Das erste DIAGO-Buch: How To Survive Kreisliga

„Was lange währt, kommt endlich raus“ besagt ja schon ein altes Autorensprichwort. Vor einiger Zeit haben wir euch ja angekündigt, dass wir parallel zu unseren Blogaktivitäten an einem Buchprojekt arbeiten. Dieses Projekt haben wir mit unserem Verlag Schwarzkopf&Schwarzkopf nun endlich abgeschlossen und freuen uns, dass wir unserer treuen DIAGO-Anhängerschaft das Ergebnis präsentieren können.

Eine unserer erfolgreichsten Blog-Serien war zweifelsohne „An jedem verdammten Sonntag“ (lange bevor Ran ihre NFL-Übertragungen so genannt haben), in der wir in vielen ironischen, aber stets so erlebten, Stories und Typisierungen die Kreisliga versucht haben näher zu bringen. Daher haben wir uns diesem Thema noch intensiver gewidmet und einen ganzen Ratgeber darüber geschrieben, der ein absolutes Muss für alle Amateurkicker und solche, die welche werden wollen, ist. Dabei sind unsere gesammelten Anekdoten eingeflossen und haben ein buntes Potpurri an Kreisligageschichten ergeben. Allesamt haben wir entweder so erlebt oder sie wurden uns glaubhaft vermittelt. Kreisligaehrenwort! Und das zählt mehr, als jeder Schwur.

Daher würden wir euch empfehlen, dass ihr euch dieses Werk aus der Feder zweier Autoren am Anfang ihrer Schreibkarrieren zulegt. Ihr werdet darin vielleicht nicht den Sinn des Lebens finden, dafür aber herzhaft lachen. Und das ist doch auch was.

HIER kommt ihr zu einer Vorschau des Buches samt Inhaltsangabe.

… und wenn ihr es direkt erwerben wollt, dann klickt einfach folgendes Bild an und ihr seid auf einer bekannten Shoppingseite:

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Sehnsucht nach Oenning – Interview aus einer besseren Zeit

Nostalgie. Eins der gleichzeitig schönsten, aber auch wehmütigsten Gefühle. Weil man weiß, dass die gute, alte Zeit nicht mehr wiederkommen wird.

Die Lösung dafür könnte sein, sich einfach stets zu aktuellen Anlässen an die schönen Tage damals mit einem Lächeln zu erinnern. Genau diesen Gedanken hatten auch die, mittlerweile zu mittelstarker Internetberühmtheit gekommener, Jungs vom „Oenning’schen Fußballprinzip„.  Vom Fussballinteresse her groß geworden in den sportlich „rustikaleren“ Jahren  der Bundesliga um die Jahrtausendwende herum.

Warum es auch heute noch erfüllender sein kann die Kader von längst vergessenen Zweitligisten kurz nach dem Millenium auswendig zu lernen, als einem Brausehersteller heute dabei zuzusehen, wie er einen erfunden Club in die Bundesliga führt, haben wir in einem äußerst unterhaltsamen Interview herausfinden wollen.

Aber lest selbst!


DIAGO: Zunächst müssen wir euch die Gretchenfrage stellen: Anstoss 2 Gold mit den voreingestellten Fake-Namen oder mit Originalnamen-Patch?

Oenning’sches Fußballprinzip: Dieses Meisterwerk aus dem Hause Ascaron haben wir tatsächlich mit Fake-Namen gespielt. Namen wie Stefan Apfelberg, Jens Voremies und Hasan Pelihamidzic hatten einfach Stil. Außerdem ist das Downloaden von Originalnamen-Patches doch eh was für ehrenlose Schönwetterzocker: Wenn man schon realitätsgetreue oder aktualisierte Daten haben möchte, dann editiert man sich selbst die Finger wund! Machen wir heute noch so bei der Fußball-Manager-Reihe.
Einer von uns hat Anstoß 2 Gold übrigens im Garten seiner Großeltern gefunden. Komplett verpackt und mit Preisschild. Irgendjemand muss es dahin geschmissen haben. Wer auch immer das war: Danke dafür! Muss wohl eine Oenning’sche Fügung gewesen sein…

Nachdem wir das geklärt hätten, nun zu euch: Von außen betrachtet ist eure Seite ein nerdiges Potpurri aus dem Rezitieren von möglichst unbekannten Fussballern, vorwiegend aus der Bundesliga, zu aktuellen Anlässen und dem Schwelgen in Erinnerungen von dem, wie der Fussball mal vor 10 bis 20 Jahren war. Was ist die Grundidee hinter eurer Seite?

