Never mind the Joker

Spanien raus, England raus, Italien raus.
Es fällt leicht da in schadenfreudige Euphorie zu verfallen, mit dem Finger auf sie zu zeigen, uns selber schon im Finale zu sehen.
Schließlich verdanken wir zumindest zwei dieser Nationen sämtlichesportliche Traumata der letzten acht Jahre.

Aber ist es wirklich dasselbe ohne unsere größten Widersacher? Sie nicht auf dem Platz zu schlagen, sondern sie bereits vorher scheitern zu sehen? Ist es nicht genau das, was so einen etwaigen Triumph ausmachen würde? Alte Rechnungen begleichen, Genugtuung, inneren Frieden finden.

Es ist ein bisschen wie das Dilemma des Jokers.
Sein größter Feind und Widersacher ist Batman. Er wünscht sich nichts mehr, als ihn zu überlisten, ihn zu demütigen, ihn leiden zu sehen. Sein ganzes Leben ist danach ausgerichtet.
Aber wenn er die Chance hätte ihn für immer zu eliminieren, er würde es nicht tun. Weil er ganz genau weiß, dass er ohne ihn nicht existieren kann. Er braucht diesen Antrieb, immer besser sein zu wollen.

So verhält es sich auch mit unseren sportlichen Rivalen. Wir sehen nichts lieber, als eine Niederlage der Spanier, Italiener, Engländer. Aber ohne sie wäre es nicht dasselbe. Wir brauchen sie für diesen Kick immer besser sein zu wollen. Deshalb ist es schade, sie jetzt schon nicht mehr im Turnier zu sehen.

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