Die Schland-Konjunktur

Die Europameisterschaft in Frankreich hat die Vorrunde nun hinter sich. Sportlich gesehen war das oftmals eher eingeschlafene Füße, als vor Aufregung zitternde Hände. Die deutsche Mannschaft hat sich davon nicht abheben können. Gruppenerster, aber wenig Highlights. Doch fernab vom Geschehen auf dem Platz: Wie ist eigentlich die Stimmung im Land des Weltmeisters? Sind wir alle noch so schön verliebt in unsere Nationalelf, wie am ersten Tag des Sommermärchens 2006? Die Antwort bedarf einiger Beleuchtungen.

Mit der Begeisterung für unsere Nationalmannschaft ist es, wie in einer wirtschaftlichen Konjunktur. Die WM 2006 im eigenen Land war der Auslöser für den Aufschwung. Wie in einer Beziehung, war die Begeisterung nie wieder so intensiv, wie in der ersten Phase der Liebe. Irrational, aber emotional findet man pauschal alles toll, was der andere macht. Kurz nach dem Turnier in Deutschland war die Stimmung am Siedepunkt. Da hätte man wahrscheinlich ein Public Viewing veranstalten können, das auf einer Leinwand live zeigt, wie die Mannschaft nach dem Training ausläuft und es hätten 50.000 auf der Fanmeile in Berlin gestanden. Unter der Woche. Im Regen. Vormittags. Man war einfach froh, dass der deutsche Fussball international wieder auf Augenhöhe mit den Besten war. Der Dank dafür ist uneingeschränkte Zuneigung und eine ausgeprägte Expansion des Patriotismus.

In den Jahren nach dem vielzitierten Sommermärchen verfestigte sich die Liebe zum Flaggschiff des deutschen Fussballs. Die Expansion war in vollem Gange. Weitere Erfolge wurden gefeiert, in jedem Turnier seit 2006 ging es mindestens bis ins Halbfinale. Man gewöhnte sich aneinander und die Erfolge wurden mehr und mehr zur Selbstverständlichkeit. Genau wie es zur Selbstverständlichkeit wurde, dass das Gucken der Spiele aufwändig zelebriert werden muss. Mit Fanartikeln und mindestens einem Grillabend drumherum. Wir unterscheiden zwischen zwei Zeitaltern des Fussballguckens: Vor 2006 und nach 2006. Während es vor 2006 als asozial angesehen wurde das Gucken zu zelebrieren, wird es seit 2006 als asozial angesehen es NICHT zu zelebrieren. Dieses Jahr war sozusagen der Break-Even-Point des gemeinsamen Fussballguckens. Während es vor der WM bei uns eher darum ging in möglichst kompetenter Runde das Spiel aufmerksam zu verfolgen, liegt der Fokus danach hauptsächlich darauf, die äußeren Umstände möglichst ausgiebig zu feiern. Ohne schwarz-rot-goldenen Wimpelketten, selbst gemixtem Deutschlandschnaps und Flagge auf den Wangen ist es kein echtes Rudelgucken mehr.

2014 war man dann auch sportlich endlich am Ziel aller Träume: Weltmeister. Gefeiert von einem schwarz-rot-geilem Schland-Volk, das diesem Team zu Füßen lag. Noch Wochen danach wurde jeder Schritt der frisch gebackenen Weltmeister medial ausgeschlachtet und an die erfolgsgeile Menge verfüttert. Der Gipfel aller Vaterlandsliebe war erreicht. Man hatte den endgültigen Boom ausgelöst.

Dieses Turnier scheint nun erstmals wieder anders zu sein. Emotional anders. Wochenlange Vorfreude auf die Endrunde in Frankreich konnte man nirgendwo wirklich spüren. Es schien, als hätten die Leute wichtigere Themen, fernab vom Fussball. Als das Turnier dann auch für das deutsche Team begann, kam der Fussball plötzlich und unerwartet zurück in den Fokus. „Achja, Deutschland spielt ja morgen. Ich hab die Fanartikel noch gar nicht rausgeholt und Grillzeug besorgt“. Offenbar sind die Spiele der deutschen Mannschaft bei einem Turnier so etwas geworden, wie Weihnachten, Ostern, Silvester oder Geburtstage. Feststehende Termine, an denen traditionell ein bestimmtes Programm abgespult wird. Komme, was da wolle. Egal, ob man dafür in Stimmung ist oder sich damit im Vorfeld überhaupt beschäftigt hat. Rudelgucken ist Pflicht. Und Jubeln auch.