Uns geht einfach regelmäßig das Herz auf, wenn wir uns unsere alten Panini-Sammelalben und die Kicker-Sonderhefte anschauen. Was kann einen Menschen auch glücklicher machen, als die Namen längst in Vergessenheit geratener Spieler, wie Jeff Strasser, Sasa Ciric, Wilfried Sanou oder Bachirou Salou zu lesen? Dieses Gefühl wollen wir auch denjenigen bescheren, deren Mütter die alten Alben versehentlich in den Müll geschmissen haben.
Das waren im Übrigen dieselben Mütter, die auch die Fußballtrikots in Kindergrößen weggeschmissen haben und das damit begründet haben, dass die Trikots einem ja sowieso nicht mehr gepasst hätten…

War der Fussball, damals vor 10 bis 20 Jahren, besser oder sind die Erinnerungen daran nur positivere? Könnt ihr dem aktuellen Fussball noch etwas abgewinnen?

Qualitativ war der Fußball schlechter und langsamer, das lässt sich wohl kaum bestreiten. Aber damals wurde man im Stadion auch nicht von Selfie-Sticks und Klatschpappen belästigt, sondern von Bierduschen und Regenschauern übergossen. Und man musste sich im Internet nicht ständig durchlesen, dass die Bayern die Liga kaputtkaufen. Da hat jede Mannschaft 200% gegen die Münchner gegeben. Und wenn es am Ende 3 Rote Karten und 2 Schienbeinbrüche gab, dann war das halt so. Wie singen die Jungs von 21 Pilots so schön: “Wish we can turn back time; to the good old days“

In einer Zeit, in der es NICHT mehr Usus ist, dass Brasilianer grundsätzlich einige Tage zu spät aus dem Urlaub zur Vorbereitung kommen, weil sie den Flieger verpasst haben (natürlich), haben die medial glattgebügelten Profis heute nur noch sehr selten charakterliche Ecken und Kanten. Was meint ihr, woran das liegt?

Der Fußball mutiert spätestens seit der WM 2006 immer mehr zum Massenevent, in dem es primär nicht mehr um den Sport geht, sondern darum, möglichst viel Profit zu generieren. Spieler bzw. Angestellte, die ihre Meinung offen kundtun, passen da einfach nicht mehr rein. Wenn ein Spieler erst ein Marktwert ist, und dann ein Mensch, dann muss er sich auch einem marktwertorientierten Verhalten unterordnen… Wir vermissen einfach Typen, die ihre Mittelfinger zeigen, die beim Torjubel Botschaften auf ihren Unterhemden präsentieren und die sich im Training prügeln.

Wir als independent, nicht im geringsten Gewinn abwerfender Amateur-Fussballblog kennen das Zeitproblem eines solchen Projekts. Wie schafft ihr es in dieser Frequenz zu posten?

Wir studieren allesamt. Uns seien wir doch mal ehrlich: Bevor man sich mit Theorien von Bourdieu, Foucault oder Adam Smith auseinandersetzt, beschäftigt man sich doch viel lieber mit den Mannschaften von Rot-Weiß Oberhausen, Eintracht Trier und LR Ahlen aus dem Jahr 2003. Trier hatte zum Beispiel damals Milorad Pekovic im Sturm – für uns ein deutlich höherer Erkenntnisgewinn, als ihn uns das Studium jemals bieten könnte!

Besonders auffällig an eurer Seite ist außerdem der ungewöhnliche Name. Bestimmt habt ihr die Story schon drölfzig mal erzählen müssen, aber: Wie kam Michael Oenning zu der Ehre? Hat sein Kommentatoren-Sidekick von der WM 2002 Marcel Reif ihn empfohlen?

Wir saßen mal in gemütlicher Runde vor dem Fernseher und haben uns mit Freunden ein grauenhaftes Fußballspiel zwischen dem HSV und irgendeiner anderen Gurkentruppe angeschaut. In Ermangelung von Unterhaltung durch Bernardo Romeo, begannen wir über diesen emotionslosen Grottenkick zu sinnieren. Die Wurzel alles Bösen wurde ausgemacht und fortan als „Oenning’sches Fußballprinzips“ bezeichnet. Das wurde dann von Zeit zu Zeit zum geflügelten Wort. Dass der gute Mann jetzt Trainer vom zukünftigen Champions-League-Sieger Vasas Budapest ist, brauchen wir wohl nicht extra erwähnen.

