es im Geschäft der Profis immer häufiger nur noch um Selbstvermarktung, Geld und Einfluss. Die Stars werden heute gefeiert wie Popstars und werden regelrecht dazu gedrängt sich auch wie solche zu verhalten. Weichgespült durch Berater und Vereine werden in Interviews keine kritischen Worte mehr geäußert, die die perfekt wirkende Fassade ankratzen könnten.

Doch einer, der ist anders. Er könnte es sich zweifelsohne leisten arrogant aufzutreten, das Leben der Reichen und Schönen zu genießen und seine Berater für ihn sprechen zu lassen. Wie die meisten seiner Kollegen auf diesem fussballerischen Niveau. Aber Thomas Müller ist nicht so.
Er ist um keine kesse Antwort verlegen, hat immer ein Lächeln auf den Lippen und vergisst vor allem eins nicht: Den Spaß am Spiel. Er macht das alles nicht um sich selber zu produzieren, er macht es, weil es ihm Spaß macht. Eben, wie jeder Kreisligaspieler auch. Nur auf wesentlich höherem Niveau. Würde man ihn heute fragen, ob er morgen ’ne Runde auf den Bolzplatz kommen würde, er wäre vermutlich der Erste dort und hätte noch ’ne Kiste Bier für danach dabei. Undenkbar für viele seiner Profikollegen. Wenn er im Training einen Tunnler verteilt, geht es ihm nicht um die Demütigung, die Degradierung seines Kollegen, damit er besser darsteht. Nein, er würde wohl lediglich ein kerniges „Das kostet ’ne Kiste!“ in die Runde rufen. Und das auch so meinen.

Thomas Müller passt eigentlich nicht in die heutige Welt des Fussballs. Und das ist auch gut so. Deswegen lieben die Fans ihn auch besonders, weil er noch „einer von ihnen“ ist. Einer mit dem man sich identifizieren kann. Der sich vom Geschäft nicht hat verändern lassen. Seine Art neben dem Platz und sein Spiel auf dem Platz lässt die Fans etwas in Nostalgie schwelgen und an Zeiten denken, in denen der Profifussball noch mehr wie der Amateurfussball war. Ehrlich.

 

Beitragsbild: Quelle

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