Der seit 2006 etablierte, offen zur Schau gestellte Patriotismus, den die Erfolge der Nationalelf heraufbeschworen haben, steckt in einer Rezession. Die Gründe dafür sind vielschichtig. Sicher spielt auch eine Rolle, dass eine sportliche Sättigung eingetreten ist, nachdem man den größten aller Titel bereits gewonnen hat und das Interesse, einhergehend mit der Identifikation, gesunken ist. Auf der anderen Seite trägt die aktuelle politische Lage aber sicherlich auch zur abschwingenden Begeisterung für das eigene Land bei. Viele sind noch immer schockiert darüber, in welche politische Richtung die Meinung einiger Teile der Bevölkerung abzudriften droht und entfernt sich von der Identifikation her vom anders denken Lager. Auch der Brexit tut sein übriges dazu und verschärft die Unsicherheit in Bezug auf die politische Zukunft. Das alles ist momentan für viele wichtiger, als beim Fussball Flaggen zu schwingen.

Ob wir aber nun in eine echte Depression rutschen oder nur eine kurzweilige Rezession durchlaufen, wird sich zeigen. In Anbetracht aber der immer größer werdenden Gräben zwischen einzelnen politischen Lagern, die sich in den letzten zwei Jahren gebildet haben, bleibt zu befürchten, dass die einst im Jahre 2006 so frenetisch gefeierte, zurückgewonnene Identifikation mit unserem Land in den kommenden Jahren nicht einfach so mit schönem Fussball wiederherstellbar ist. Die Weltoffenheit, in der sich Deutschland nun jahrelang gesonnt hat, scheint stark gefährdet. Vielleicht wurde sie aber auch nie wirklich „echt“ gelebt, sondern nur als besonders positives Attribut dankend angenommen und gegenüber dem Rest der Welt präsentiert.

Warum Kimmich kein neuer Lahm sein sollte

„Der neue deutsche Rechtsverteidiger“, „Lahm 2.0“ oder „Komet-Kimmich“. Die Presse sparte nach dem ersten EM-Spiel von Joshua Kimmich nicht gerade mit Superlativen. Quasi wurde der EM-Debütant aus dem Stand in den Fussballhimmel gelobt und zur lang ersehnten Rechtsverteidigerlösung auf Dauer auserkoren. Dass man in Deutschland offenbar bereits nach einem guten Spiel bereit ist, diese Position in der Nationalelf auf Jahre in die Hände eines Spielers zu geben, zeigt nur wie verzweifelt man nach einem Nachfolger von Philipp Lahm sucht.

Während Löw auf der gegenüberliegenden Linksverteidigerposition mit Jonas Hector die gesamte Qualifikation zur EURO durch spielte und diesen mittlerweile etabliert hat, gab es auf der rechten Seite Wechsel ohne Ende. Wer hat noch nicht, wer will nochmal? Rudy, Rüdiger, Höwedes, Ginter, Can, Mustafi. Sie alle durften sich seit dem Finale in Rio de Janeiro 2014 auf dieser Position versuchen. Keiner konnte wirklich überzeugen. Bei Rüdiger, Höwedes, Ginter und Mustafi zeigte sich, dass sie durch ihren Innenverteidigerursprung zwar defensiv ihre Aufgaben lösen, jedoch offensiv nicht dem Anspruch eines modernen Außenverteidigers gerecht werden können. Fehlendes Tempo und Dribbelstärke sind die Hauptgründe. Can kommt zwar eher aus dem defensiven Mittelfeld, bringt also die nötige Ballkontrolle mit, aber auch ihm fehlt das Tempo und die Wendigkeit. Rudy kommt positionstechnisch aus ähnlichen Gefilden, ist aber von seiner Spielanlage her beweglicher. Er hätte am ehesten von den Grundvoraussetzungen auf die defensive Außenbahn gepasst. Daher probierte Löw ihn wohl auch die meisten Spielminuten lang während der letzten zwei Jahre dort aus. Doch wirklich überzeugen konnte er nie, weshalb ihm wohl auch der Sprung in den EM-Kader verwehrt blieb. Ihm fehlen einfach ein paar Prozentpunkte der fussballerischen Klasse, um auf internationalem Niveau mithalten zu können.