Apropos Kommentatoren: Uns graust es ja oft, wenn professionelle (und gut bezahlte) Kommentaroren Spielernamen falsch nennen oder Fakten verdrehen. Kriegt ihr auch die Krise, wenn der Mann am Mikrofon beispielsweise den Vornamen von Sibusiso „The Puma“ Zuma, dem schnellsten Mann aus Bielefeld, nicht mehr kennt?

Bei blondgefärbten 0815-Spielern von Bielefeld kann sich natürlich mal ein Fehler einschleichen. Aber Stars, wie Sebastian Schweinsteiger von den Bayern oder Markus Marin von Gladbach sollte man richtig benennen können. An dieser Stelle würden wir uns übrigens gern als große Thurn-und-Taxis-Fans outen: Gibt’s was Schöneres, als dass er jeden x-beliebigen Spieler als “bulligen Internationalen“ bezeichnet? Egal, ob es sich dabei um Stuttgarts Philipp Lahm oder um Amsterdams Jaap Stam handelt. Erquickend ist es außerdem, wenn Fritz es schafft, Dennis Aogo in einem einzigen Spiel mit Eric-Maxim Choupo-Moting, Felipe Santana, Joel Matip, Gustavo Varela, Raffael, Mineiro, Dario Rodriguez, Orlando Engelaar und Zé Robert II zu verwechseln.

In euren Posts erwähnt ihr ja Massen an vergessenen Ex-Bundesligaprofis. Wenn ihr euch fussball-manager-mäßig einen Traumkader aus sympathischen Underdogs zusammenkaufen könntet, welche drei Spieler wären todsicher dabei?

Schwierige Frage! Cris von Leverkusen hätte auf jeden Fall gute Chancen. Bei Bayer 04 unterirdisch, bei Lyon später absolute Weltklasse. Des Weiteren hätte Francisco Copado gute Karten. Einen Goalgetter, der gleichzeitig der Schwager von Brazzo Salihamidzic ist, braucht man in jedem Team. Als Drittes würden wir jetzt noch einen Mann mit einem schönen Namen auswählen wollen. Unsere Lieblingskongolesen Macchambes Younga-Mouhani, Rolf-Christel Guié-Mien und Jean Tsoumou-Madza kämen da in Betracht. Oder natürlich Ahmed Reda Madouni.

Normal hätten wir ja Pascal Borel, Ingo Hertzsch und Thomas Kläsener aufzählen wollen, aber diese Ganoven meinten ja, ihre hübschen Karrieren bei RB Leipzig ausklingen zu lassen.

Zum Abschluss noch eine der wichtigsten Fragen der Fussballhistorie: Wären wir 2002 in Yokohama Weltmeister geworden, wenn Ballack nicht gesperrt gewesen wäre?

Wer Mannschaften wie Paraguay, die USA und Südkorea geschlagen hat, der hat es auch verdient, Weltmeister zu werden. Dass Ballack im Finale gegen die Brasilianer um Ratinho, Marcelo Pletsch, Tinga und Thiago Neves gesperrt war, war im Prinzip egal. Wären wir in der Position von Tante Käthe gewesen, dann hätten wir den Capitano damals gar nicht erst für das Turnier nominiert, sondern hätten Stefan Beinlich oder Holger Wehlage mitgenommen. Dann hätten die Burschen den Pott mit Sicherheit nach Deutschland gebracht. Aber nach drei Weizenbieren lässt sich das jetzt aus unserem Studio auch leicht sagen…

Gibt’s sonst noch etwas, was ihr loswerden wollt?

Um nochmal explizite Werbung in eigener Sache zu machen: Am 17. September um kurz nach 21 Uhr auf jeden Fall unseren Post zum Oktoberfest lesen!


Und diesen Post findet ihr, wie viele weitere, auf der Facebookseite des Oenning’schen Fußballprinzip. Einfach anklicken:

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El Superplástico

Dass das Duell Hoffenheim gegen Leipzig der „Plástico“ sei, ist natürlich Quatsch. Diesen Namen hat sich die Partie Leverkusen – Wolfsburg schon erarbeitet. Daher müsste man hier wohl folgerichtig vom „Superplástico“ sprechen.

