Bolz & Grätsch E007 – Rebolzed Vol. 1

Die akustische Sehnenscheidenentzündung in der großen Welt aller Podcasts weltweit widmet sich dem digitalen Fussballspielen. Was man auf dem Platz selber nicht hinbekommt, ist auf der Konsole mit zwei gesunden Daumen problemlos machbar. Und weil es über das Zocken so viel zu erzählen gibt, haben sich Max und Michael diesmal einen Gast dazugeholt. Den Mann für die Aufnahmetechnik tritt vom dunklen Backstagebereich ins Rampenlicht: Marius! Die drei beiden quatschen vor allem über die Mutter aller Fussballgames. Und zwar FIFA. Schonungslos und mit allen Details.

Für mehr von unserem Podcastprojekt, schaut doch mal auf ww.bolzgraetsch.de vorbei!

Der Sport1 Fantalk vom 9. Mai 2017 – Retalked

 

Es war sicherlich ein kurioser und zeitweise schräger Sport1 Fantalk am 9. Mai 2017. Das Spiel Juventus Turin gegen AS Monaco war fast schon nebensächlich aufgrund des deutlichen 0:2-Auswärtssieges von Turin in Monaco. Daher standen einige andere Themen auf der Tagesordnung. Zum Beweis, dass es „schräg“ war reicht dieses Video, oder?

Eben.

Ich greife heute noch einmal die wichtigsten Themen auf und gebe meinen Senf dazu!

Der BVB in der Krise?

Die Aussagen von Joachim „Aki“ Watzke in einem Zeitungsinterview befeuern aktuell die Gerüchte über ein Zerwürfnis zwischen ihm und seinem Trainer Thomas Tuchel. Zwei Spieltage vor Schluss und mit einem Pokalfinale vor der Brust ein denkbar ungeschickter Zeitpunkt, um Unruhe in die Mannschaft zu bringen. Was können die Gründe sein? Als seriöser Fußballblog beteiligen wir uns selbstverständlich sehr gerne an jeglicher Art der Spekulation. Es ist durchaus denkbar, dass Tuchel im Laufe des Jahres oder kurzfristig ein Angebot von einem anderen Verein erhalten hat (FC Barcelona, Bayern München, FC Arsenal?) und damit nun an die Geschäftsführung herangetreten ist, mit der Bitte um Vertragsauflösung. Dass das Verhältnis der beiden schon Risse hat, wurde immer wieder gemunkelt. Wenn er die Vereinsführung vor vollendete Tatsachen gestellt hat, könnte das einen emotionalen Ausbruch von Aki erklären.

Außerdem stehen auch die Trainings- und Umgangsmethoden von Tuchel und seinem Team in der Kritik. Dort sollen junge Spieler nicht respektvoll behandelt werden oder zwischenzeitlich demütigende Übungen durchführen. Ein Zerwürfnis zwischen Mannschaft und Trainer ist naturgemäß ein Grund, über einen Trainerwechsel nachzudenken.

Die dritte Variante: Watzkes Aussage wird medial überinterpretiert und auch Tuchels ablehnende und sparsame Reaktion zu diesem Thema bedeuten keinen Bruch in der rissigen Beziehung, sondern einfach, dass er nicht darüber reden möchte, weil er sich auf die letzten Spiele konzentriert.

Es bleibt spannend und wird sicherlich noch weiter diskutiert und vor allem spekuliert. Hier noch ein Ausschnitt zur Diskussion:

Der S04 in der Krise!

Was war da los am Wochenende? Alle Teams, die um die Europa-League-Plätze mitspielen, lassen Federn. Schalke hat am Sonntag die Möglichkeit mit einem Sieg gegen Freiburg einen Riesenschritt Richtung Europa zu machen. Was passiert? Mit einem blutleeren, desolaten Auftritt verliert S04 0:2 bei einem gut aufgestellten SC Freiburg. An dieser Stelle sei gesagt, dass ich einer weiteren trockenen Analyse überdrüssig bin, und es mal ganz ruhrpottlerisch auf den Punkt bringe: Wenne in dem Spiel nich ausse Puschen kommst, dann brauchste auch nich nach Europa fahren. Datt hasse dann einfach nich verdient!