Daher war auch zum Start dieses Turniers noch immer keine Endlösung gefunden. Löw wählte daher die Sicherheitsvariante und ließ mit Höwedes einen immerhin international auf der Außenverteidigung erprobten Innenverteidiger ran. Die Lösung mit dem wenigsten Risiko. Gegen den offensiv ungefährlichsten Gruppengegner Nordirland versuchte es Löw nun mit dem jungen Kimmich, der von Guardiola im Laufe der Saison bereits zur Positionsflexibilität erzogen wurde. Wie erwartet wurde er defensiv nicht nennenswert gefordert und konnte daher offensiv einige Akzente setzen, mit guten Flanken und intelligentem Hinterlaufen. Überhaupt passt Kimmich von seiner ballsicheren Spielanlage her wesentlich besser auf die moderne Außenverteidigerposition, als Höwedes. Kimmich ist es gewohnt, am Kombinationsspiel teilzunehmen, was eminent wichtig ist, um die rechte Seite ausreichend zu beleben.

Die Voraussetzungen langfristig der Rechtsverteidiger in der Nationalelf zu bleiben, sind für Kimmich gegeben. Den Beweis, dass er dies aber auch gegen die europäische Elite im Nationalmannschaftsfussball gewinnbringend spielen kann, muss er noch antreten. Doch diesem jungen Spieler mit Vergleichen und Lobpreisungen über den grünen Klee, eine fast unerfüllbare Erwartungshaltung aufzuzwängen, ist schlicht absurd. Nach einem Spiel zu meinen, den neuen Weltklassemann nach Lahm gefunden zu haben, ebenso. Lahm war sicherlich nie unumstritten in seiner Funktion als Kapitän, doch seine schier unendliche Konstanz und Sicherheit sind nicht mal eben nach einem guten Spiel zu kopieren.

Also: Lasst Kimmich sich in Ruhe entwickeln und hört mit den Vergleichen auf. Andernfalls suchen wir bald wieder nach dem nächsten Rechtsverteidiger für Deutschland.

Des Gastgebers und Weltmeisters Kleider

Die Geschichte von Frankreichs und Deutschlands Nationaltrikots

Das Trikot einer Fußball-Nationalmannschaft ist mehr als nur Sportbekleidung. Es ist ein Zeichen der Ehre, eine Identität und ein Symbol patriotischen Stolzes. Von der Zeit an als es die ersten Fußball-Trikots in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts gab, war es fast so wichtig welche Teams sie trugen als wer in welcher Mannschaft gespielt hat.

Im Laufe der Jahre haben sich die Trikots der Fußball- Nationalmannschaften von Frankreich und Deutschland mehrmals geändert. Es wechselten die Sponsoren, die Farben und Materialien änderten sich; die Trikots beider Länder änderten sich teils fast unmerklich oder deutlich.

Das Trikot von Frankreich im Wandel der Zeit

Seit Frankreich das erste offizielle Länderspiel gegen Belgien im Jahr 1904 ausgetragen hat, trug das Team eine Kombination aus rot , weiß und blau. Diese Farbgebung würdigt die Trikolore, die französische Flagge und hat sich nie wirklich verändert. Frankreich trägt in der Regel bei Heimspielen eine weiße Hose, ein blaues Trikot und roten Socken. Bei Auswärtsspielen tragen die Spieler ein rotes Trikot, blaue Shorts und blaue Socken oder ausschließlich weiß.

Von 1966 bis 1971 sponserte die französische Marke Le Coq Sportif das Trikot der Nationalmannschaften, aber im Jahr 1972 übernahm das Adidas und kleidete die Spieler bis zum Jahr 2001. Von 2001 und bis mindestens 2018 ist Nike dafür verantwortlich, das französische Team auszustatten.

Als Frankreich die UEFA-Europameisterschaft 1984 und 2000 gewann sowie die FIFA-WM 1998, trugen die Spieler das von Adidas entworfene Trikot. In den Jahren 2001 und 2003, als Frankreich den Confederation-Cup gewann, trug das Team die gleiche rot-weiß-blaue Kombination nur mit dem Signet von Nike statt mit den drei Adidas-Streifen.

Nike hat die meisten Änderungen an Frankreichs Trikot vorgenommen. Als das Team für die Europameisterschaft 2012 antrat, trugen die Spieler ein blaues Trikot mit goldenen Verzierungen. Im Jahr 2013 wurde ein Trikot in baby-blau für Auswärtsspiele geschaffen, was Traditionalisten kritisierten. Nike schwenkte deshalb schnell auf die traditionelle Kombination in den Farben der Trikolore zurück. Für die UEFA-Europameisterschaft 2016 wird Frankreich, der Gastgeber, blaue Trikots und Shorts, mit roten Socken für die Heimspiele tragen und mit roten, weißen und blauen Streifen für Auswärtsspiele.