Die Bundesligasaison 2016/2017 ist gerade mal einen einzigen Spieltag alt und wurde bereits Zeuge des ersten Gipfeltreffens. „Was für ein Gipfel denn?“ werden sich viele zurecht fragen. Dortmund und Bayern haben schließlich nicht gegeneinander gespielt. Gemeint ist nicht der sportliche Bundesligagipfel. Sondern vielmehr der „Gipfel der Unsympathen“. Wenn man, wie etwa beim allseits bekannten Familienduell,  100 Leute unabhängig voneinander befragen würde, wer denn die beiden unbeliebtesten Vereine in der Bundesliga sind, würden wohl etwa 99 Antworten: RB Leipzig und die TSG Hoffenheim. Den einen schwarz-gelben Hardliner, der vielleicht „Schalke und nomma‘ Schalke“ geantwortet hätte, können wir mal außen vor lassen. So klar, wie die Meinungen zu den beiden Clubs sind, so wirft es natürlich die Frage auf: Warum konzentriert sich die gesamte Abneigung der Fans auf Leipzig und Hoffenheim?

Tradition ist für weite Teile der Fans das teuerste Gut und Fundament der Identität eines Vereins. Sie unterstellen eine Daseinsberechtigung nur, wenn ein Club eine lange Geschichte vorweisen kann. Vergangene Erfolge, Beständigkeit, ein breites Einzugsgebiet und eine daraus resultierende Fanbasis sind die wichtigsten Faktoren. Neben den sportlichen Aspekten zählen aber auch die monetären. Ein Verein darf niemals das finanzielle Heft des Handelns aus der Hand geben. Geld ist erwünscht, jedoch ohne entscheidende Einflussnahme. Diese Kriterien erfüllen weder die TSG aus Hoffenheim, noch der Leipziger Rasenballsport.

Hoffenheim wird finanziert durch die Millionen von SAP-Mitbegründer Dietmar Hopp, der das Projekt mit seiner TSG stets als Herzensangelegenheit bezeichnete. Er schaffte es seinen Heimatverein quasi aus der Kreisliga bis hoch in die Bundesliga zu katapultieren. Zwar war dies nur mit hohen Investitionen möglich, doch auf den ersten Blick klingt die Geschichte wie die Fussballromantiker-Story schlechthin. Von der harten Asche der Kreisliga, bis auf den federweichen Hightech-Rasen in der Bundesliga.  Und doch wird der TSG seit ihrer Ankunft im Fussballoberhaus viel Hass entgegengebracht. Hauptsächlich, weil der Verein mit Geld arbeiten würde, das man sich nicht selbst erarbeitet hat. Das ist wohl korrekt, jedoch würde kein Bundesligaverein ohne Sponsorengelder überleben. Objektiv betrachtet ist es als Fan doch beruhigender zu wissen, dass der Verein von einem Mäzen finanziert wird, dem dieser am Herzen liegt, als von Sponsoren, die sich eine Marketingplattform erkaufen.

Hier kommt dann RB Leipzig ins Spiel. Auch dieser Verein wurde fremdfinanziert in die  Bundesliga gebracht. Doch steht hier nicht ein emotionaler Mäzen dahinter, sondern mit Red Bull ein Unternehmen, das den Verein quasi aus dem Boden stampfte. Die Vermutung, dass hier eine langfristige Werbeplattform etabliert werden soll liegt nahe. Allerdings ist die argumentative Angriffsfläche auf der sportlichen Ebene deutlich geringer. Hier setzt man fast ausschließlich auf junge, talentierte U23-Spieler, denen man die Möglichkeit bieten will sich zu beweisen. Ebenso wird die Jugendarbeit mit aufwändigen Leistungszentren forciert.

Es lässt sich also erkennen, dass man beide Vereine differenziert voneinander betrachten sollte. Auf der sportlichen Ebene hingegen kann man beiden eigentlich keinen Vorwurf machen. Nachhaltige Arbeit steht über allem. Das dürfte auch der Grund sein, weshalb das direkte Duell der beiden Clubs am vergangenen Sonntag wesentlich mehr Fernsehzuschauer anlockte, als zuvor angenommen. Die TSG-Fans grüßten zwar noch spöttisch die „4 Sky-Zuschauer“, doch die Wahrheit sah anders aus. Mit 460.000 Zuschauern war es die meistgesehenste Partie des Spieltags. Das Interesse ist also sehr wohl da.

Abschließend bleibt festzuhalten, dass in Leipzig und Hoffenheim sicher nicht alles „plastik“ ist. Eine differenzierte Betrachtung würde vielen traditionsorientierten Fans sehr gut tun.

Die Schland-Konjunktur

Die Europameisterschaft in Frankreich hat die Vorrunde nun hinter sich. Sportlich gesehen war das oftmals eher eingeschlafene Füße, als vor Aufregung zitternde Hände. Die deutsche Mannschaft hat sich davon nicht abheben können. Gruppenerster, aber wenig Highlights. Doch fernab vom Geschehen auf dem Platz: Wie ist eigentlich die Stimmung im Land des Weltmeisters? Sind wir alle noch so schön verliebt in unsere Nationalelf, wie am ersten Tag des Sommermärchens 2006? Die Antwort bedarf einiger Beleuchtungen.