Oder kurz gesagt: Datt is scheiße!

Das Marketing versucht alles, um dem Club das Kumpel/Malocher-Image aufzustülpen und die Mannschaft spielt vom Niveau her Unter Tage. Welch Ironie.

Nicht nur Fans, sondern mittlerweile auch Experten sind ratlos. Liegt es an Markus Weinzierl und Christian Heidel? Ist der FC Schalke 04 zu groß für die beiden, wie es Sport1-Experte Peter Neururer vermutet?

Eine Theorie, was mit Vereinen wie Bayer Leverkusen, VfL Wolfsburg und FC Schalke 04 los ist, haben wir hier.

Messi oder Ronaldo – Wer ist besser?

Das ist keine Frage für das Familienduell, denn wenn wir 100 Leute fragen, werden 50 Messi sagen und 50 Ronaldo (oder, wie gestern im Sport1 Fantalk, einer wählt Huntelaar).

Diese Abstimmung ist auch am Ende schon die Antwort auf die Frage. Keiner und beide. Womit verdient man es, als Bester betitelt zu werden? Ist es Talent, Spielwitz und Kreativität dann gewinnt Messi. Ist es akribische Arbeit am eigenen Körper, Athletik und Ehrgeiz dann ist es Ronaldo.

Was ich damit sagen will: Es sind zwei grundlegend verschiedene Spielertypen.

Messi hat wesentlich mehr Talent mitbekommen und ist eher ein intuitiver Spieler, der im Zentrum mit seiner Kreativität ein Spiel durch Dribblings, Pässe und Tore entscheiden kann. Er ist in seiner Rolle im Team und seinen Qualitäten breiter aufgestellt.

Ronaldo ist ein Vorzeige-Athlet, der hart an sich und seinem Spiel arbeitet. Er hat sich den Status und seine Qualität durch intensives Training und viel Disziplin erarbeitet. Natürlich ist ein großes Grundtalent vorhanden. Aber die Spiele entscheidet er am Ende mit Schnelligkeit Dynamik und Kraft – Qualitäten, die er sich angeeignet hat.

Wer verdient es mehr? Der mit dem größeren Potential oder der, der mehr dafür tun muss?

Ich behaupte: Hätte Ronaldo um sich herum nicht diese Marke des vermeintlich arroganten, selbstverliebten Schönlings aufgebaut, wäre er in diesem Ranking beim Zuschauer vorne.

So bleibt es der ewige Zweikampf zweier Fußballgiganten. Mit Dybala und Mbappé kratzen in dieser CL-Saison auch schon zwei Nachfolger an die Tür. Am Ende wirst du nur Weltstar, wenn du Saison für Saison dieses Niveau hältst. Wir dürfen gespannt bleiben.

3 Thesen für das schwache Abschneiden deutscher Topclubs

Grundlegend stimmt etwas mit den mutmaßlichen Top-6-Clubs in Deutschland nicht. Schalke 04, Bayer Leverkusen und der VfL Wolfsburg sollten nominell alle um Europa und eigentlich sogar um die Champions League mitspielen. Was ist da los?

Ich stelle folgende Thesen auf:

  1. Die Sportdirektoren müssen weg von der individuellen Klasse. Nicht komplett, aber das Hauptaugenmerk sollte auf dem Zusammenstellen einer homogenen Mannschaft liegen. Das bedeutet präzise Auswahl von Spielern und einem passenden Trainer. Schalke, Leverkusen und Wolfsburg haben großartige Fußballspieler, die nicht miteinander harmonieren. Eigentlich Aufgabe des Trainers, aber da kommen wir zur zweiten These.
  2. Es gibt ein Problem in der Mentalität von Profi-Fußballern. Sie bekommen zu früh oder zu sehr das Gefühl vermittelt, den Verein mitgestalten zu können. Zu sehr das Gefühl, der Verein ist abhängig von ihnen. Schlechte Leistungen und Ergebnisse werden auf den Schultern des Trainers geladen, den die Mannschaft gegebenenfalls nicht einmal ernst nimmt. Ein international gestandener Fußballspieler tut sich vielleicht schwer mit einem mittelmäßig erfolgreichen Trainer aus der zweiten Fußballbundesliga.
  3. Die Vereine sind Schuld daran, dass es nur noch ganz wenige große Trainer gibt. Warum? Weil sie verheizt werden. In dieser Saison gab es bereits 11 Trainerwechsel, letzte Saison mit Wechseln am Saisonende 13 Trainerwechsel. Bei einer derartigen Fluktuation kann kein Trainer reifen. Unerfahrene, junge Trainer funktionieren bei Mannschaften mit vielen Perspektivspielern, aber nicht bei Mannschaften, deren Etat und sportliche Führung die Top 5 anstreben. Es sei denn, eine dieser Mannschaften wählt einen personellen Kahlschlag, sortiert alle etablierten, „satten“ Spieler aus und holt hungrige ehrgeizige Spieler.

Nein nein, nix Blockfahne hier

Eine Story, die fast schon zu absurd ist, um sie zu glauben. Im Vorfeld des Pokalhalbfinals zwischen Borussia Mönchengladbach und Eintracht Frankfurt haben die Gladbacher Ultras eine Choreo geplant. Mit großer Blockfahne, allem drum und dran. Soweit alles Normalität für den Rahmen eines wichtigen Spiels. Doch bevor die große Blockfahne zum Einsatz kommen konnte, wurde sie irreparabel beschädigt. Durch eine Putzkolonne, die der Meinung war, dass das Abfall sei. Kein Scherz, wirklich so passiert. Pikanterweise war das auch noch ein eigens vom Verein angeheuertes Putzgeschwader. Einen gewissen Unmut der Ultras kann man wohl nachvollziehen.

Unweigerlich muss man aber an die spanische Putzfrau Consuela aus Family Guy denken, die wohl so geantwortet hätte:

Stammspieler kassiert Platzverweis

Klingt erstmal unspektakulär. Passiert bei internationalen Topspielern, wie Vidal oder Ramos schließlich auch ständig. Doch hierbei handelt es sich mal wieder um eine Geschichte, wie sie nur die gute alte Kreisliga schreiben kann.

Es ist etwa zwei Jahre her, als sich auf dem fein gemähten Grün des TuS Rodenbach, einem kleinen, naturbewussten Verein aus Neuwied, ein etwas hüftsteifer Neuzugang wiederfand. Genau genommen befand sich nach einer nie aufgeklärten Nacht-und-Nebel-Aktion ein Baum auf dem Spielfeld der Rodenbacher wieder. Fein säuberlich eingegraben, sogar mit allen Wurzeln. Der Platzwart war geradezu angetan. Blöd nur, dass er sich auch um die Ausgrabung des neuen „Stammspielers“ kümmern musste. Ob der von der Lokalpresse „Baum des Anstoßes“ getaufte Holzfuß an einem sichereren Ort weiterleben durfte, ist indes unklar.

Manch einer vermutete ja, dass die lokale Baumschule mit dem Sponsoring hier etwas zu weit gegangen sei.

Quelle: Rhein-Zeitung

In Barcelona sind Ziegen heilig

Der gestrige Abend war mal wieder ein großer Schritt in die Richtung, dass demnächst niemand mehr anzweifeln kann, wer im Fussball der GOAT (Greatest Of All Time) ist. Sicher, andere Sportarten haben es einfacher. Vor allem diese, in denen es nur eine relevante Liga für die Weltspitze gibt. Gemeint sind die großen amerikanischen Sportarten, wie Basketball, Eishockey oder American Football. Jordan, Gretzky und Brady dürfte da wohl der kleinste gemeinsame Nenner sein. Aber wenn man Messi spielen sieht, kann man wohl die vagen Faktoren, wie Ligen oder verschiedene Zeitalter, ausschalten und einfach anerkennen, dass dieser Typ alles überragt.