Wenn ihr glaubt, euer Wissen über die Trikots von Frankreich und den anderen an der UEFA-Europameisterschaft 2016 teilnehmenden Teams ist up-to-date, dann stellt es auf die Probe, ob ihr wisst, welche Mannschaft was trägt.

Die Entwicklung von Deutschlands Fußball-Trikot

Das Trikot der deutschen Nationalmannschaft hat sich über lange Zeit nicht geändert. Während der vier WM-Titel setzte man immer stark auf Tradition. So gab es im Laufe der Jahre nur wenige Veränderungen. Seit 1954 hat Adidas das deutsche Nationaltrikot gesponsert und wird das laut Vertrag bis mindestens 2018 fortsetzen. Das einzige Mal, dass Adidas nicht das Team ausgerüstet hat war in den 1970er Jahren, als Erima das übernommen hat. Doch weil dieses Label eine Tochtergesellschaft von Adidas war, war es eigentlich keine Abweichung von der Marke.

Das Heimtrikot der deutschen Nationalmannschaft bestand traditionell aus schwarzen Hosen und einem weißen Trikot. Im Laufe der Jahre dominierte immer dieses Farbschema. Das Auswärtstrikot hat jedoch viele Veränderungen durchgemacht, wobei die am häufigsten genutzte Farbkombination grün und weiß ist. Bei den WM-Siegen 1954, 1974, 1990 und 2014 war schwarz und weiß das vorherrschende Trikot-Farbschema. 1990 kam schließlich eine Kombination aus schwarz, gelb und rot hinzu, die die Nationalfahne darstellt. Im Jahr 2014 wurde eine Kombination aus weiß und rot getragen.

Im Jahre 1972, 1980 und 1996 gewann Deutschland die Europameisterschaft, zweimal in schwarz und weiß und zuletzt in schwarz, weiß und einer Trikotkombination, die von der deutschen Nationalflagge geprägt war.

Das Heim-Trikot der Nationalmannschaft zur Europameisterschaft 2016 besteht aus schwarzen Shorts und Socken und einem schwarz-weißen Trikot mit einem Diagramm, das die Erfolge bei der WM und den Europameisterschaften darstellt und Adidas berühmten drei Streifen. Das Auswärtstrikot präsentiert ein neues Design mit schwarzen und grauen Streifen und kann auf links getragen werden, mit einer neongrünen Innenseite. Die sehr unterschiedlichen Heim- und Auswärts-Trikots sind entworfen worden, um sowohl die jüngere Generation als auch Traditionsverliebte anzusprechen und deutschen Fans aller Altersgruppen gerecht zu werden.

Sitting, waiting, wishing

Warten. Eine sehr unschöne Begleiterscheinung, wenn man Vorfreude auf etwas entwickelt. Ein nötiges Übel sozusagen. Ganz blöd wird es, wenn man Karten für das große Spiel hat und im Stau steckt. Nichts geht mehr, man droht den Anstoß zu verpassen und die Vorfreude ist im Keller. Doch glücklicherweise gibt es in der Parallelwelt der Werbung einen Cristiano Ronaldo, der dann den Schiesdrichter darauf hinweist, den Anstoß noch etwas zu verzögern, damit die im Stau steckenden Fans nichts verpassen. Welch edler Zug von ihm! Aber seht erstmal selbst:

So wünschen wir uns das auch in der Realität. Wenn wir das nächste Mal zum Beispiel zu spät zum Bahnhof kommen und der Zug eigentlich schon abgefahren wäre, wünschen wir uns einen Ronaldo-Fahrgast, der den Zugführer bittet die Abfahrt für uns zu verzögern. Hach, wäre das eine herzliche Welt.

Hier noch ein paar Infos von Hyundai selber zu dem Clip:

Für Hyundai, dem offiziellen Sponsoren der UEFA EURO 2016 kommt die Leidenschaft für Fussball von den ‚wahren Fans‘, auch bekannt als „Real Fans“, alt und jung.
 