Mit der Begeisterung für unsere Nationalmannschaft ist es, wie in einer wirtschaftlichen Konjunktur. Die WM 2006 im eigenen Land war der Auslöser für den Aufschwung. Wie in einer Beziehung, war die Begeisterung nie wieder so intensiv, wie in der ersten Phase der Liebe. Irrational, aber emotional findet man pauschal alles toll, was der andere macht. Kurz nach dem Turnier in Deutschland war die Stimmung am Siedepunkt. Da hätte man wahrscheinlich ein Public Viewing veranstalten können, das auf einer Leinwand live zeigt, wie die Mannschaft nach dem Training ausläuft und es hätten 50.000 auf der Fanmeile in Berlin gestanden. Unter der Woche. Im Regen. Vormittags. Man war einfach froh, dass der deutsche Fussball international wieder auf Augenhöhe mit den Besten war. Der Dank dafür ist uneingeschränkte Zuneigung und eine ausgeprägte Expansion des Patriotismus.

In den Jahren nach dem vielzitierten Sommermärchen verfestigte sich die Liebe zum Flaggschiff des deutschen Fussballs. Die Expansion war in vollem Gange. Weitere Erfolge wurden gefeiert, in jedem Turnier seit 2006 ging es mindestens bis ins Halbfinale. Man gewöhnte sich aneinander und die Erfolge wurden mehr und mehr zur Selbstverständlichkeit. Genau wie es zur Selbstverständlichkeit wurde, dass das Gucken der Spiele aufwändig zelebriert werden muss. Mit Fanartikeln und mindestens einem Grillabend drumherum. Wir unterscheiden zwischen zwei Zeitaltern des Fussballguckens: Vor 2006 und nach 2006. Während es vor 2006 als asozial angesehen wurde das Gucken zu zelebrieren, wird es seit 2006 als asozial angesehen es NICHT zu zelebrieren. Dieses Jahr war sozusagen der Break-Even-Point des gemeinsamen Fussballguckens. Während es vor der WM bei uns eher darum ging in möglichst kompetenter Runde das Spiel aufmerksam zu verfolgen, liegt der Fokus danach hauptsächlich darauf, die äußeren Umstände möglichst ausgiebig zu feiern. Ohne schwarz-rot-goldenen Wimpelketten, selbst gemixtem Deutschlandschnaps und Flagge auf den Wangen ist es kein echtes Rudelgucken mehr.

2014 war man dann auch sportlich endlich am Ziel aller Träume: Weltmeister. Gefeiert von einem schwarz-rot-geilem Schland-Volk, das diesem Team zu Füßen lag. Noch Wochen danach wurde jeder Schritt der frisch gebackenen Weltmeister medial ausgeschlachtet und an die erfolgsgeile Menge verfüttert. Der Gipfel aller Vaterlandsliebe war erreicht. Man hatte den endgültigen Boom ausgelöst.

Dieses Turnier scheint nun erstmals wieder anders zu sein. Emotional anders. Wochenlange Vorfreude auf die Endrunde in Frankreich konnte man nirgendwo wirklich spüren. Es schien, als hätten die Leute wichtigere Themen, fernab vom Fussball. Als das Turnier dann auch für das deutsche Team begann, kam der Fussball plötzlich und unerwartet zurück in den Fokus. „Achja, Deutschland spielt ja morgen. Ich hab die Fanartikel noch gar nicht rausgeholt und Grillzeug besorgt“. Offenbar sind die Spiele der deutschen Mannschaft bei einem Turnier so etwas geworden, wie Weihnachten, Ostern, Silvester oder Geburtstage. Feststehende Termine, an denen traditionell ein bestimmtes Programm abgespult wird. Komme, was da wolle. Egal, ob man dafür in Stimmung ist oder sich damit im Vorfeld überhaupt beschäftigt hat. Rudelgucken ist Pflicht. Und Jubeln auch.

