Die Lösung

Deutschland war noch nie ein Land der Sportkommentatoren.

Vom nüchternen Ernst Huberty, der hauptsächlich Spielernamen runterbetete, über den selbstgefälligen Heribert Faßbender, bis hin zum fehlinformierten, ständig Spieler verwechselnden Marcel Reif. Zu sachlich, wenig emotional, kein Händchen für die Situation, fachlich inkompetent. Die Riege des Kommentatoren-Teams von ARD und ZDF für diese WM bildet da leider keine Ausnahme.

Oft fragt man sich als etablierter, langjähriger Fussballfan warum während des Spiels wieder und wieder absolute Grundlagen des Fussballs ausschweifend erklärt werden, während interessante Details falsch oder gar nicht wiedergegeben werden. Natürlich gibt es, vor allem aktuell auch bei einer WM, viele Zuschauer, die sich sonst wenig bis gar nicht mit dem Fussball beschäftigen, keine Frage. Aber kann das wirklich die Zielgruppe einer Fussball-WM sein? Dem größten Turnier der bekanntesten Sportart der Welt? In einem Land, das den mitgliederstärksten Einzelsport-Verband der Welt stellt?
Schwer vorstellbar. Für ARD und ZDF scheinbar schon.
Aber warum keinen Kompromiss finden, der weder die eingefleischten Fans vor den Kopf stößt, noch die Eventfan-Fraktion fragend zurück lässt? Die Antwort liegt eigentlich nahe. Ein Lösungsvorschlag:

Eine zweite Kommentatoren-Tonspur könnte das Problem größtenteils lösen. Auf Spur 1 kommentiert ein fachlich kompetenter, nur auf die situationstechnischen Details eingehender Kommentator. Auf Spur 2 ein erklärender, grundlagenerläuternder Kommentator, der dem wenig informierten Publikum entgegenkommt.
So überlasse ich jedem Zuschauer die Wahl für wie fundiert er sein Fussballwisssen hält.
Diese Neuerung ließe sich sogar auf ein anderes Kommentatorenproblem adaptieren: die Neutralität.
Spiele zwischen großen Rivalen mit mitgliederstarken Fanlagern, die die Nation spalten, ließen sich so von zwei Seiten beleuchten. Der eine Kommentator aus der Sicht des einen Teams, der andere aus der Sicht des anderen Teams. So wird kein Fanlager mit der Neutralität des Kommentars entnervt.
Die Lösung könnte also sehr nahe liegen und wird lediglich durch die Unflexibilität der Übertragungssender blockiert.

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2 Kommentare zu “Die Lösung”

  1. Hallo maxfridge,
    eine weitere Möglichkeit wäre vielleicht auch ein Experte. So ähnlich wie bei der Formel 1 bei RTL. Einer stellt die Fragen, die das breite Publikum vielleicht stellen würde. Einer beantwortet die Fragen fachlich, und gibt vielleicht noch den einen oder anderen Hinweis darüber hinaus.
    Ansonsten würde ich mir einfach einen Kanal ohne Kommentator wünschen, wäre manchmal hilfreich ;o)

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    1. Diese Kombo aus Kommentator und Experten als Sidekick gab es ja schon oft, nur finde ich das Zusammenspiel meistens unglücklich.
      Naja und die zweite Variante nennt sich „Stadionatmo“ und gibt es schon bei sky 😀

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