Man hatte beim Clasico gegen Real den Eindruck, dass dort 21 Spieler auf dem Platz stehen, die Fussball auf allerhöchstem Niveau spielen. Im größten irdischen Ligaspiel. Nur einer, der übt offensichtlich eine andere, nur ihm bekannte, Sportart aus. Ein Außerirdischer zwischen Normalsterblichen. Nachdem er nun mit dem sagenhaften Siegtreffer auch die 500-Tore-Marke geknackt hat, werden die GOAT-Rufe immer lauter. Wir stimmen ein:

Deshalb sind Ziegen wohl inzwischen heilig in Barcelona.

Wobei, manch einer aus dem Norden Deutschlands hätte gestern wohl lieber das hier gesehen:

Von der Kreisliga lernen, heißt siegen lernen

Die Bundesliga hat heute verkündet, dass der offizielle Spielball ab der Saison 2018/2019 nicht mehr von Adidas gestellt wird, sondern von Derbystar. Derbystar? Ja, richtig gehört. DER Kreisligaball schlechthin. Die Bälle der Marke Derbystar rollen zu Zehntausenden jeden Sonntag über die holprigen Ascheplätze und etwas weniger holprigen Kunstrasenplätze des Landes. Streng genommen rollen sie eher selten kontrolliert. Meist hoppeln sie, werden von unbeholfenen Füßen aus dem Sechzehner katapultiert oder finden sich nach einem Torabschluss in einem angrenzenden Teich wieder.

Das wird in der Bundesliga sicher etwas anders aussehen, dennoch kommt auf die hochbezahlten Filigranfüße eine echte Umstellung zu. Denn ein echter Derbystar ist kein Hightech-Leichtgewicht-Ball, der schon bei einem leichten Windhauch über das Tor fliegt. Nein! Der Derbystarball ist ein bodenständiges Arbeitermodell. Um mit diesem Ball einen satten Torschuss hinlegen zu können, muss man einiges investieren. Vor allem Kraft. Reichlich Kraft. Es soll schon Kreisligakicker gegeben haben, die sich beim Torschussversuch mit einem regennassen Derbystar den Mittelfuß gebrochen haben. Glatter Bruch, sechs Wochen Gips, der Ball hat nur gelacht. Marco Reus sollte sich gegebenenfalls die Sache mit einem Auslandswechsel nochmal überlegen, denn mit seinen zerbrechlichen Füßchen könnte das schwierig werden.

Auch das Defensivverhalten wird sich drastisch ändern. Bei der Wucht eines geschossenen Derbystarballs wird sich jeder Spieler zwei Mal überlegen, ob er sich in die Schussbahn wirft und versucht diesen zu blocken. Schließlich riskiert man ungern schwere Prellungen, wie nach einem Boxkampf. Der Verschleiß an Tornetzen, sowie Torgestängen an sich wird drastisch steigen. Das gewöhnliche Bundesligaaluminium ist einem solchen Ball schlichtweg nicht gewachsen. Wohingegen wir endlich mal erleben könnten, wie ein Spieler das Tornetz zerschießt. Ganz nach dem Vorbild der Zeichentrickserie Captain Tsubasa.

Auf der anderen Seite wird der Fussball in der Bundesliga aber auch wieder viel ehrlicher werden. Zweikämpfe, Schmerzfreiheit und Willenskraft gewinnen wieder an Bedeutung, während filigranes „Klein-„Klein“ eher zur kaum machbaren Kür wird. Mit dem Wechsel des Spielballherstellers kehrt die Liga zurück zu ihren Wurzeln. An die Basis aller Fussballkunst Deutschlands: Der Kreisliga. Schön.