Der seit 2006 etablierte, offen zur Schau gestellte Patriotismus, den die Erfolge der Nationalelf heraufbeschworen haben, steckt in einer Rezession. Die Gründe dafür sind vielschichtig. Sicher spielt auch eine Rolle, dass eine sportliche Sättigung eingetreten ist, nachdem man den größten aller Titel bereits gewonnen hat und das Interesse, einhergehend mit der Identifikation, gesunken ist. Auf der anderen Seite trägt die aktuelle politische Lage aber sicherlich auch zur abschwingenden Begeisterung für das eigene Land bei. Viele sind noch immer schockiert darüber, in welche politische Richtung die Meinung einiger Teile der Bevölkerung abzudriften droht und entfernt sich von der Identifikation her vom anders denken Lager. Auch der Brexit tut sein übriges dazu und verschärft die Unsicherheit in Bezug auf die politische Zukunft. Das alles ist momentan für viele wichtiger, als beim Fussball Flaggen zu schwingen.

Ob wir aber nun in eine echte Depression rutschen oder nur eine kurzweilige Rezession durchlaufen, wird sich zeigen. In Anbetracht aber der immer größer werdenden Gräben zwischen einzelnen politischen Lagern, die sich in den letzten zwei Jahren gebildet haben, bleibt zu befürchten, dass die einst im Jahre 2006 so frenetisch gefeierte, zurückgewonnene Identifikation mit unserem Land in den kommenden Jahren nicht einfach so mit schönem Fussball wiederherstellbar ist. Die Weltoffenheit, in der sich Deutschland nun jahrelang gesonnt hat, scheint stark gefährdet. Vielleicht wurde sie aber auch nie wirklich „echt“ gelebt, sondern nur als besonders positives Attribut dankend angenommen und gegenüber dem Rest der Welt präsentiert.

Warum Kimmich kein neuer Lahm sein sollte

„Der neue deutsche Rechtsverteidiger“, „Lahm 2.0“ oder „Komet-Kimmich“. Die Presse sparte nach dem ersten EM-Spiel von Joshua Kimmich nicht gerade mit Superlativen. Quasi wurde der EM-Debütant aus dem Stand in den Fussballhimmel gelobt und zur lang ersehnten Rechtsverteidigerlösung auf Dauer auserkoren. Dass man in Deutschland offenbar bereits nach einem guten Spiel bereit ist, diese Position in der Nationalelf auf Jahre in die Hände eines Spielers zu geben, zeigt nur wie verzweifelt man nach einem Nachfolger von Philipp Lahm sucht.

Während Löw auf der gegenüberliegenden Linksverteidigerposition mit Jonas Hector die gesamte Qualifikation zur EURO durch spielte und diesen mittlerweile etabliert hat, gab es auf der rechten Seite Wechsel ohne Ende. Wer hat noch nicht, wer will nochmal? Rudy, Rüdiger, Höwedes, Ginter, Can, Mustafi. Sie alle durften sich seit dem Finale in Rio de Janeiro 2014 auf dieser Position versuchen. Keiner konnte wirklich überzeugen. Bei Rüdiger, Höwedes, Ginter und Mustafi zeigte sich, dass sie durch ihren Innenverteidigerursprung zwar defensiv ihre Aufgaben lösen, jedoch offensiv nicht dem Anspruch eines modernen Außenverteidigers gerecht werden können. Fehlendes Tempo und Dribbelstärke sind die Hauptgründe. Can kommt zwar eher aus dem defensiven Mittelfeld, bringt also die nötige Ballkontrolle mit, aber auch ihm fehlt das Tempo und die Wendigkeit. Rudy kommt positionstechnisch aus ähnlichen Gefilden, ist aber von seiner Spielanlage her beweglicher. Er hätte am ehesten von den Grundvoraussetzungen auf die defensive Außenbahn gepasst. Daher probierte Löw ihn wohl auch die meisten Spielminuten lang während der letzten zwei Jahre dort aus. Doch wirklich überzeugen konnte er nie, weshalb ihm wohl auch der Sprung in den EM-Kader verwehrt blieb. Ihm fehlen einfach ein paar Prozentpunkte der fussballerischen Klasse, um auf internationalem Niveau mithalten zu können.

Daher war auch zum Start dieses Turniers noch immer keine Endlösung gefunden. Löw wählte daher die Sicherheitsvariante und ließ mit Höwedes einen immerhin international auf der Außenverteidigung erprobten Innenverteidiger ran. Die Lösung mit dem wenigsten Risiko. Gegen den offensiv ungefährlichsten Gruppengegner Nordirland versuchte es Löw nun mit dem jungen Kimmich, der von Guardiola im Laufe der Saison bereits zur Positionsflexibilität erzogen wurde. Wie erwartet wurde er defensiv nicht nennenswert gefordert und konnte daher offensiv einige Akzente setzen, mit guten Flanken und intelligentem Hinterlaufen. Überhaupt passt Kimmich von seiner ballsicheren Spielanlage her wesentlich besser auf die moderne Außenverteidigerposition, als Höwedes. Kimmich ist es gewohnt, am Kombinationsspiel teilzunehmen, was eminent wichtig ist, um die rechte Seite ausreichend zu beleben.