Der Online Clip ‚Euro 2016 is coming‘ hat schon über 33 Millionen Zuschauer! Das neue Video, „The Wait“ – auf Deutsch: ‚Das Warten‘  zeigt ein kleines Mädchen und einen älteren Fan, die auf dem Weg zu einem Fussballspiel sind und dabei im Stau stecken bleiben. Die grössten Fussball Stars wie Ronaldo verzögern den Spielanfang, weil sie auf die zwei Fans warten.

Für UEFA EURO 2016 gibt es einen Online-Ort für die ‚wahren Fans‘. Darin können Sie durch Spiele, Nachrichten und Gewinnspiele involviert werden. Zum Gewinnen gibt es das Hyundai i20 Auto vom 1. Juni bis zum 10.Juli.

Link zum digitalen Fan Park: euro2016.hyundai.com

Also Leute, schaut doch mal im Fanpark von Hyundai vorbei und gewinnt für uns einen Hyundai i20. Wir fahren euch damit dann auch zum Bahnhof. Versprochen.

Europas König

Nur noch zwei lausige Tage, bis die Endrunde der Europameisterschaft in Frankreich endlich beginnt. Endlich wieder jeden Tag mehr Stunden mit Fussball-Live-Übertragungen verbringen, als mit Arbeiten oder sozialen Kontakten. Die braucht ohnehin keiner, wenn man doch vom Toastbrot bis zum Shampoo alles in offizielle Schland-Artikel ausgetauscht hat. Doch wie auch immer jeder von euch das Drumherum für die nächsten Wochen Vollfussballbeschallung auch gestaltet, der sportliche Ausgang ist schwer vorherzusehen. Wer hat realistische Chancen die silberne Urne am 10. Juli in die Höhe zu recken? Und wer wird in der sportlichen Bedeutungslosigkeit versinken? Wer wird uns alle überraschen? Wir haben uns mal an diese Fragen herangewagt und das Teilnehmerfeld in fünf verschiedene Kategorien unterteilt.

 

  • UNDERDOGS

underdogs

Diese Länder werden keine nennenswerte Rolle spielen. Für viele von ihnen ist es viel mehr ein Erfolg überhaupt dabei zu sein. So trifft das auf Rumänien, Albanien, Nordirland, Ungarn und Irland zu. Die Aufstockung der Endrunde auf 24 Teams macht es möglich. Zwei andere Nationen haben in den vergangenen Turnieren sicherlich mehr Renommee bekommen. Nämlich Tschechien und Russland. Doch beide scheinen bei diesem Turnier keinen konkurrenzfähigen Kader zusammenbekommen zu haben. Daher geht es auch mit wenn überhaupt geringer Punktzahl für alle diese Länder nach der Vorrunde nach Hause.

  • MITTELMAß

mittelmaß

Diese Teams werden wohl über den Status eines Mitläufers nicht hinaus kommen. Je nach Gruppenlage mit geringer Wahrscheinlichkeit vielleicht ein Zweiter Platz, aber danach ist auch direkt Ende. Bei Polen (Lewandowski), Schweden (Ibrahimovic), Ukraine (Yarmolenko) und Slowakei (Hamsik) ist vor allem das Problem, dass ein Topspieler allein nicht das ganze Team tragen kann. Schon gar nicht bei einer EM-Endrunde. Die Türkei und die Schweiz sind in der Breit zwar mit international erfahrenen Spielern aufgestellt, doch hier fehlt dann das gewisse Etwas an Topspielern, die diese Teams höher hinaus katapultieren könnte. Portugal wird eine der großen Enttäuschungen. Auch hier wird ein Ronaldo, vor allem nicht nach einer kräfteraubenden Saison mit Real Madrid, alleine das Team nicht tragen. Zwar gibt es um ihn herum viele sehr talentierte junge Spieler mit großer Zukunft und einige international Etablierte, doch ein echtes Team stellt das nicht dar. Daher wird es für Portugal diesmal früh in den Urlaub gehen.

  • SHOOTINGSTARS

mittelmaß

Das werden die positiven Überraschungen in diesem Turnier. Teams, die es mit etwas Glück deutlich weiter schaffen könnten, als man ihnen auf dem Papier zutrauen würde. Wales kommt mit einer von Euphorie geprägten Never-Give-Up-Mentalität, die viele fussballerische Mängel überdeckt. Eingeschworene Gemeinde, gepaart mit der Extra-Klasse von Bale und Ramsey. Österreich und Island kommen mit dem Schwung einer guten Qualifikationsrunde und können auf einen eingespielten Kader mit internationaler Qualität bauen. Kroatien kann da sogar noch einen draufsetzen und hat mit Modric und Rakitic sogar echte Weltklasse an Bord. Fazit: Kann weit gehen!