Die Voraussetzungen langfristig der Rechtsverteidiger in der Nationalelf zu bleiben, sind für Kimmich gegeben. Den Beweis, dass er dies aber auch gegen die europäische Elite im Nationalmannschaftsfussball gewinnbringend spielen kann, muss er noch antreten. Doch diesem jungen Spieler mit Vergleichen und Lobpreisungen über den grünen Klee, eine fast unerfüllbare Erwartungshaltung aufzuzwängen, ist schlicht absurd. Nach einem Spiel zu meinen, den neuen Weltklassemann nach Lahm gefunden zu haben, ebenso. Lahm war sicherlich nie unumstritten in seiner Funktion als Kapitän, doch seine schier unendliche Konstanz und Sicherheit sind nicht mal eben nach einem guten Spiel zu kopieren.

Also: Lasst Kimmich sich in Ruhe entwickeln und hört mit den Vergleichen auf. Andernfalls suchen wir bald wieder nach dem nächsten Rechtsverteidiger für Deutschland.

Des Gastgebers und Weltmeisters Kleider

Die Geschichte von Frankreichs und Deutschlands Nationaltrikots

Das Trikot einer Fußball-Nationalmannschaft ist mehr als nur Sportbekleidung. Es ist ein Zeichen der Ehre, eine Identität und ein Symbol patriotischen Stolzes. Von der Zeit an als es die ersten Fußball-Trikots in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts gab, war es fast so wichtig welche Teams sie trugen als wer in welcher Mannschaft gespielt hat.

Im Laufe der Jahre haben sich die Trikots der Fußball- Nationalmannschaften von Frankreich und Deutschland mehrmals geändert. Es wechselten die Sponsoren, die Farben und Materialien änderten sich; die Trikots beider Länder änderten sich teils fast unmerklich oder deutlich.

Das Trikot von Frankreich im Wandel der Zeit

Seit Frankreich das erste offizielle Länderspiel gegen Belgien im Jahr 1904 ausgetragen hat, trug das Team eine Kombination aus rot , weiß und blau. Diese Farbgebung würdigt die Trikolore, die französische Flagge und hat sich nie wirklich verändert. Frankreich trägt in der Regel bei Heimspielen eine weiße Hose, ein blaues Trikot und roten Socken. Bei Auswärtsspielen tragen die Spieler ein rotes Trikot, blaue Shorts und blaue Socken oder ausschließlich weiß.

Von 1966 bis 1971 sponserte die französische Marke Le Coq Sportif das Trikot der Nationalmannschaften, aber im Jahr 1972 übernahm das Adidas und kleidete die Spieler bis zum Jahr 2001. Von 2001 und bis mindestens 2018 ist Nike dafür verantwortlich, das französische Team auszustatten.

Als Frankreich die UEFA-Europameisterschaft 1984 und 2000 gewann sowie die FIFA-WM 1998, trugen die Spieler das von Adidas entworfene Trikot. In den Jahren 2001 und 2003, als Frankreich den Confederation-Cup gewann, trug das Team die gleiche rot-weiß-blaue Kombination nur mit dem Signet von Nike statt mit den drei Adidas-Streifen.

Nike hat die meisten Änderungen an Frankreichs Trikot vorgenommen. Als das Team für die Europameisterschaft 2012 antrat, trugen die Spieler ein blaues Trikot mit goldenen Verzierungen. Im Jahr 2013 wurde ein Trikot in baby-blau für Auswärtsspiele geschaffen, was Traditionalisten kritisierten. Nike schwenkte deshalb schnell auf die traditionelle Kombination in den Farben der Trikolore zurück. Für die UEFA-Europameisterschaft 2016 wird Frankreich, der Gastgeber, blaue Trikots und Shorts, mit roten Socken für die Heimspiele tragen und mit roten, weißen und blauen Streifen für Auswärtsspiele.

Wenn ihr glaubt, euer Wissen über die Trikots von Frankreich und den anderen an der UEFA-Europameisterschaft 2016 teilnehmenden Teams ist up-to-date, dann stellt es auf die Probe, ob ihr wisst, welche Mannschaft was trägt.

Die Entwicklung von Deutschlands Fußball-Trikot

Das Trikot der deutschen Nationalmannschaft hat sich über lange Zeit nicht geändert. Während der vier WM-Titel setzte man immer stark auf Tradition. So gab es im Laufe der Jahre nur wenige Veränderungen. Seit 1954 hat Adidas das deutsche Nationaltrikot gesponsert und wird das laut Vertrag bis mindestens 2018 fortsetzen. Das einzige Mal, dass Adidas nicht das Team ausgerüstet hat war in den 1970er Jahren, als Erima das übernommen hat. Doch weil dieses Label eine Tochtergesellschaft von Adidas war, war es eigentlich keine Abweichung von der Marke.

Das Heimtrikot der deutschen Nationalmannschaft bestand traditionell aus schwarzen Hosen und einem weißen Trikot. Im Laufe der Jahre dominierte immer dieses Farbschema. Das Auswärtstrikot hat jedoch viele Veränderungen durchgemacht, wobei die am häufigsten genutzte Farbkombination grün und weiß ist. Bei den WM-Siegen 1954, 1974, 1990 und 2014 war schwarz und weiß das vorherrschende Trikot-Farbschema. 1990 kam schließlich eine Kombination aus schwarz, gelb und rot hinzu, die die Nationalfahne darstellt. Im Jahr 2014 wurde eine Kombination aus weiß und rot getragen.

Im Jahre 1972, 1980 und 1996 gewann Deutschland die Europameisterschaft, zweimal in schwarz und weiß und zuletzt in schwarz, weiß und einer Trikotkombination, die von der deutschen Nationalflagge geprägt war.

Das Heim-Trikot der Nationalmannschaft zur Europameisterschaft 2016 besteht aus schwarzen Shorts und Socken und einem schwarz-weißen Trikot mit einem Diagramm, das die Erfolge bei der WM und den Europameisterschaften darstellt und Adidas berühmten drei Streifen. Das Auswärtstrikot präsentiert ein neues Design mit schwarzen und grauen Streifen und kann auf links getragen werden, mit einer neongrünen Innenseite. Die sehr unterschiedlichen Heim- und Auswärts-Trikots sind entworfen worden, um sowohl die jüngere Generation als auch Traditionsverliebte anzusprechen und deutschen Fans aller Altersgruppen gerecht zu werden.

Sitting, waiting, wishing

Warten. Eine sehr unschöne Begleiterscheinung, wenn man Vorfreude auf etwas entwickelt. Ein nötiges Übel sozusagen. Ganz blöd wird es, wenn man Karten für das große Spiel hat und im Stau steckt. Nichts geht mehr, man droht den Anstoß zu verpassen und die Vorfreude ist im Keller. Doch glücklicherweise gibt es in der Parallelwelt der Werbung einen Cristiano Ronaldo, der dann den Schiesdrichter darauf hinweist, den Anstoß noch etwas zu verzögern, damit die im Stau steckenden Fans nichts verpassen. Welch edler Zug von ihm! Aber seht erstmal selbst:

So wünschen wir uns das auch in der Realität. Wenn wir das nächste Mal zum Beispiel zu spät zum Bahnhof kommen und der Zug eigentlich schon abgefahren wäre, wünschen wir uns einen Ronaldo-Fahrgast, der den Zugführer bittet die Abfahrt für uns zu verzögern. Hach, wäre das eine herzliche Welt.

Hier noch ein paar Infos von Hyundai selber zu dem Clip:

Für Hyundai, dem offiziellen Sponsoren der UEFA EURO 2016 kommt die Leidenschaft für Fussball von den ‚wahren Fans‘, auch bekannt als „Real Fans“, alt und jung.
 
Der Online Clip ‚Euro 2016 is coming‘ hat schon über 33 Millionen Zuschauer! Das neue Video, „The Wait“ – auf Deutsch: ‚Das Warten‘  zeigt ein kleines Mädchen und einen älteren Fan, die auf dem Weg zu einem Fussballspiel sind und dabei im Stau stecken bleiben. Die grössten Fussball Stars wie Ronaldo verzögern den Spielanfang, weil sie auf die zwei Fans warten.

Für UEFA EURO 2016 gibt es einen Online-Ort für die ‚wahren Fans‘. Darin können Sie durch Spiele, Nachrichten und Gewinnspiele involviert werden. Zum Gewinnen gibt es das Hyundai i20 Auto vom 1. Juni bis zum 10.Juli.

Link zum digitalen Fan Park: euro2016.hyundai.com

Also Leute, schaut doch mal im Fanpark von Hyundai vorbei und gewinnt für uns einen Hyundai i20. Wir fahren euch damit dann auch zum Bahnhof. Versprochen.

Besser, als kein Blog.