  • FAVORITEN

favoriten

Ein recht breiter Favoritenkreis. Frankreich, Deutschland und Spanien haben die nominell wohl stärksten Kader in diesem Turnier mit Weltklassespielern en masse. Allerdings ist bei Spanien seit der WM 2014 ordentlich Sand im einst so zuverlässigen Motor. Die zweifellos immer noch vorhandene Klasse, die mit nachrückenden Top-Talenten verstärkt wird, bringt das Team nicht immer gewinnbringend auf den Rasen. Man hat den Eindruck, dass das Teamgefüge nicht mehr so perfekt zusammenpasst, wie noch in der Zeit von 2008 bis 2012. Dennoch muss eine derartig besetzte Mannschaft zum Favoritenkreis zählen. Frankreich kann ebenfalls auf eine Reihe Weltklasse zurückgreifen, die vor allem vom Heimvorteil profitieren wird. Doch zwei Dinge könnten dazwischen funken: Der enorme Druck in der Heimat das Turnier zu gewinnen und die Defensive, die nicht mit der Stärke der Offensive mithalten kann. Zumal dort mit Varane und Sakho die wohl etatmäßige Innenverteidigung Nr. 1 ausfällt. Deutschland tritt als Weltmeister mit breiter Brust an. Der Teamzusammenhalt ist unverändert groß. Der Schlüssel zum Erfolg bei der WM 2014 wird auch dieses Jahr wieder entscheidend. Lediglich die Ausfälle von Reus und Gündogan schmerzen und schränken die Alternativen ein. Entscheidend wird, ähnlich wie bei Frankreich, ob Löw seinem Team bei aller zweifellos vorhandenen Offensivpower die nötigen defensiven Disziplin mitgeben kann. Ist das der Fall, dann ist das Double aus WM und EM zum Greifen nah.
Belgien ist schon lange kein Geheimfavorit mehr. Wer auf einen derart hochgradig besetzten Kader setzen kann, wie die roten Teufel, ist alles andere, als geheim. Bitter ist nur, dass Kapitän und Defensivstabilisator Kompany ausfällt. Daher bleibt die Frage, ob dieser Ausfall kompensiert werden kann und ob Wilmots die PS seines Kaders voll auf die Straße bringen kann. England hingegen könnte die große Überraschung werden. In den vergangenen Turneiren stets als überschätzt und planlos verlacht, kommen die Three Lions diesmal mit einer jungen, dynamischen Truppe, die sehr gut zueinander zu passen scheint. Shootingstars, wie Stones, Dier, Alli, Kane, Vardy oder Rashford haben dem angestaubten englischen Nationalteam neues Leben eingehaucht. Bleiben sie von Verletzungen verschont und wachsen weiter zusammen, ist ihnen auch der Titel zuzutrauen.

 

  • DIAGO-PROGNOSE

finale

In eigener Sache

Kinder, ganz kurz mal eben!

Viele von euch werden sich (hoffentlich) gefragt haben, warum hier in den letzten Monaten nur noch sporadisch Geschriebenes von uns veröffentlicht wurde. Das darf keinesfalls so gedeutet werden, dass wir keine Lust mehr hätten unsere Meinungen zum aktuellen Geschehen im Fussball niederzuschreiben. Ganz im Gegenteil: Schreiben tun wir immer noch wahnsinnig gern. So gern, dass wir vor einiger Zeit begonnen haben unser erstes Buch zu schreiben. Es ist ein Buch aus einer ganzen Reihe, das sich thematisch mit unserem Herzensthema Kreisliga beschäftigt und an unsere beliebte Reihe hier über die letzten Ligen anknüpft.

Uns als Greenhorn-Autoren macht es natürlich enorm Spaß solch ein Projekt unter professionellen Bedingungen bestimmen zu können und am Ende vielleicht sogar eine große Masse an Lesern anzusprechen. Der einzige Negativaspekt daran ist, dass wir selbstredend wesentlich weniger Zeit haben unseren Blog aktuell zu halten. Das geschieht aktuell nur noch bei Facebook und Twitter. Doch auch das wird sich in Zukunft wieder ändern! Sobald wir die letzten Zeilen unseres Buches fertiggestellt haben, steigen wir hier auch wieder mit wesentlich höherer Frequenz ein. Pünktlich zur EURO in Frankreich.

Wenn unser Buch offiziell in den Handel kommt, werden wir euch natürlich hier und auf allen Social-Media-Kanälen informieren. Ehrensache. Wenn dann noch der ein oder andere treue Leser sogar ein Exemplar davon erwirbt, könnt ihr sicher sein, dass auf der anderen Seite der Internetleitung zwei sehr sehr glückliche Blogger sitzen.

Bis dahin,

Max & Michael.

In taktischer Schönheit gestorben

„Ein Null-Null der besseren Sorte“ – So könnte man das nun vergangene Pokalfinale in einem Satz zusammenfassen, wenn man es sich ganz einfach machen will. Doch die Torlosigkeit ist eben nur das offensichtliche Merkmal dieser Partie gewesen.

Aus Sicht des FC Bayern war das Finale eine fast komplett runde Sache. Man kann im nachhinein resümieren, dass man in den 120 Minuten von Berlin als Favorit größtenteils spielbestimmend war, nur wenige wirklich gefährliche Konter zugelassen hat und am Ende vom Punkt auch noch die besseren Nerven hatte. Lediglich die Tatsache, dass man aus der Feldüberlegenheit das Spiel hätte eher entscheiden können, das war verbesserungsfähig.

Etwas diffiziler muss man die Leistung des BVB bewerten. Man hat mit den Bayern eine enorm spielstarke und variable Mannschaft sehr diszipliniert und vor allem erfolgreich verteidigt. Taktisch wurden im defensiven Bereich fast keine Fehler gemacht, wodurch die wirklich zwingenden Chancen der Münchner an einer Hand abzählbar waren. Das darf man absolut berechtigt als großes Lob auffassen. Vor allem Trainer Tuchel. Nach vorne hingegen hatten die Schwarz-Gelben selber lediglich einige Konterchancen, die letztlich ungenutzt blieben.

Das wiederum darf man durchaus als Enttäuschung feststellen, denn hier stand immerhin die beste Offensive der abgelaufenen Bundesligasaison auf dem Platz. Echte Druckphasen, in denen man den Gegner mal länger in der eigenen Hälfte beschäftigte, gab es fast gar nicht. Da muss man sich dann schon die Frage stellen, warum die Dortmunder nicht mutiger agierten und die Bayern wenigstens versuchten dauerhaft zu beschäftigen und vor Aufgaben zu stellen. Selbstverständlich ist defensive Disziplin gegen einen so starken Gegner, wie den FCB unabdingbar, um nicht unterzugehen. Doch ohne eben diesen offensiven Mut und die Bereitschaft ins Risiko zu gehen, wartet man als Gegner der Bayern auf einen Tod auf Raten. Spätestens im Elfmeterschießen, denn da wartet eben kein geringerer, als Manuel Neuer, der pauschal bereits die Chancen in der Elfmeterlotterie für den Gegner verkleinert.

Die taktisch so sichere Grundordnung lässt sich nur durch konsequente Provokation des taktischen Chaos ins Wanken bringen. So, wie es Atletico Madrid im Halbfinale der Champions League schaffte. Mit konsequentem Anlaufen, harter Zweikampfführung und Ausnutzen der gesamten Palette des Erlaubten, sowie auch der regeltechnischen Grauzone.  Der BVB hatte emotional anfällige Spieler, wie Ribery und Vidal bereits recht früh in der Partie mit einer gelben Karte belastet. Mit etwas taktisch klugem Sticheln in den Zweikämpfen hätte man hier eventuell einen Platzverweis provozieren können. Ribery hatte man ja bereits schon am Rande eines solchen. Das soll kein Aufruf zur Unfairness sein, doch eine gewisse Cleverness und das Ausnutzen des gesamten Reglements sind auch Mosaiksteine auf dem Weg zu einem Erfolg gegen den FCB. In dem Bereich war Dortmund schlichtweg zu „lieb“ und zurückhaltend.

Es bleibt das Fazit, dass der BVB hätte in dieser Partie öfter das Risiko suchen müssen. Was hatte man schon zu verlieren? Bayern war ohnehin Favorit. Warum also nicht, wie Atletico mutig und selbstbewusst das eigene Spiel aufzwingen? Natürlich hätte das schief gehen können, doch ein Versuch wäre es wert gewesen.

Besser, als kein Blog.

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